CD-Review: Zombie Hyperdrive - Hyperion

Besetzung

Zombie Hyperdrive - Songwriting, Instrumentierung

Tracklist

01. Intro
02. Red Eyes
03. Citadel
04. Explorers
05. The Kid With The Silver Mask
06. Ghost Blade
07. Genesis
08. Interstellar
09. Monolith
10. The Destroyer
11. Omicron
12. Skylight


Retrowave ist nicht nur ein Trend, der mittlerweile in Deutschland angekommen ist, sondern auch einer, der aus Deutschland heraus (zumindest ein wenig) mitentfacht wurde: Nach dem 2013er Debüt „The Cobald Ship“ legt das Projekt ZOMBIE HYPERDRIVE drei Jahre später mit „Hyperion“ einen Nachfolger vor, dessen Hit „Red Eyes“ seitdem oben auf der Synthwave-Welle mitschwimmt.

Das Projekt aus Sachsen-Anhalt mag am ehesten noch an Volkor X erinnern, besitzt unabhängig davon aber ein so starkes Alleinstellungsmerkmal, um sich auch außerhalb jedweder Vergleiche behaupten zu können: das Albumkonzept. Denn „Hyperion“ funktioniert weder dank schneller Beats oder Electronic-Einschüben noch wegen markanter, gesampelter Leads, sondern aufgrund einer Stimmung. ZOMBIE HYPERDRIVE funktioniert nicht als Hit-Wunder, sondern nur auf Albumlänge. Die zwölf Tracks auf „Hyperion“ bewegen sich somit auch auf konstantem Niveau, oder wie man aufgrund des als Spacewave bezeichnetem Subgenre wohl besser sagen müsste, auf einer Umlaufbahn.

„Citadel“ und „Explorers“ beweisen bereits zu Anfang, dass die Trademarks von ZOMBIE HYPERDRIVE nicht nur die träumerischen Melodien sind, die sich zu einem Klangteppich verflechten, sondern auch der markante Einsatz von Gitarrensoli und Drums. Während die Verwendung der Gitarre spätestens seit Dance With The Dead und Carpenter Brut kein Novum im Genre mehr ist, fristet das Schlagzeug (hier als E-Variante) innerhalb des Retrowaves doch eher eine untergeordnete Rolle.

Die Geschichte, von der „Hyperion“ berichtet, funktioniert durchgängig auf instrumentaler Ebene. Anstatt durch Gesang wird ebenjene Geschichte in der stets homogenen, grundsätzlich hellen Klangwelt durch Variationen im Tempo („Ghost Blade“) oder Charakter der Songs („Genesis“) erzählt. Man spürt förmlich, wie man durch das Weltall fliegt („Interstellar“) und dabei auf Herausforderungen stößt („Monolith“).

Dabei gelingt es ZOMBIE HYPERDRIVE, die zwölf Episoden stets in dem gleichen, qualitativ guten Ausmaß zu präsentieren: sphärisch, fesselnd, abwechslungsreich, oftmals mit einem starken Hang zum Score-Potenzial für das nächste Sci-Fi-Epos aus Hollywood. „Hyperion“ benötigt allerdings keine bewegten Bilder, um zu funktionieren, denn ZOMBIE HYPERDRIVE liefert in der Dreiviertelstunde genügend Stoff, um sich Tagträumereien aus fremden Welten, extraterrestrischen Wesen und aufregenden Abenteuern stricken zu können.

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Bewertung: 8 / 10

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