CD-Review: Conspiracy - Demo 2007

  • Veröffentlichung: 2007
  • Label: Eigenproduktion
Besetzung

Marco Biersack – Gesang
Roman Kazmerovsky - Gitarre, Gesang
Emanuel Seis - Gitarre
Daniel Ruhland - Bass
Florian Knauer - Schlagzeug

Tracklist

01. 100 Reasons To Cry
02. Resistent
03. Mirror Of Aggressions
04. Forgotten Memories


Beinahe gäbe es keine Teilnahme von CONSPIRACY am Undergroundcontest, da die Band erst vor einigen Monaten nach persönlichen internen Auseinandersetzungen vor dem Aus stand und sich letztendlich nach dem Rauswurf von Gitarrist Bernhard zum Glück wieder neu gefunden hat. Um diesen Verlust zu kompensieren rückte Roman vom reinen Gesang an die Gitarre und unterstützt nun den Marco Biersack, der für die Die-Hard-Groupies natürlich ein alter Bekannter ist und schon einmal sein Stimmorgan für die oberfränkische Deathcore-Truppe unter Beweis stellte. Leider hat es bisher nach der „Mirror of Aggressions EP“ noch zu keinem richtigen Album gereicht, doch die hier vorliegende Demo-CD-R macht deutlich, was man bei Auftritten der Band schon länger gespürt hat.

Den Auftakt macht „100 Reasons To Cry“ und wer hier Emogesäusel erwartet, der wird sofort grob enttäuscht und alle anderen sind umso mehr erfreut. Die ersten knapp zwei Minuten geht man sehr schleppend, aber intensiv ans Werk, ehe man so richtig loslegt und zeigt, was diese Band mittlerweile ausmacht. Man mischt das beste aus Death Metal, Metalcore und ein wenig Thrash in einen Topf und herauskommt eine mitreißende Mischung. Herausragend ist nicht nur das mittlerweile hervorragende und aus der Band nichtmehr wegzudenkende Schlagzeugspiel von Florian Knauer, der hinter der Schießbude dem Material zu jedem Zeitpunkt die nötige Durchschlagskraft gibt ohne blind Blastbeats vor sich hin zu spielen, sondern variabel ans Werk geht, sondern auch der Wechselgesang zwischen tiefen Growls und Hardcore-Shouts. Das ist einfach perfekt, ebenso wie die Songauswahl des Demos, da nun mit „Resistent“ ein Song folgt der sich zu einen meiner Lieblinge unter den recht neuen Songs der Band entwickelt hat. Auffallend ist hier der deutschsprachige Gesang – keine Frage – so dass man leicht an die Szenekollegen Narziss erinnert wird. Abgekupfert wird aber mitnichten. Die eingängigen Hooklines klingen selbstständig und bleiben gut hängen, was darüber hinaus noch mit variablen Songwriting kombiniert wird. Vor ruhigeren Passagen schreckt man ebenso wenig zurück, wie vor cleanen Gesang, auch wenn dieser an manchen Stellen noch ausbaufähig ist. Schlecht klingt es jedenfalls nicht und „Mirrors of Aggressions“, welches noch von der gleichnamigen EP stammt ist hier fast ein richtiger Gegenpol zum restlichen Material. Hier geht es um einiges primitiver zu Werke als bei den neueren Stücken – man hat ja auch mal mit Grindcore angefangen. Das ist es natürlich trotzdem nicht und auch die älteren Stücke könnte man aus den Live-Auftritten nicht wegdenken. Das Stück macht auch nach über 1,5 Jahren noch Spaß wie Sau. Den Abschluss bildet das ruhige „Forgotten Memories“. Ruhig und CONSPIRACY? Höchstens für die ersten 90 Sekunden, bevor die Kinnlade herunterklappt. Der extrem harte Übergang zum Geknüppel zieht einfach bei jedem Durchlauf und was danach folgt, bewegt sich wieder im obersten Niveau. Der Titel ist ideal zum Abschluss der zwanzig Minuten, da er einfach hängen bleibt. „Catchy“ ohne zu aufdringlich zu wirken und im erfreulich hohem Tempo. Dank einer guten Eigenproduktion mangelt es den Song auch nicht an der nötigen Durchschlagskraft.

CONSPIRACY wirken auf dem Demo so erwachsen wie noch nie, spielen im oberen Niveau mit, wenn es um „corelastigen“ Death Metal alá Heaven Shall Burn geht, klingen aber trotzdem selbstständig und schrecken auch nicht vor klaren Gesangspassagen, sowie ruhigeren Abschnitten zurück. Das ist diese besondere Mischung, die das Material abwechslungsreich macht. Langeweile kommt keine auf und es ist nur allzu Schade, dass das Demo nicht käuflich zu erwerben ist. Zum Trost finden sich aber drei der vier Stücke auf der MySpace-Seite der Band und können dort, ebenso wie das ebenfalls noch von der EP stammende „Flesh Ripping Desires“, angehört werden. Ein hoffentlich bald erscheinendes Debüt-Album sollte mit diesem Material mit Sicherheit nicht weniger überzeugend sein.

Bewertung: 9 / 10

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