CD-Review: Vreid - I Krig

Besetzung

Sture - Gesang, Gitarre
Ese - Gitarre
Hváll - Bass
Steingrim - Schlagzeug

Tracklist

01. Jarnbyrd
02. Under Isen
03. I Krig
04. Væpna Lengsel
05. Svart
06. Dei Daude Steig Av Grav
07. Folkefiendar
08. Fangegard
09. Millom Hav Og Fjell


Beinahe im Einjahrestakt veröffentlichen die Norweger VREID ein neues Album. Zur Band muss man glaube ich nicht mehr viel sagen, mittlerweile dürfte bei fast jedem angekommen sein, dass sie aus einem Teil der Überreste der 2004 aufgelösten Band WINDIR entstanden sind. Die beiden vorangegangenen old-schooligen Alben „Kraft“ und „Pitch Black Brigade“ konnten fast durchweg gute Kritiken einfangen und auch mit dem neuen Longplayer „I Krig“ dürfte sich der Ruf des Vierers kaum verschlechtern. Man huldigt hauptsächlich wieder der alten Schule, experimentiert aber auch wesentlich mehr herum, integriert hier und da ein paar Streicher oder Tasteninstrumente, doch insgesamt bleibt man dem alten Stil stets treu. Auch die Produktion ist wieder einmal durchaus gelungen und besticht durch einen klaren, aber dennoch rauen Klang. Textlich basiert das Album auf Gedichten von Gunnar Reiss-Andersen von 1946 und setzt sich mit dem Norwegischen Widerstand im zweiten Weltkrieg auseinander.

Der Opener „Jarnbyrd“ beginnt sehr atmosphärisch mit einem immer wieder leer angeschlagenen Pianoton, zu dem sich bald Cleangitarren, Bass und ein militärisch anmutendes Schlagzeug gesellt. Doch lange hält sich diese Ruhe nicht, nach kürzester Zeit entpuppt sich der Titel als old-schooliger, dennoch melodischer Midtemposong, wie man ihn von der Truppe schon gewöhnt ist. Groovige Riffs wechseln sich mit melodischen Passagen ab, die schon hier wesentlich ausgeklügelter und reifer wirken als auf den vorigen Alben. „Under Isen“ hingegen könnte auch komplett auf „Kraft“ stehen, hält sich nämlich im typischen Stil des ersten Albums, weiß aber erneut durch Eingängigkeit zu bestechen. Der Titelsong wirkt zu Beginn sehr untypisch, beheimatet beruhigende Violinenklänge und klare Akkorde mit einem dominanten Bass, was eher an progressivere Acts wie Enslaved denken lässt. Dieser Song outet sich aber bald als sehr schneller, brutaler und blastbeatlastiger Black Metal Titel. Das Ende hingegen ist wieder im eigenwilligen Stil des Anfangs gehalten und erinnert mich persönlich sehr stark an die deutschen Eisregen. Etwas Satyricon-ähnlich geht es bei „Væpna Lengsel“ zu, der Anfang erinnert nur zu stark an die jüngeren Werke der Landsmänner. Das Schlagzeug ist fast die Hälfte des Songs lediglich ein stampfendes Instrument, denn Snare, Bass und Hihat werden stets aufeinander gespielt. Doch auch die zweite Hälfte weiß sehr zu überzeugen, besonders die großartigen Leads gegen Ende des Stückes. Und wieder hört man eindeutig die Einflüsse der Vorbilder heraus, das letzte Drittel von „Svart“ könnte gar aus der Feder von Enslaved stammen. Keinesfalls kann man aber VREID Kopie vorwerfen, denn zu keiner Zeit verlieren sie ihr Gesicht, was man vom gesamten Album behaupten kann.

VREID haben es wieder einmal vollbracht, ein rundum sehr gutes Album zu veröffentlichen. Ein wenig fehlt mir auf diesem Album die gewisse Naivität, doch das Bügeln die Norweger mit immer reiferen, härteren Kompositionen aus, die vor allem immer besser durchdacht wirken. Besonders im Bereich der Melodien hat sich einiges getan, wirkte die Gruppe zu vor ein wenig unsicher, steht man hier fest auf dem Boden. Alles in Allem ist „I Krig“ ein großartiges Album geworden, das sich kein Freund der ersten beiden Alben entgehen lassen sollte. Hier kann man blind zuschlagen – eindeutig eines der bisher besten Alben des Jahres.

Bewertung: 8.5 / 10

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