CD-Review: Vreid - Pitch Black Brigade (-)

Besetzung

Sture - Gesang, Gitarre
Ese - Gitarre
Hváll - Bass
Steingrim - Schlagzeug

Gastmusiker:
Strom - Soli auf Nr. 2 und 4
Buene - Synthesizer
Vegard Bakken - Gesang

Tracklist

01. Då Draumen Rakna
02. Left To Hate
03. Pitch Black
04. The Red Smell
05. Hengebjørki
06. Our Battle
07. Hang 'Em All
08. Eit Kapittel For Seg Sjølv


Nun, die Rezension meines Kollegen Moritz dürftet ihr bereits kennen und man wird sich denken können, dass ich seine Meinung nicht so ganz teile, warum würde ich diese Zeilen sonst verfassen? „Kraft“ war und ist freilich eine gute, brauchbare Scheibe, doch das kann man von „Pitch Black Brigade“ leider nicht vollends behaupten. Gut, stützen wir diese Aussage im Folgenden mal auf Fakten:

Wenn Moritz sagt, dass VREID voller Energie und Abwechslung agieren, so hat er recht. Alleine das erste Stück bietet eine sehr interessante Melodie, der Bass ist gut hörbar und letztlich klingt „Då Draumen Rakna“ interessant und leidenschaftlich, keine Frage. Doch hier deutet sich schon das an, was hinterher das ganze Album durchziehen wird. VREID agieren zu sprunghaft, wechseln zu sehr zwischen Stilen, reihen zuviel wirr aneinander, so dass schliesslich einige unausgegorene Stücke das Ergebnis sind. Soll heissen, wenn man mal gerade in einer Melodie drin und auf dem besten Wege ist, sich mitreissen zu lassen, dann wird eben jene oft auch abrupt eingerissen um Platz für die nächste zu machen. „Pitch Black Brigade“ beweist eindrucksvoll, dass Ideen mit treibender Dynamik musikalisch nicht immer effizient sind.
Es versteht sich nahezu von selbst, dass es so auch keine Anspieltipps gibt, bleibt ja nichts wirklich hängen. Doch am ehesten würde ich zu „Hengebjørki“ raten, da jenes mit mystisch-anmutenden Klängen einsetzt und später von einem thronenden Riff abgelöst wird. Einer der eindrucksvollsten Songs auf dem Album, da kommen mein werter Kollege und ich wohl zur selben Meinung. Das Interludium ist aber zu zügig heruntergespielt, so entfacht es nicht die volle Wirkung dessen, was möglich gewesen wäre. Hingegen ist der abschliessende Schrei, der den Schmerz in die Welt hinausträgt, umso besser. Der letzte Titel „Eit Kapittel For Seg Sjølv“ ist in der Tat einer, der die Meinungen teilen wird, das ist aber auch kein Wunder, da hier viel zu oberflächlich hantiert wurde, das „Ambient/Elektro“-Gemisch wirkt genauso unausgegoren wie der Rest nur noch ein wenig schlechter. Es trägt eher die Atmosphäre einer Spielmusik in sich, was an sich nichts negatives ist, doch das wäre dann vom Soundtrack her nicht das beste Spiel. Das ist wiederum zumindest nicht positiv.

Wenn Moritz sagt, da ist Spielraum nach oben, dann hat er ebenfalls recht und ich unterstreiche seine Vermutung, dass da noch besseres aus dem Hause VREID kommt, denn dieser Umstand wäre doch wünschenswert. Es gibt nämlich noch arg viel Spielraum bis zu den oberen Regionen hin. Allerdings, das muss ich zugeben, „Pitch Black Brigade“ braucht ein paar Durchläufe. Dieser Umstand ändert aber nichts an der Bewertung, diese bezieht sich nämlich darauf. Es sei noch erwähnt, dass ich prinzipiell die Qualität des Albums sehe, nur erscheint mir die Punktwertung unangemessen.

Bewertung: 6 / 10

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