Interview mit Ville Friman von Insomnium

Mit „Across The Dark“ bringen INSOMNIUM ihr mittlerweile viertes Album auf den Markt, das sie im Herbst auch ein weiteres Mal auf die Bühnen in unseren Gefilden treiben wird. Grund genug, den stets auskunftsfreudigen Gitarristen und Songwriter der Finnen, Ville Friman, ein weiteres Mal zum Gespräch zu bitten:

English Original…

Sers
Danke ersteinmal, dass du dir die Zeit für ein Interview mit Metal1.info genommen hast. Wie geht es dir?

Ville Friman: Ich kann nicht klagen. Ich bin derzeit in Turin, Italien und besuche einen Kongress über Entwicklungs-Ökologie.

Euer neues Album, „Across The Darkness“, kommt dieser Tage heraus… wie fühlst du dich? Komplett Zufrieden?
Ville Friman: Yeah, wir sind sehr zufrieden mit dem Album und damit, wie alles gelaufen ist. Es war wieder ein harter Kampf und es hat viel harte Arbeit gebraucht, das Album zusammenzubekommen und es aufzunehmen. Aber ich denke, es gibt auch immer Raum für ein paar Verbesserungen und Weiterentwicklungen – das ist es ja auch, was dich weitertreibt zu zukünftigen INSOMNIUM-Alben.

Habt ihr schon Feedback auf das Album bekommen? Wenn ja: Seid ihr damit zufrieden?
Ville Friman: Yeah, wir haben schon ein paar positive Reviews bekommen. Beispielsweise haben wir 4/5 in der neuesten Ausgabe von „Guitarist“ und 10/10 sowie 4,5/5 in zwei finnischen Musikmagazinen bekommen. Es sieht also alles sehr gut aus! Wie auch immer… Ich freue mich mehr darüber, zu sehen, dass die Fans das album sehr zu mögen scheinen und ungeduldig auf den Release warten.

Wie würdest du dem Leser beschreiben, warum er „Across The Darknness“ kaufen soll? Was habt ihr deiner Meinung nach diesmal besser gemacht als beim Vorgänger?
Ville Friman: Ich würde sagen: Wenn du ein wirklich gutes Metal-Album hören willst, das Herz, Schweiß und Tränen in sich birgt, dann hol dir das neue INSOMNIUM-Album vom CD-Händler deines Vertrauens. Es hat alles, was du von einem Metal-Album erwartest: Agression, Melodie und viel Leidenschaft.

Gibt es etwas an „Across The Darkness“ mit dem du besonders und etwas, mit dem du nicht zufrieden bist?
Ville Friman: Ich denke, wir sind stolz auf das Album und bereuen nichts.

Ich finde „Across The Darkness“ komplexer als eure bisherigen CDs…ihr habt viele Ideen verarbeitet, es gibt viel zu entdecken. Als Resultat dessen ist das Album aber nicht ganz so catchy wie eure früheren CDs. War das eure Intention, beziehungsweise seht ihr das auch so?
Ville Friman: Nun, ich denke, ich kann dir soweit zustimmen, als dass man auf dieser CD weit mehr finden kann. Beispielsweise findet sich mehr Keyboard-Sound in den Songs. Ich würde aber dennoch behaupten, dass das Album catchy ist und nicht allzu komplex… aber meine Meinung ist natürlich voreingenommen und ich stehe dem Album noch zu nahe um etwas wirklich objektives darüber sagen zu können. Als wir das Material geschrieben haben, haben wir nicht darüber nachgedacht, gezielt komplexe oder einfache Songs zu schreiben. Wir konzentrieren uns einfach darauf, so gute Songs wie möglich zu schreiben.

Könntst du uns vielleicht anhand eurer vier CDs die Entwicklung der Band beschreiben? „Above The Weeping World“ scheint mir ein bisschen wie eine Brücke zwischen „Across The Darkness“ und dem ursprünglichen INSOMNIUM-Stil der ersten beiden Platten…
Ville Friman: ja, ich denke dieses Album ist ATWW ähnlicher als unsere vorherigen Veröffentlichungen. Ich denke, dieses album hat eine menge ähnliche Elemente wie ATTW, aber ATD ist einen Tick epischer und atmosphärischer und vielleicht ein bisschen weniger “thrashy”. Einige Leute haben auch gesagt, dass es unseren ersten zwei Alben ähnelt. Wie auch immer, es ist mir fast unmöglich, zu sagen, wie es nun wirklich klingt. Fü mich ist das Wichtigste, dass wir gute Songs haben und eine gutes Gesamtwerk.

Neu sind auch die Clean-Vocals, die Jules Näveri beigesteuert hat. Wieso habt ihr euch für ihn entschieden?
Ville Friman: Ich kannte Jules weil wir auf den gleichen Festivals gespielt haben hier in Finnland. Ich habe seinen Cleangesang immer bewundert, der in seiner Band, Profane Omen, nur einen sehr kleinen Teil seines Gesangs ausmacht. Bevor wir ins Studio gegangen sind, kamen sie in meine Heimatstadt, um dort einen Gig zu spielen…ich ging dort hin um sie zu sehen und fragte Jules , ob er auf unserem Album singen will und er hat sofort zugesagt. Es ist eine gute Wahl weil seine Cleanwokals in seiner Hauptband nur eine untergeordnete Rolle spielen und sein Gesangsstil nicht zu stark an eine andere Band erinnert.

Könntst du uns ein bisschen etwas über das textliche Konzept von „Across The Darkness“ erzählen? Warum habt ihr diesen Titel gewählt?
Der Titel reflektiert das lyrische Gesamtkonzept des Albums: Durch die düsteren Zeiten im Leben zu gehen. Ich habe mich diesmal den Texten etwas anders genähert und es gibt Bezüge auf große Themen wie Krieg, Zerstörung der Natur, Selbstmord und das Finden eines Weges oder Ziels für das eigene Leben. Ich wollte diesmal das lyrische Spektrum etwas aufweiten, vielleicht hat das auch damit zu tun, dass du, wenn du älter wirst, anfängst, die Dinge aus einem weiteren Blickwinkel zu sehen anstatt nur schwarz und weiß.

Vielleicht erzählst du uns an dieser Stelle etwas zum Artwork? Warum habt ihr dieses Bild ausgewählt, und was soll es ausdrücken?
Das Coverartwork hat diesmal ein guter Freund von uns, Wille Naukkarinen, gemacht, der auch in der Band Ghost Brigade spielt. Sie haben soeben ihr zweites Album veröffentlicht und wenn du noch nicht von ihnen gehört hast, solltest du sie besser mal auschecken! Das Cover ist also einfach seine Vision und wir fanden es sofort gut. Ich denke, jeder kann das Bild anders interpretieren, weil es schlicht keine einzelne richtige Antwirt für diese Art Frage gibt. Für mich spiegelt es wieder, dass man sich all den Herausforderungen stellen muss, die das Leben stellt.

Für eure letzte CD habt ihr auch ein Video abgedreht („Mortal Share“) – plant ihr ähnliches auch für einen Song von „Across The Dark“?
Ja, wir haben für den Song “Down With The Sun” ein Video gedreht, welches dieser Tage veröffentlicht wird. Es ist wirklich gut geworden und du kannst dir die Produktionsschrittehier anschauen.

Im letzten INSOMNIUM-Interview mit Metal1.info hast du uns erzählt, dass ihr für „Above The Weeping World“ einige ältere Songs verwendet habt, und dass ihr bereits neues Material schreibt. Das war im Jahre 2006 – warum dauerte es dann doch so lange, bis das neue Album fertiggestellt war?
Nun, wir waren eine Menge auf Tour und dann haben wir ausserhalb der Band natürlich noch unseren Alltag mit Beruf und Familie. Deshalb gibt es ab und an einfach einen Zeitmangel für die Band. Ich glaube, viele Fans wissen vielleicht nicht, was es bedeutet, eine Band auf diesem Level zu betreiben während du versuchst, eine berufliche Karriere zu verfolgen. Ich habe beispielsweise mein PhD eine Woche, bevor wir das Studio im Frühling geentert haben, abgeschlossen. Insbesondere die letzten drei Jahre waren wirklich stressig und ich hatte nur ein paar Wochen für Ferien, weil alle Freizeit in Touren und Studioarbeit investiert wurde…

Wann entstand denn das erste Material für „Across The Darkness“? Habt ihr die Songs, von denen du damals gesprochen hast, verwendet?
Ja, haben wir. Beispielsweise einige Teile des letzten Songs, “Weighed Down With Sorrow”, entstanden schon in diesen Sessions. Ich glaube, ich hatte zwei Songs schon Anfang 2008 fast fertig, den Rest der Songs haben wir im Laufe des Jahres vollendet.

Wenn ihr Songs schreibt… wie geht ihr vor? Entstehen die Songs in Einzelarbeit zuhause, oder schreibt ihr die Songs alle zusammen im Proberaum? Oder vielleicht gar erst im Studio?
Mittlerweile komponiere und arrangiere ich den Großteil des Materials. Auf dem neuen Album hat Niilo eigentlich zwei Songs geschrieben, der Rest stammt von mir. Gewöhnlich mache ich Demos meiner Songs zuhause am Computer und schicke sie den anderen Jungs. Dann setzen wir uns im Proberaum zusammen und bringen alles in seine finale Form. Das ist auch der Punkt an dem jeder seine eigenen Vorlieben und Ideen in die Songs bringen kann.

Ihr habt eine Tour mit Swallow The Sun für Dezember angekündigt, eure dritte durch Deutschland. Was erwartest du dir von dieser Tour?
Ich denke, das wird ein wirklich gutes Package sein, das für Metalheads überall in Europa sein Geld wert sein wird. Wir werden Kick-Ass-Shows spielen und natürlich viel trinken. True Finnish Metal Drunken Madness hah haa!

Welche Songs von „Across The Darkness“ dürfen wir im Liveset erwarten?
Ich denke, wir werden alle irgendwann einmal spielen, weil sie alle sehr gut live funktionieren!

Ok, das war die letzte Frage. Danke, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast, ich wünsche euch das Beste mit dem Album, wir sehen uns auf Tour!
Gibt es noch etwas, das du den Fans mitteilen möchtest?

Vielen Dank für das Interview. Ich werde diese Gelegenheit schamlos für Eigenwerbung ausnutzen ;) Wenn du an unserer Band interessiert bist, lass dich nicht lumpen und bestell das Album über unseren offiziellen Webstore (http://www.fanzone.fi/Insomnium/). Wenn ihr das tut, werdet ihr auch an einer Verlosung teilnehmen, bei der ihr die Chance habt, meine Akustikgitarre zu gewinnen, die ich benutzt habe, um das INSOMNIUM-Material der letzten drei Alben, einschließlich „Across The Dark“, zu komponieren und aufzunehmen. Ihr könnt auch ein exklusives CD+Shirt-Package preordern. Checkt auch die Tourdates aus und kommt um ums live zu erleben – ich garantiere euch, ihr werdet nicht enttäuscht werden!

Lass uns das Interview mit dem traditionellen Metal1.info-Quiz beenden: Ich gebe dir fünf Begriffe vor, und du schreibst das erste auf, was dir dazu in den Sinn kommt:

Angela Merkel: Politikerin
Piraten: Karibik
Amorphis: Urväter des Finnischen Melodic Metal und wirklich großartige Jungs!
Germany: Hervorragender Ort für Konzerte und ein großartiges Land mit großartigen Fans!
Metal1.info: Kick-Ass Online Magazine!

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: