Retrowave Vol. III: Gesang? Nein, danke.

Vor gut zehn Jahren formte sich das, was zuvor ein Schattendasein in verschiedenen Nischen des Internets führte, zu einem wachsenden Phänomen, das die Popkultur der 80er Jahre wieder modern machte: RETROWAVE.

Dabei wird das Feeling des besagten Jahrzehnts mit den Synthwave-Sounds jener Zeit vermischt, produziert in aktuellster Studioqualität. Wer den analogen Drum-Computer-Style mit den LFO-bearbeiteten Klängen eines Minimoogs schon immer zu schätzen wusste, ein Faible für Film-, Musik- und Videospiel-Reminiszenzen an die 80er hat und sich am liebsten mit von grellen Neonlichtern durchdrängten Bildern überfluten lässt, der sollte auf die Trendwelle RETROWAVE aufspringen und sich von ihr einsaugen lassen.

Im ersten Teil standen noch die Alben im Vordergrund, auf denen das Ich-fahre-mit-meinem-Chevrolet-Camaro-durch-Miami-Beach-Feeling der 80er Jahre in aller Pracht vertont wurde (Timecop1983, FM-84). Außerdem präsentierten wir euch mit Gunship einer der instrumental wie gesanglich melodischsten Vertreter des RETROWAVE.

Danach stellten wir euch im zweiten Teil des Specials die Bands vor, für die der rockige bis industrialartige Gitarrensound so sehr zum RETROWAVE gehört wie das kalte Bier zum Hochsommer – natürlich ist das eine Anspielung auf u. a. Carpenter Brut und Dance With The Dead.

Unser dritter und finaler Teil des Specials handelt nun von den Projekten, die keinen Wert auf Gesang legen, nicht unbedingt mit Ohrwürmern punkten, sich aber dennoch irgendwie in die Gehörgänge fressen. Inwiefern RETROWAVE mittlerweile auch auf Metal-Konzerten Einzug findet und wie Sci-Fi-lastig sich das Genre mitunter gibt, erfahrt ihr hier:

Vol. III: Gesang? Nein, danke.

„Mit „This Means War“ legt VOLKOR X ein Debüt vor, das nicht das einhält, was die Aufmachung verspricht: Trotz aggressivem Vokabular und der Maskerade klingt das Ein-Mann-Projekt wesentlich sanfter als vermutet. Dabei ist der Titeltrack das spannendere Lied, schlichtweg weil der 13-minütige Song der erste Long-Track ist, der mir auf einer Retrowave-Veröffentlichung begegnet.“
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ZOMBIE HYPERDRIVE funktioniert nicht als Hit-Wunder, sondern auf Albumlänge. Die Tracks auf „Hyperion“ bewegen sich auf konstantem Niveau, oder wie man aufgrund des als Spacewave bezeichnetem Subgenre wohl besser sagen müsste, auf einer Umlaufbahn. Die Geschichte, von der „Hyperion“ berichtet, funktioniert durchgängig auf instrumentaler Ebene. Anstatt durch Gesang wird sie durch Variationen im Tempo erzählt.“
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„Gestalteten sich die vorherigen Outputs seiner Diskografie eher dem Retrowave entsprechend, ist „New Model“ eine klare Abkehr von der Feel-good-Attitüde, die das Genre impliziert. Stattdessen klingt PERTURBATOR harsch und markerschütternd, zäh und druckvoll – eben wie ein New Model innerhalb der Retrowave-Szene.“
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