CD-Review: Soulfly - 3

Besetzung

Max Cavalera - Gesang, Gitarre, Sitar, Berimbau
Mikey Doling - Gitarre, Percussion
Marcelo Dias - Bass, Percussion, Keyboart, Effekte, Sitar, Gesang
Roy Mayorga - Schlagzeug, Percussion

Tracklist

01. Downstroy
02. Seek 'N' Strike
03. Enterfaith
04. One
05. L.O.T.M.
06. Brasil
07. Tree Of Pain
08. One Nation
09. 9-11-01
10. Call To Arms
11. Four Elements
12. Soulfly III
13. Sangue De Bairro
14. Zumbi


Max Cavalera sagt von sich selbst, dass er ein großer Fan dritter Alben diverser Bands sei. Von Platten wie Metallicas „Master Of Puppets“ oder Black Sabbaths „Masters Of Reality“ sei er anno dazumal mehr als begeistert gewesen. Diese „Tradition der dritten Alben“ versucht er nun mit dem Drittwerk SOULFLYs, sinngemäß „3“ betitelt, fortzusetzen.

Los geht es mit zweikraftvollen Songs namens „Downstroy“ und „Seek N‘ Strike“, die mit ihren powervollen Drums, den heruntergestimmten Gitarren, dem aggressiven Geshoute von Max und den bekannten Tribal-Elementen sämtliche SOULFLY-Trademarks vereinen. Mit dem darauf folgenden ersten Highlight der CD,“Enterfaith“, machen Cavalera und Co. die Marschroute noch einmal mehr als deutlich.

Mitten in die Fresse zielt das Material auf „3“, das in meinen Augen etwas härter ausgefallen ist als das der beiden Vorgängeralben. Daran kann auch das langsamere, aber mit einem tonnenschweren Riff ausgestattete „One“, einspiritueller Song über den Hinduismus, nichts ändern. Gesanglichen Beistand erhält Max hierbei von Christian Machado (Ill Nino). Mit „Last Of The Mohicans“ gehtes danach wieder voll auf die Zwölf. Selten haben Cavalera und Mike Dolling ihren Gitarren derart brachiale Riffs entlockt. Wem „Mulambo“ vom letzten Album gefiel, der dürfte auch an „Brasil“ seine helle Freude haben, ähneln sich beide Songs vom Aufbau und Rhythmus her doch sehr. Doch „3“hat auch ruhigere Momente zu bieten: Die vertraute Stimme Asha Rabouins (sie veredelte auf „Primitive“ den Song „Fly High“) erklingt bei „Tree Of Pain“ erneut, das man durchaus als Kernstück dieser Scheibe bezeichnen kann, da es einmalig die komplette emotionale Spannbreite, die in SOULFLY steckt, vereint. Von einem sehr persönlichen Text geprägt, beginnt diese Halbballade ruhig und meditativ, um im Mittelteil mit gesanglicher Unterstützung von Max‘ Stiefsohn Ritchie wie ein Vulkan zu explodieren, was gegen Ende dann wieder purer Entspannung weicht. Klasse! „One Nation“ fällt nach diesem Hammer niveaumässig etwas ab und ist der einzige unspektakuläre Track auf „3“.

Was nun folgt, ist eine Schweigeminute. Unter dem Titel „9-11-2001“ bekunden SOULFLY den Opfern dieses Tages auf so überraschende wie  gelungene, weil nichtauf übertrieben theatralische Weise ihren Respekt. Umso eruptiver knalltdanach die lupenreine Hardcore-Nummer „Call To Arms“ aus den Boxen, auf die mit „Four Elements“ ein solider, während des Refrains sehr SEPULTURA-lastiger Track anschließt. Natürlich darf auch das obligatorische, meditative Instrumental „Soulfly III“ nicht fehlen, das sich nahtlos an seine Vorgänger anfügt, von allen aber am meisten zu gefallen weiß.Den Schlussstrich unter dieses mehr alsgelungene Album ziehen das Chico-Science-Cover „Sangue De Bairro“ und das Tribal-Instrumental „Zumbi“.

Fazit: SOULFLY haben mit „3“ das Niveau des Vorgängers „Primitive“ gehalten und demonstrieren eindrucksvoll, dass sie nachwievor zur absoluten Spitze des Neo Thrash gehören. Ob „3“ allerdings genauso ein Klassiker wird wie „Master Of Puppets“ oder „Masters Of Reality“ bleibt abzuwarten.

Bewertung: 9 / 10

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