CD-Review: Thou / The Body - Released From Love / You, Whom I Always Hated

Besetzung

Thou:

Bryan Funck - Gesang
Andy Gibbs - Gitarre
Matthew Thudium - Gitarre
Mitch Wells - Bass
Josh Nee - Schlagzeug

The Body:

Chip King - Gesang, Gitarre
Lee Buford - Schlagzeug

Tracklist

01. The Wheel Weaves As The Wheel Wills
02. Manifest Alchemy
03. In Meetings Hearts Beat Closer
04. Her Strongholds Unvanquishable
05. The Devils Of Trust Steal The Souls Of The Free
06. Beyond The Realms Of Dream, That Fleeting Shade Under The Corpus Of Vanity
07. He Returns To The Place Of His Iniquity
08. Lurking Fear


THOU und THE BODY zählen wohl beide zu den aktivsten Bands der gesamten Metal-Szene, die geradezu im Affenzahn ein Album und einen Split nach dem anderen heraushauen. Beide sind sie für ihren dunklen, intensiven Sludge Doom Metal bekannt, der sich natürlich auch vergleichsweise schnell schreibt, ohne dass die Qualität unter dem Veröffentlichungs-Tempo allzu sehr leidet. Wohl aber die Abwechslung und die Innovation. Um frischen Wind in ihre Musik zu bringen, bietet sich daher ein gemeinsames Album für beide Gruppen perfekt an.

„Released From Love / You, Whom Always Hated“ ist keineswegs ein gewöhnlicher Split, denn THOU und THE BODY haben sich tatsächlich zusammengesetzt, um das Material gemeinsam zu schreiben. Die Bands hatten sich bereits Anfang 2013 in einem Studio in Louisiana zusammengefunden und vier Songs für die EP „Released From Love“ aufgenommen, die 2014 erschien. Drei dieser Songs werden nun in einer Art Compilation mit dem neuen Album „You, Whom Always Hated“ zusammengeführt. In beiden Veröffentlichungen war ursprünglich noch je eine zusätzliche Coverversion enthalten, die im gemeinsamen Album jedoch beide fehlen.

„Released From Love“ wird vom dem beeindruckenden Track „The Wheel Weaves As The Wheel Wills“ eröffnet, der sich in der Tat wie das Mahlen eines Monströsen Mühlrades anhört. Durch die brausende Masse aus Schlagzeug und Gitarrenwänden sind hohe, heisere Schmerzensschreie im Hintergrund zu vernehmen, die in starkem Kontrast zu der dunklen, unfassbar bösen Stimme des THOU-Sängers stehen. Der EP-Teil fällt also schon überaus atmosphärisch und gelungen aus, wird allerdings vom neuen Material noch einmal in den Schatten gestellt.

„You, Whom Always Hated“ ist ein etwas sperriger, aber dennoch kraftvoller Titel, der wenig überraschend auch bezeichnend für die Fünf Songs ist, die sich unter seinem Namen vereinen. Sie sind sperrig, kratzig, unangenehm, doch gleichzeitig von einer eigenen Schönheit und Eleganz durchzogen. Zwischen Groove und unförmigen Dahinkriechen ziehen THOU und THE BODY ihre gesamten Register um dem Hörer eine Gänsehaut über den Rücken zu ziehen.

„Her Strongholds Unvanquishable“ erinnert durch die zu Beginn vorherrschende Drone-Landschaft an ein chaotisches Schlachtfeld und steigert sich dann, mit Einsetzen der kompletten Band, zu einer der intensivsten Hörerfahrung, die mir Extreme Metal je bieten konnte. So energiegeladen, so bösartig, so tiefschwarz war Musik selten. Der Song versumpft später dann erneut in Drone-Sounds, die diesmal das Ambiente einer mittelalterlichen Folterkammer erzeugen. Auch wenn „Her Strongholds Unvanquishable“ den Höhepunkt des Albums markiert, so halten THOU und THE BODY auch auf „You, Whom Always Hated“ durchgehend ein hohes Niveau.

Abschließend kann man also mit Recht sagen, dass die Zusammenarbeit der beiden Gruppen mehr als nur fruchtbar war. „Released From Love / You, Whom Always Hated“ ist besser als so ziemlich alles, was beide Bands einzeln je erschaffen haben. Ich würde sogar behaupten, es ist mit das Extremste, was die Extreme-Metal-Szene auf ihrem eher düsteren und atmosphärischen Flügel im Moment zu bieten hat.

Bewertung: 9 / 10

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