Interview mit Einar Solberg von Leprous

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Gleich mehrere Metal1-Redakteure sind Fans von Leprous und wir haben die Band seit Jahren begleitet. So nutzten wir auch bei der aktuellen, sehr erfolgreichen Tour die Gelegenheit, uns vor der Show am 30.10.2017 in Köln Sänger, Songwriter und Keyboarder Einar Solberg zu schnappen, um ihn zur laufenden Tour und der Neuauflage des ersten Albums „Tall Poppy Syndrome“ zu befragen.

 


Für euer 2009er Album „Tall Poppy Syndrome“ gibt es seit Tourbeginn eine Neuauflage. Wie kam es dazu? Ich dachte, ihr wärt rückblickend nicht mehr so begeistert von den Songs dieses Albums?
Ich habe es ja nicht neu rausgebracht, um es selbst anzuhören (lacht). Aber es gibt Leute, die es mögen. Und wer bin ich denn, dass ich ihnen vorschreibe, was sie anhören sollten?

Aber dann müsstet ihr auch die ersten beiden Promo-Alben neu rausbringen, denn das wünschen sich die Fans ja auch schon lange.
Aber bei diesen zwei Alben war es nie angedacht, sie offiziell zu veröffentlichen. Wir haben sie privat zuhause produziert. „Tall Poppy Syndrome“ jedoch war unser offizielles Debüt-Album bei einer Plattenfirma. Es stimmt allerdings, dass ich die Musik nicht mehr wirklich mag, obwohl das Album ein wichtiger Schritt in unserer Karriere war. Wir haben die Songs hierfür 2007 komponiert, also vor zehn Jahren. Da war ich gerade mal 20+ und seitdem ist viel passiert, sowohl was meinen Charakter betrifft als auch, wohin wir uns als Band entwickelt haben. Somit fühlen wir uns dem Album nicht mehr so sehr verbunden. Damals hatten wir unseren Weg noch nicht richtig gefunden. Ich habe kein Problem damit, dass es das Album gibt, aber ich möchte live nichts mehr von dem Album spielen, weil es sich nicht richtig anfühlt.

Wurde etwas remastered? Oder ist es 100%-ig wie das Original?
Es ist genau wie das Original, nur in der Verpackung eines Digi-Paks. Wir wollten es neu rausbringen, weil es vergriffen war und eine Menge Leute danach gefragt haben. Aber unser Plattenvertrag war ausgelaufen. Es hat also eine Weile gedauert, bis wir die Sache in Angriff nehmen konnten.

Hast du gesehen, dass das Album damals bei Amazon für 200 bzw. einmal sogar für 600 EUR angeboten wurde?
Ja, und das ist zehnmal so viel, wie ich dafür bezahlen würde (lacht). Aber das passiert immer mit raren Veröffentlichungen. Das liegt einfach außerhalb unserer Kontrolle. Wer etwas gekauft hat, darf es zu jedem Preis weiterverkaufen. Das ist natürlich lächerlich, aber man kann nichts dagegen tun. Das Verrückte daran ist, dass es manche Leute zu diesem Preis kaufen.

Ist auch am Booklet usw. nichts neu? Ein paar rückblickende Worte oder dergleichen?
Nein, nicht in dieser Version. Es gibt keine Änderungen oder Bonus-Tracks. Wir hatten überlegt, was wir hinzufügen können, dann aber entschieden, es so zu lassen, wie es war. Und wir haben es deshalb nicht remastered, weil ich es sowohl in der originalen als auch in einer überarbeiteten Version nicht sonderlich mögen würde. Also haben wir es so gelassen, wie die Fans es offensichtlich mögen. Und manche sind echt verrückt nach dem Album.

Wie viele Kopien habt ihr produziert?
500. Es ist also sehr limitiert. Die Band hat es auf eigene Kosten produziert. Wir verkaufen es während der laufenden Tour und über den internationalen Vertrieb Omerch. Ob es in der Zukunft weitere Neuauflagen geben wird, werden wir später entscheiden.

Während dieser Tour treibt ihr eure Fans fast in den Wahnsinn, weil bei jedem Gig die Setliste geändert wird. Jetzt hofft jeder Fan, dass sein Lieblingssong bei seinem Konzertbesuch auf der Setliste sein wird. Wer kam denn auf die Idee?
Das war meine Idee. In der Vergangenheit war es genau anders, und mit immer der gleichen Setliste waren wir natürlich auf der sicheren Seite und uns konnte im Prinzip nichts passieren. Aber dadurch hat die Show auch an Magie verloren. Nun ist es so, dass wir uns einer Herausforderung stellen und sehr nervös die Bühne betreten, aber dadurch können wir eine ganz besondere Magie zwischen uns und unseren Fans erschaffen. Durch diese Aufregung und die Spannung der Zuschauer, was wir wohl spielen werden, kann natürlich beides passieren: Es könnte eine Enttäuschung werden, aber es kann auch großartig für uns und die Fans werden. Auf diese Weise werden sowohl die Höhepunkte als auch die Tiefpunkte intensiver.

Wann wurde den die jeweilige Setliste beschlossen?
Das ist schon Monate im Voraus passiert.

Also stehen alle Setlisten bis zum Ende der Tour schon fest?
Ja. Manchmal streichen wir den einen oder anderen Song während der Tour raus, weil wir denken, dass er nicht so cool rüberkam bei den letzten Gigs. Das steht uns also frei, aber wir greifen nur selten darauf zurück. Im Normalfall spielen wir die festgelegte Auswahl.

Wiederholen sich die Setlisten nach einer gewissen Anzahl?
Nein, jede ist einmalig. Aber einige Songs sind immer dabei, wie „Bonneville“ oder „Stuck“ als Eröffnungssongs. Denn etwas Beständiges braucht man schon, damit es nicht im Chaos endet. Ich erinnere mich, dass wir vor unserem Auftritt in Helsinki dachten, dass die Setliste verdammt riskant ist, denn einige Songs hatten wir noch nie oder sehr selten live gespielt. Aber es lief hervorragend und es war ein spezieller Auftritt mit einer sehr überraschenden Songauswahl.

Aber geprobt habt ihr doch…
Natürlich. Aber proben und live auftreten sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Auch das Gefühl dabei ist anders. Bei Songs wie „The Flood“ oder „The Price“ können wir es leicht durchziehen, weil wir sie schon viele Male live gespielt haben. Aber bei den Songs vom neuen Album „Malina“ oder ganz alten Songs ist wieder alles anders.

Ist dir bewusst, dass einige Fans enttäuscht sein könnten und einen Nachteil für sich sehen, wenn ihre Lieblingssongs nicht bei ihrem persönlichen Konzert dabei sind?
Ja, aber das wäre auch so, wenn sich die Setliste nie ändern würde. Dann würden sie es nur nicht wissen, dass sie einen Nachteil hatten. Aber nun können sie zumindest positiv überrascht werden. Eigentlich kam mir die Idee bei einem Konzert von Radiohead. Als ich erkannte, dass sie verschiedene Setlisten spielen, war ich sofort Feuer und Flamme dafür. Es war so aufregend und ich dachte mir, dass das bei LEPROUS tatsächlich fehlt. Wir waren immer so vorhersehbar. Also habe ich eine ganze Zeit lang in der Band Überzeugungsarbeit geleistet. Einige Musiker waren sofort dabei, andere wieder scheuten sich vor der vielen Arbeit. Denn es geht ja nicht nur um die Songs, sondern auch um das ganze Drumherum. So muss die Lichtshow für jeden Song anders programmiert werden, wir haben schließlich 30 oder 32 Tracks auf Rotation während der Tour, somit mussten wir dreieinhalb Stunden Musik programmieren. Wir mussten visuelle Effekte programmieren. Außerdem muss ich jeden Tag anderthalb Stunden damit verbringen, mein Keyboard zu programmieren, usw. Aber es zahlt sich aus.

Ihr habt Gastmusiker Raphael Weinroth-Browne am Cello im Gepäck. Wie kam es dazu? Spielt er nur bei bestimmten Songs?
Er kommt tatsächlich bei relativ vielen Songs zum Einsatz. Er ist einer der großartigsten Musiker, mit denen ich je live auftreten durfte. Wir haben ihn durch Zufall kennengelernt. Er war unser lokaler Support-Act während einer Show in Kanada und ich fand ihn sofort faszinierend. Und da ich für unser neues Album „Malina“ eh viele Streicherparts geschrieben hatte, schnappte ich ihn mir sofort nach der Show und fragte ihn, ob er auf unserem neuen Album spielen möchte. Er sagte zu, und so fragte ich ihn später auch noch, ob er bei der Tour dabei sein möchte. Auch da sagte er ja. Er ist einer der besten Musiker und freundlichsten Menschen, mit denen ich je auf Tour war. Wir hatten wirklich Glück, dass wir ihn getroffen haben.

„The Last Milestone“ ist ab und an auf einer eurer Setlisten zu finden. Nun habe ich gelesen, dass du über den Song nicht sprechen magst, weil der Hintergrund zu traurig ist. Aber wie kommt es dann, dass du jeden vierten oder fünften Abend den Song live spielst und dabei ja auch durch die Traurigkeit hindurch musst?
Es ist einfacher, sich mit den Emotionen auseinanderzusetzen, wenn es durch Musik geschieht. Durch Worte ist das viel schwerer. Es ist wirklich das Lied, was für mich am schwierigsten ist. Daher spiele ich es auch nicht oft live. Es ist unwahrscheinlich emotional. Leider passt es auch nicht immer in den Kontext, weil manche Leute bei unseren Auftritten sind, um Spaß zu haben und zu trinken. Dann bewegen wir uns auf völlig verschiedenen Ebenen. Daher bin ich vorsichtig damit, wann und wo ich es spiele. Ich fühle mich danach auch immer eigenartig, und dieses Gefühl möchte ich nicht so oft haben.

Wie läuft die Tour denn ansonsten?
Es läuft hervorragend, denn wir sind fast immer ausverkauft und es kommen viel mehr Leute als bei den letzten Touren. Aber früher lief es in Deutschland auch nicht so gut. Das hat sich seit „Malina“ geändert, wir nehmen einen großen Unterschied wahr. Auf einmal ist Deutschland das Land, in dem wir am meisten verkaufen. Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt sind wir an dem Punkt. Und bei der nächsten Tour wird man uns hoffentlich in größeren Locations spielen lassen. Auch heute in Köln war es schon seit langem ausverkauft und man hätte eigentlich in eine größere Halle umbuchen können.

Die Tour ist ja auch unglaublich lang. Hast du keine Angst vor Erschöpfung?
Bisher läuft es gut, aber wir sind ja auch erst im ersten Drittel der Tour. Wir machen uns Sorgen, weil wir keinen einzigen freien Tag haben. Eigentlich hatten wir uns gewünscht, jede Woche einen freien Tag zu haben. Aber dann sagte man uns, dass schon alles gebucht ist, und wir wollten dann auch keine Shows absagen. Also versuchen wir es jetzt nach dem Motto „Mal sehen, wie weit wir damit kommen“.

Also macht es Spaß?
Natürlich. Aber ich habe auch erkannt, dass wir für die ganz kleinen Bühnen nicht gemacht sind. Gestern zum Beispiel waren wir im „Logo“ in Hamburg und die Bühne dort war für unsere Show überhaupt nicht geeignet. Die Bühne war eng und es gibt Pfeiler mitten auf der Bühne. Wir konnten daher nicht in gewohntem Maße mit dem Publikum interagieren. Wir brauchen nicht unbedingt riesig große Bühnen, aber etwas mehr als beim „Logo“ in Hamburg darf es schon sein.

Ihr bietet ja nun VIP-Tickets an (diese beinhalten ein Meet & Greet, dass man den Soundcheck anschauen darf und evtl. noch eine Überraschung wie ein T-Shirt).
Ja. Das haben wir alle zusammen beschlossen. Viele andere Bands machen das ja auch.

Aber versucht ihr trotzdem, den anderen Fans ebenfalls die Chance zu geben, euch persönlich zu treffen?
Das versuchen wir, aber nicht jeden Tag. Denn nach den Auftritten bin ich fix und fertig und muss erst mal duschen und ausruhen. Also gilt, dass man sehr geduldig sein muss, um uns zu treffen. Aber ich persönlich renne nicht direkt nach dem Gig zu den Fans raus. Obwohl wir es mögen, Kontakt zu unseren Fans zu haben, kann es auch zu überwältigend sein, wenn du verstehst, was ich meine. Wenn da zu viele Leute sind, ist es schwierig, mit jedem zu reden. Ich persönlich brauche also nach dem Auftritt immer erst mal etwas Zeit. Baard (Schlagzeuger, Anm. der Red.) ist da anders, der rennt direkt zu den Fans raus (lacht).

Ihr wart letztens live auf Facebook für anderthalb Stunden und die Fans konnten euch Fragen stellen. Das war ziemlich amüsant anzuschauen. Wie war es für euch? Werdet ihr das jetzt öfter machen?
Das war tatsächlich lustig. Es macht Spaß, den Fans direkt zu antworten, ungefiltert quasi. Wir machen das bestimmt noch mal. Jetzt auf Tour hatten wir aber keine Zeit dafür.

Hattest du Zeit, ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen?
Nein. Das liegt auch an den langen Vorbereitungen wegen der Setlisten. Wenn ich auf Tour bin, konzentriere ich mich auf die Musik.

Für „Malina“ hast du mehr Songtexte geschrieben als für die vorherigen Alben. Macht es vom Gefühl her einen Unterschied für dich beim Auftritt, ob du die Lyrics geschrieben hast oder Tor (Gitarrist, Anm. der Red.)?
Das kommt darauf an! Einige Texte sind berührender als andere. Manche Lyrics sind emotionaler für mich als andere. Bei anderen Songs wiederum ist es egal, wer sie geschrieben hat, weil die Texte nicht dazu gedacht waren, einen tieferen Sinn zu ergeben. Und ich denke, das ist auch gut so, denn sonst würde alles zu schwermütig werden.

Welches ist dein Lieblingssong von euren eigenen Liedern?
Ich denke, „Bonneville“ ist mein Favorit von „Malina“, vielleicht sogar von allen Alben. Zur Zeit zumindest.

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, einen Song einer eurer befreundeten Prog-Bands zu covern?
Ich würde niemals einen Prog-Song covern. Wenn, dann würde ich einen komplett anderen Stil wählen. Denn wenn man sich etwas aussucht, was dem zu nahe kommt, was man selbst macht, dann stellt es keine Herausforderung mehr dar. Außerdem höre ich selbst privat gar nicht wirklich Prog. Ich glaube, Agent Fresco (Co-Headliner derselben Tour, Anm. der Red.) haben das gleiche Problem. Sie wurden einfach in dieses Genre reinkategorisiert. Ich bin ein großer Fan von Radiohead und Massive Attack und dergleichen. Ich mag Musik, die melancholisch und sehr düster ist. Des Weiteren höre ich gerne klassische Musik und elektronische Musik.

Hast du es schon mal in Erwägung gezogen, das Keyboard jemand anderem zu überlassen und ganz Frontmann zu sein? Oder fühlst du dich unvollständig ohne dein Keyboard?
Ich BIN ganz Frontmann! Frontmann mit Keyboards! Für mich fühlt es sich ausgeglichen an. Für mich wäre es zu wenig, nur zu singen. Es gäbe mir das Gefühl, zu wenig zur Band beizutragen. Es geht auch nicht einfach darum, das Keyboard zu bedienen, sondern ich erschaffe Klanglandschaften und ich liebe das. Natürlich braucht man das richtige Instrument dafür. Ich kann natürlich ein oder zwei Songs ohne Keyboard performen, „The Last Milestone“ und „Malina“ z.B., bei denen ich mich auf die Lyrics konzentrieren muss, aber im Allgemeinen fühle ich mich am Keyboard wohl.

Ihr habt eure Live-DVD „Live at Rockefeller Music Hall“ über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert. Mich hat es überrascht, dass ihr Geld von euren Fans gesammelt habt. Warum hat euer Label nicht dafür bezahlt?
Zuallererst darum, weil das etwas war, was WIR unbedingt realisieren wollten. Wir haben die Plattenfirma natürlich gefragt, ob sie das für eine gute Idee halten, was sie taten, und sie haben etwas beigesteuert, aber das war nicht viel. Aus Sicht eines Geschäftsmannes ist es die dümmste Idee, die man haben kann, ein Live-Album zu machen, denn es ist in den Produktionskosten doppelt so teuer wie ein normales Album, aber es verkauft sich viel, viel schlechter. Aber da wir uns als Live-Band fühlen, wollten wir das festhalten, also haben wir es selbst in die Hand genommen. Wir hatten natürlich verschiedene Optionen, aber wir wollten das mit dem Crowdfunding mal versuchen. Es war eine Menge Arbeit. Aber des Ergebnis ist toll. Aber erwartet bitte nicht, dass wir das bald wieder machen!

Wie kam es dazu, dass bei diesem Gig beide Schlagzeuger (Ex- und aktueller) auf der Bühne zusammen spielten?
Das war meine Idee. Das Lustige ist, wir hatten Gastmusiker angekündigt, obwohl wir eigentlich keine hatten. Als wir das Thema dann diskutierten, beschlossen wir, Tobias (Ex-Drummer) zu fragen. Wir stellten es uns cool vor, mal wieder was mit ihm zu machen. Und natürlich war da noch Ihsahn, unser immerwährender „Special-Guest“!

Wie lange haben die beiden zusammen geprobt für diese Show?
Sie mussten gar nicht viel proben, weil sie beide unglaublich gut sind. Sie hatten nur ein paar Proben zusammen.

Du bist ja Vegetarier und Tierfreund. Hast du schon mal in Betracht gezogen, deinen guten Namen oder dein Gesicht für eine Kampagne eines Tierschutzvereins herzugeben?
Das könnte ich tatsächlich machen, aber dann müssten die Umstände stimmen. Denn ich möchte auch nicht den Moralapostel spielen. Manche dieser Organisationen können nämlich zu sehr die Moralkeule schwingen, was dann oft den gegenteiligen Effekt hat, dann fühlen sich die Leute genötigt. Aber unter gewissen Umständen könnte ich es mir vorstellen, wenngleich ich es genieße, außerhalb von Leprous nicht erkannt zu werden.

Ich habe ein paar Fragen von euren Fans gesammelt. Los geht’s:

Es gab mal eine Art Lyric-Schlamassel. Ihr habt etwas in „Norwegischem Englisch“ aufgenommen und musstet es dann neu aufnehmen. Was war da los?
Ja, das war „Stuck“. Wir hatten ihn aufgenommen und wussten, dass er unter den ersten Single-Auskopplungen sein würde. Aber wir haben einiges falsch aufgenommen, z.B. „Only time will show“ anstelle von „Only time will tell“, ein typischer Übersetzungsfehler aus dem Norwegischen. Nichts Tragisches, aber es hat mich jedes Mal aufgeregt, wenn ich es gehört habe. Also bin ich noch mal ins Studio geflogen, was der kürzeste Studioaufenthalt überhaupt für mich war. Ich flog von Oslo nach Stockholm, bin direkt ins Studio, habe 10 Minuten lang aufgenommen und bin zurück nach Oslo geflogen.

Werdet ihr euch in Zukunft mehr auf Open-Air-Shows konzentrieren statt auf Club-Gigs?
Wir werden weiterhin beides machen. Alle Bands, die ich kenne, machen beides. Die Club-Gigs werden vorzugsweise in größeren Locations stattfinden. Auf größeren Bühnen wirkt unsere Show besser. Es ist schwer zu beschreiben, wir wahren eine gewisse Distanz zu unseren Fans. Wir interagieren nicht so direkt und nah mit unseren Fans, sondern wollen eine Show bieten.

Wie hältst du als Sänger deine Stimme fit? Irgendwelche täglichen Rituale?
Ich wärme meine Stimme vor den Auftritten für 30 oder 40 Minuten auf. Mehr eigentlich nicht. Wenn ich total heiser bin, muss ich mehr machen, wie inhalieren.

Übst du zuhause täglich?
Nein, nicht wirklich. Nicht mehr. Denn wir proben schon so oft mit der Band und ich investiere dort viel Zeit. Manchmal ist es sogar gut, mal eine Pause zu machen, um danach wieder voll bei der Sache zu sein und sich weiterentwickeln zu können.

Wir danken für das Interview. Hier noch das traditionelle Metal1-Brainstorming. Was kommt dir in den Sinn, wenn du diese Begriffe hörst?

Wacken Open Air: Lederjacken und neue Stiefel
Fans mit Leprous-Tätowierung: Hingabe
Dein Lieblings-Charakter aus „Game Of Thrones“: Ich denke , dass Ramsey Bolton der liebenswerteste Charakter ist (lacht). Nein, ich mache nur Spaß, ich habe keinen Favoriten.
Nordische Götter: kein Interesse
True Norwegian Black Metal: Ich war dabei!

Geschrieben am

Fotos von: Uta A. (Gastredakteurin)

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