CD-Review: Seadrake - Isola

Besetzung

Hilton Theissen - Gesang, Gitarre
Rickard Gunnarsson - Bass
Mathias Thürk - Keyboard

Tracklist

01. What You Do To Me
02. Get It On
03. On The Run
04. Something Durable
05. Room 316
06. Lower Than This (Someday)
07. Die Of Temptation
08. Conformity Loves Company
09. Daydream
10. Soulsharer


SEADRAKE bezeichnen sich selbst als Synthpop-Supergroup, besteht die neue Band doch aus aktuellen oder ehemaligen Mitgliedern von Minerve, Akanoid, Lowe oder Statemachine. Über diesen Status kann man anhand der Referenzen sicherlich diskutieren, dass das multinationale Trio jetzt das Debütalbum „Isola“ unter die musikbegeisterte Masse bringen möchte ist allerdings ein Fakt. Zehn Songs dunkler Synthpop mit groovenden Basslinien und einer Prise Rock soll es sein, den Hilton Theissen und seine Kollegen uns in rund 46 Minuten präsentieren möchten.

Bereits der Opener „What You Do To Me“ versprüht teils düsteres 80er-Jahre-Feeling, allerdings von der wenig bis gar nicht peinlichen Sorte. Die Synthesizer und Keyboards wurden gekonnt platziert und auch die eingangs erwähnten Basslinien sind bereits sehr präsent. Lediglich der Gesang geht in der zum Ende hin sehr präsenten Instrumentierung leider etwas unter. Im weiteren Verlauf zeigen SEADRAKE auch ihre anderen Stärken, denen stets ein Synthpop-Gerüst zugrunde liegt. Mal kokettiert die Band mit Pop-Rock („Get It On“), radiotauglichen Melodien („Something Durable“) oder zerbrechlich-balladesken Momenten („Room 316“).

In der zweiten Hälfte kommen dann auch die Gothic-Einflüsse deutlich zum Tragen. Auf das sechseinhalbminütige Langstück „Lower Than This (Someday“) oder „Conformity Loves Company“ wären Depeche Mode stolz, so stark versprüht es den Charme der Briten aus einer scheinbar längst vergangenen Ära. Weiter erwähnenswert sind die an Kraftwerk erinnernden Beats in „Die Of Temptation“. Die Produktion gibt sich eigentlich keine Blöße und bündelt die Stärken des Trios in positiver Weise.

SEADRAKE haben mit ihrem Debüt „Isola“ wahrscheinlich keinen Meilenstein vorgelegt, dennoch ist das stark vom Synthpop der späten 80er- und frühen 90er-Jahre geprägte Werk ein sehr solides geworden, dass auch von den dezenten Einschüben anderer Genres lebt. Glücklicherweise wird weitgehend auf typischen Kitsch verzichtet, somit ist „Isola“ auch ein ernstzunehmendes Album von erfahrenen Musikern geworden. Das wird in den vorliegenden Songs mehr als deutlich.

Bewertung: 7 / 10

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