Das Cover von "Reaper Of Souls" von WrathForge

Review WrathForge – Reaper Of Souls

  • Label: Stormspell
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Heavy Metal

Der ecuadorianische Metal-Underground erhält dank Stormspell Records dieser Tage ungeahnt viel Aufmerksamkeit: Nach BLADE’S EDGE debütiert mit WRATHFORGE eine weitere Band aus dem südamerikanischen 18-Millionen-Einwohner-Land auf der schwermetallenen Bühne. Stand jetzt ist das Quintett aus der Hauptstadt Quito noch ein weithin unbeschriebenes Blatt – doch das könnte sich bald ändern: Mit ihrem ersten Album „Reaper Of Souls“ dürfte die Truppe bei sämtlichen Fans des NWOTHM-Sounds offene Türen einrennen.

Wäre das Heimatland von WRATHFORGE nicht bekannt, man würde die Band eher in Schweden oder Kanada verorten: In Nummern wie dem Titeltrack, „Streetlights Bleed“ oder „Fight Until The End“ klingen die Burschen dank ihrer Gitarrenarbeit sowie des Gesangs wie eine Kreuzung aus SKULL FIST und ENFORCER, wobei vor allem Frontmann Jared TurboCrawler quäkt wie Zach Slaughter. Auch in Sachen Leadgitarren muss sich die Mannschaft kaum vor der nordischen Konkurrenz verstecken, denn die beiden Gitarristen Sebastian Peña und Patrick Wildstrike frickeln auf dem Debüt auf allerhöchstem Niveau.

Natürlich ist das, was WRATHFORGE bieten, nicht sonderlich originell – das dürften die zahlreichen Vergleiche deutlich machen. Doch die Songs auf „Reaper Of Souls“ überzeugen durchweg mit edelstem Old-School-Riffing, wie sich nicht zuletzt im dezent MEGADETH-inspirierten „They Leave You Behind“ offenbart. Anstelle von Originalität punkten die Ecuadorianer vor allem durch überschäumende Spielfreude, die auf ihrem Debüt in so ziemlich jeder Note zum Ausdruck kommt. Zusammen mit der technischen Finesse, mit der das Quintett zu Werke geht, ergeben sich etwa in „Infernal Summoning“ oder „Abismo“ Momente, denen sich kein Fan guter Gitarrenarbeit entziehen können dürfte.

Den Innovationspreis werden WRATHFORGE mit ihrem Erstlingswerk gewiss nicht gewinnen – dafür hebt sich ihre Musik bei Weitem zu wenig von anderen NWOTHM-Bands ab. Dennoch: Die Burschen aus Quito haben sich den Sound ihrer unüberhörbaren Vorbilder zu 110 Prozent zu eigen gemacht und das Ergebnis überzeugt auf ganzer Linie. „Reaper Of Souls“ strotzt vor messerscharfem Hochglanz-Riffing, explosiven Soli und mitreißenden Refrains, was auch noch alles mit infektiösester Spielfreude präsentiert wird. Fans der Sparte sollten sich diese Platte sofort besorgen, denn WRATHFORGE haben das Zeug dazu, sich in der Szene einen exzellenten Namen zu machen.

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Wertung: 8.5 / 10

Thomas Meyns

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