Interview mit Roman, Emanuel und Daniel von Conspiracy

Hier stellen sich CONSPIRACY für den Metal1.info Underground Contest vor.
Stil: Metalcore
Zur CD-Review „Demo 2007“
Für Conspiracy abstimmen!

Hi! Da ihr als Underground-Band wohl dem Großteil der Leser noch unbekannt seid, wäre es fein, wenn ihr euch zu Beginn kurz vorstellen würdet.
Roman: Sind wir ne Underground-Band? Wir sind kurz vorm Majordeal… Nein, Schmarrn, da sitzt der Indianerhäuptling Emml und zieht sich seine Kippe durch, da is der Daniel, der Bassist ist und mich kennt man ja, ne. Und der Rest (Sänger Marco Biersack und Drummer Florian Knauer; Anm. d. Red.) ist grad beim Kacken oder weiß der Geier was.

Wie steht es um die Underground-Szene in euerer Umgebung und Region?
Emanuel: Schlecht, enorm schlecht.
Roman: Naja, wir wissen ja, wies bei uns ist, wir sind ja in Franken…

Aber die Leser wissens doch nicht.
Roman: Dann wissen es die Leser jetzt, wer schon mal in Franken war der weiß, dass es da lauter beschissene Coverbands gibt, die einem jedes Wochenende Minimum 200 Leute wegnehmen und das dafür, dass sie nur irgendwelche dummen Lieder nachspielen. Naja, mag sein, dass sies gut können aber trotzdem nehmen die uns die Leute weg und die gehen halt dann zu denen und nicht zu uns. Underground wird bei uns eigentlich nicht unterstützt, von keinem…
Emanuel: Wird ziemlich klein geschrieben…
Roman: Ziemlich klein geschrieben, ja… Wird auch von der Stadt oder so nicht unterstützt, keine Proberäume, nix. Und auftrittsmäßig kann man selber nichts aufziehen, du warst ja selbst in Hollfeld (Terror Fest am 17.6.06; Anm. d. Red.) und hast gesehen, was dabei rauskommt.

Pflegt ihr viele Freundschaften zu anderen Underground-Bands? Wie wichtig schätzt ihr die Kontakte zu anderen Bands ein?
Daniel: Schätz ich unwichtig ein, hab ich nicht. (Gelächter)
Roman: Freundschaften pflegen, das ist so eine Sache, mit wem man halt befreundet ist und nicht. Aber man sollte es auf jeden Fall in der Szene machen, weil man nur durch Austauschgigs wirklich an Gigs kommt. Wer sichs hier mit irgendwem verkackt hat sichs gleich mit der ganzen Szene verkackt, weil auch die Mundpropaganda viel ausmacht.

Wird der Underground in der heutigen Zeit von den Hörern und Medien noch entsprechend gewürdigt und akzeptiert?
(Alle): Nein…
Roman: Das ging glaub ich bloß zur Bay Area-Zeit, wo jeder Scheiß irgendwie Erfolg hatte, oder? Ne, geht nicht, also wenn wir Erfolg haben wollen, müssten wir uns alle ne Emo-Frisur schneiden und Bullet For My Valentine-Cover machen, dann würds vielleicht gehen…
Daniel: Weil die Leute einfach nur Unterhaltung und nichts Neues haben wollen…
Roman: Und weil auch niemand die Arbeit würdigt, die wollen halt nur das hören, was sie schon kennen, weil es is dann ja anscheinend gut wenns jeder hört, aber eigene Arbeit wird nicht gewürdigt.
Da sind wir dann wieder bei den Coverbands.
Roman: Ja genau, da sind wir bei den Coverbands. Siehst du, das ist das Problem, wir sollten Strafsteuern verlangen auf Coverbands.

Ist es schwierig für euch, Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen? Labels kaufen ihre Bands ja gerne mal in Touren oder Supportslots rein, wäre es überhaupt möglich für eine Underground-Band, vor „größeren“ Bands zu spielen?
Roman: Ja, is schon möglich, wenn man selbst was aufzieht und Geld hat, ansonsten net. Naja, man kennt ja ominöse Geschichten von einem gewissen Pagan Festival, bei dem sich auch eine Band für 1300 Euro eingekauft haben soll, obs stimmt oder nicht… Naja, so geht’s dann schon, wenn man die Kohle hat, kann man viel machen, freilich. Aber wenn man keine Zuschauer hat, hat man auch keine Kohle, außer man kriegts von Mami und Papi in den Arsch geschoben.

Habt ihr mit der ein oder anderen „größeren“ Band besondere Erfahrungen (positiv oder negativ) gemacht?
Roman: Naja, ich hab bei Eisregen zum Beispiel gemerkt, die kennt jeder aber der Gitarrist kann sich nicht mal ein Topteil leisten und hat einfach meins geklaut ohne zu fragen. Also, negative Erfahrungen mit größeren Bands… Fällt mir jetzt nichts ein…
Emanuel: Weil wir keine größeren Bands kennen. (lacht)
Roman: Doch, wir haben ja zumindest schon ein paar mal mit Fleshless und ein paar in der Szene gespielt… Naja, minimalst größere. Und ich weiß net, je größer die Band desto einfacher und je kleiner die Band desto mehr scheißen sie rum.

Eisregen?
Roman: Ne, Eisregen is da ja jetzt schon größer angesiedelt, ich mein da andere Bands aus unserer Region. Ich sag jetzt aber keine Namen…
Emanuel: Sonst verscheißen wir es uns mit allen und dann ist der Ruf wieder im Arsch.

Mit welcher „großen“ Band würdet ihr gerne auf Tour gehen?
Daniel: Da gibt’s mehrere… Ektomorf würde mir schon zusagen.
Emanuel: In Flames.
Roman: Ne, ne, da sag ich ab.
Emanuel: MAN-O-WAR!!!
Roman: Manowar auf jeden Fall, ja, dann können wir auch mal Playback spielen… Na, Killswitch Engage vielleicht, aus dem Metalcore halt, was einen guten Namen hat. As I Lay Dying vielleicht auch noch. Wobei ich da keinen Wert drauf lege, mit größeren Bands zu spielen. Das Publikum kommt ja eh nur wegen der größeren Band und wenn du spielst sind sie in der Bar und hauen sich die Birne zu. Nützt ja nix… Na, da müssten wir uns ja auch wieder einkaufen für 1300 Euro um beim R*** zu spielen. (Gelächter)

Ist der „Underground“ an sich noch ehrlich? Kann man noch vom viel gepriesenen Zusammenhalt der Szene reden oder schleicht sich auch hier schon mehr und mehr Kommerz- und Konkurrenzdenken ein?
Roman: Ja, da sind wir wieder bei den 1300 Euro um sich in ein Festival einzukaufen, ne? Also ehrlich is da nix mehr weil Leistung und Qualität nichts mehr wert sind. Spielst du für einen Kasten Bier bist du beliebter als wenn du meinetwegen 100 Euro verlangst und was auf dem Kasten hast.
Daniel: Lieber einen Kasten Bier und dafür haben sie eine Scheißmusik, bevor sie ein bisschen was hergeben und was Gescheites dafür kriegen.
Emanuel: Ja, das ist wohl so.

Das absolute Gegenteil zum Underground dürften die populären Casting Shows sein. Meist nur mäßig talentierte Musiker werden schnell berühmt und müssen sich nicht erst jahrelang einen Status erarbeiten. Wie steht ihr zu diesen Shows und den daran teilnehmenden Leuten?
Roman: Also ich find das ganz witzig, ich glaub ich bewerbe mich nächstes Jahr mal bei Popstars oder bei DSDS, nur um in die erste Runde reinzukommen.
Emanuel: Ich finds auch lustig.
Daniel: Das ist das allerletzte.
Roman: Ja, es ist das allerletzte, aber es ist unterhaltsam, zumindest die ersten zwei Folgen.
Emanuel: Ich find es grad lustig, weil sie sich den Erfolg eben nicht hart erkaufen müssen, äh, erarbeiten… Erkaufen müssen sie sichs schon, sie sind ja TV-Nutten… Aber, wenn sies nicht erarbeiten müssen, sind sie umso schneller wieder weg vom Fenster und dann fallen sie in dieses Loch und bringen sich vielleicht um oder so.

Oder fahren in einen Gurkenlaster.
Roman: Genau. (lacht)
Daniel: Man sieht es ja oft genug, die kommen hoch und ein oder zwei Jahre später sind sie wieder weg, weil sie einfach keine Musik machen sondern nur von den Medien gepusht werden…
Emanuel: …und dann fallen gelassen werden, ich find des lustig.
Daniel: Immer schön Arschkriechen!
Roman: Naja, überleg mal, wenn ich mich nächstes Jahr da bewerben würde und ich würde eine Runde weiterkommen, dann wären wir nicht mehr Conspiracy, sondern dann wären wir „Die Deathcore-Band aus Pegnitz wo der Sänger mal bei DSDS dabei war“.
Emanuel: Ach, der Tobias Regner!
Daniel: Ich kenn die Leute nicht und ich schau es nicht.
Roman: Es is unterhaltsam… Genau so wie Germanys Next Topmodel, is auch ganz lustig.

Da möchtest du auch gern hin?
Roman: Da möchte ich nicht teilnehmen, da hab ich keine Chancen. Außerdem hab ich keine Lust, mich bei Bruce auf den Schoß zu setzen.
Emanuel: Ich bin zu klein für ein Laufstegmodel, glaub ich.
Der schmächtige Daniel: Ich glaub ich bin zu dick. (Gelächter)

Würde es eine Metal-Casting-Show geben (für komplette Bands, nicht Einzelmusiker) – würdet ihr euch eine Teilnahme überlegen?
Daniel: Nö, ganz einfach, weil wir so was nicht unterstützen.

Und so ein Underground-Contest?
Daniel: Des is ja wieder was anderes. Aber dagegen das im Fernsehen, mit Größen wie Dieter Bohlen und so. Des is alles abgekatert… Wie sagt man? Abgekartetes Spiel oder so?
Roman: Genau so, und der Underground-Contest wird ja auch nicht von Medien gepusht, oder so…

Doch, RockHard online hat eine Newsmeldung gebracht ;)
Roman: Ja, das schon, das ist klasse, da erreich ich ein paar Leute. Wenn ich jetzt bei euch mitmache, wird man nicht mein Gesicht den ganzen Tag auf RTL sehen und „Kauf dir das Album von Conspiracy!!!“ hören, weißt du?
Daniel: Aber wenn, dann haben wir auch nix dagegen, ne?
Emanuel: Also RTL ist schon nicht schlecht.
Roman: Oder Pro7. Aber nicht Sat1, also da hört auf. Oder MTV… Ne, da enden wir dann noch so, dass wir bei „Date My Mum“ mitmachen müssen.

Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit Labels gemacht und versucht ihr aktuell, ein Label zu finden oder macht ihr lieber erstmal auf eigene Faust weiter?
Roman: Wir haben mit Labels noch gar keine Erfahrung und haben bisher immer alles im Do-It-Yourself-Verfahren gemacht. Und ich sags mal so, ein Label zu finden, das einen auch gut unterstützt ist eine harte Sache. Und falls mal eins angesprungen kommt, gern, aber es läuft so zurzeit für uns ganz erträglich, also wüsste ich auch nicht, warum ich irgendwo hinterher rennen sollte, um mir eines zu suchen.
Daniel: Es müsste halt ein Label sein, das auch davon überzeugt ist und nicht eins, dem man erst in den Arsch kriechen muss, damit sie einen ein bisschen unterstützen.
Roman: Das ist auch der Punkt, warum wir nicht suchen wollen, weil dann hätten wir ja automatisch wieder Arschgekrieche. Wenn die auf uns zukommen, dann wissen wir, was wir davon haben.

Wie verdient ihr euch das Geld zum Musikmachen, was macht ihr neben der Musik im „normalen Leben“?
Roman: Ich wisch Leuten den Arsch aus und schieb ihnen Essen ins Mund… Also ich verdien mir das Geld nicht anders.
Emanuel: Ich bin zwar im selben Betrieb, aber ich muss nicht diese unangenehmen Tätigkeiten machen.
Roman: Du machst ja auch gar nix außer Kaffee trinken und was schaust du immer im Fernsehen an?
Emanuel: „Sturm der Liebe“ und „Mensch ärger dich nicht“-Spielen, das ist dann wohl doch ein wenig besser, glaub ich.
Daniel: Ich bin Hartz IV-Empfänger. Da hat man den größten Stundenlohn, für nix.
Roman: Deswegen fährst du auch immer mit dem 5er zur Probe vor, ne?
Daniel: Nein, das stimmt nicht! Ich hab kein Geld.
Roman: Wir sind arme Schlucker, deswegen spielen wir auch so rotzig.
Daniel: Wir machens halt aus Überzeugung, wenn wir das wegen dem Geld machen würden, dann müssten wir aufhören.
Roman: Nah, dann wäre es ein praktischer Nebeneffekt.
Emanuel: Na gut, längerfristig gesehen will ich des ohne Geld eigentlich nicht mehr so weiter machen. (Lachen)

Das Internet ist für jede junge Band ein unverzichtbares Medium geworden. Welchen Stellenwert haben für euch Plattformen wie MySpace?
Roman: Also ich find das affig, dass ich mir Freunde durchs Klicken erobern kann. Das hat unser Ex-Gitarrist angefangen und er hat mir dann irgendwann die Zugangsdaten geschickt und seitdem schau ich halt einmal in der Woche rein, genehmige die 50 Freunde die uns dazu haben wollen, wobei es mir eh egal ist, wer auf der Seite ist. Das einzige, was ich daran toll finde ist, dass man drei MP3s umsonst reinstellen kann. Das ist klasse, aber sonst ist das riesengroßer Käse. Und man erreicht halt Leute durch die scheiß Bulletins…

Onlinemagazine haben in der heutigen Zeit einen eigenen Status erlangt, wo seht ihr die Vor- und Nachteile gegenüber den herkömmlichen Printmagazinen?
Roman: Ich find Onlinemagazine besser, weil sie immer aktueller sind. Du musst nicht warten, bis die nächste Ausgabe kommt, du klickst rein und wenn es was Neues gibt, steht es gleich drin.
Emanuel: Man muss sie sich nicht kaufen.
Roman: Genau! Was vielleicht nicht so schön ist, dass keine Poster und CDs dabei sind, aber sonst find ich Onlinemagazine besser. Wenns mal um die großen Magazine geht, wie Legacy und Metal Hammer… Rockhard lass ich jetzt mal außen vor, weil die unterstützen den Underground-Contest… Da steht oft zu viel Käse drin und ich hab keine Lust, dass ich dafür dann sieben Euro zahl.
Emanuel: Was aber nicht heißen soll, dass wir net auf dem Titelbild sein wollen.
Roman: Genau, darum geht’s ja. Wegen dem, was derzeit auf dem Titelbild drauf ist, würd ichs mir nicht kaufen. Wenn mein Gesicht drauf ist, dann würd ichs mir vielleicht kaufen, aber wegen Manowar… Ich weiß net.

Erzählt doch noch ein wenig über das Album, wann kommt das denn?
Roman: An Pfingsten wollen wir die Schlagzeugspuren aufnehmen und dann lassen wir uns mal gemütlich Zeit.

Nun folgte eine Unterhaltung über diverse Ex-Gitarristen und Ex-Bassisten, die Hotels in Bangladesch mit leicht bekleideten asiatischen Mädchen führen oder als Chewbacca in Star-Wars-Filmen auftreten, den genauen Wortlaut geben wir hier besser nicht wieder. Anschließend folgte der weniger ernste Teil des Gespräches, inspiriert durch unseren Mitarbeiter Jan Müller…

Wollen wir noch ein Wortspiel machen?
Ja, das Image is noch net ganz im Arsch.
Roman: Noch net ganz? Wir habens mal wieder geschafft, dass wir ganz unten angelangt sind, ne?

Warum ist Claus Theo Gärtner der größte Schauspieler aller Zeiten?
Roman: Wer?
Emanuel: Is das net der Matula?

Wer?
Roman: Er kennt ihn, dann sag du was!
Emanuel: Ähm, das ist der größte Schauspieler aller Zeiten, weil er, glaub ich, in Ein Fall für zwei den Matula spielt.

Ja, stimmt, das haben wir bei Wikipedia gelesen.
Roman: Jetzt klatschen wir aber mal fürn Emml, oder?
(Ein Klatschkonzert und diverse Lobarien werden für Emml gesungen)
Emanuel: Des is Allgemeinbildung, muss man wissen.

Warum ist Golf eine der härtesten Sportarten?
Emanuel: Es ist halt wie im richtigen Leben, ist nicht so einfach einzulochen.

Mehr braucht man dazu eigentlich gar nicht sagen… Graue Socken oder weiße Socken?
Roman: Gekringelte in pink-lila.

Deine Meinung zu Geldautomaten?
Roman: Die sind ganz klasse, weil seitdem mein Online-Banking gesperrt ist, muss ich die öfter nutzen.

Warum ist das gesperrt?
Daniel: Ich hab keinen Pin für meine Karte, von daher nützt mir das nichts.
Roman: Mein Online-Banking ist gesperrt, weil meine Daten auf einem Fishingserver waren.

Wie findest du Java (funktioniert mit allen Betriebssystemen, daher genau so gut wie Analverkehrt, funktioniert mit jedem Geschlecht)?
Emanuel: Was ist Java?
Roman: Nur der gefickte ist schwul, ne?
Emanuel: Das kann man ja jetzt auch knastmäßig verstehen.
Daniel: Reinstecken ist nicht schwul, aber hinhalten.

Ok, wollt ihr noch einen Schlusssatz sagen?
Emanuel: Wir danken Gott, unseren Fans…
Roman: Ich danke meiner Mutter, meinem Vater und meinen Eltern.
Emanuel: In erster Linie danken wir uns selbst, weil wir müssens ja machen.
Roman: Wer anderen eine Bratwurst brät, hat ein Bratwurstbratgerät.

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