Interview mit Anna Kränzlein von Schandmaul

Unser Redakteur Sigi konnte im Zuge der Schandmaul-Akustiktour ein Kurzinterview mit Anna Kränzlein führen.

Habt Ihr speziell im Rückblick auf die Akustiktour ein paar besondere Erinnerungen, die sich von denen vorheriger Touren unterscheiden?
Das besondere an der Akustiktour war, dass wir mit 30 Mann unterwegs waren. Das ist schon anders, weil auf der einen Seite viel weniger Platz für jeden ist, auf der anderen Seite ist mit so nem großen Haufen noch mehr los und Du kannst Dich täglich zwischen zig Alternativen entscheiden mit wem Du was machst.
Im Nachhinein besonders lustig war die erste Show, als sich das Orchester am Ende des Konzertes verbeugte. Da sie sehr wenig Platz hatten, rutschte der Stuhl eines Cellisten nach hinten über den Raiser und er machte einen eleganten Abgang, Salto rückwärts, wobei der Bogen über die Bühne flog. Ist Gott sei Dank nichts passiert.

Werden die Akustikelemente im kommenden Album mit eingebracht oder darf man sich – sozusagen als Gegensatz dazu – auf ein reines Rockalbum als Nachfolger von „Wie Pech & Schwefel“ freuen?
Es gibt zwei Songs die mit Orchester arrangiert sind, der Rest rockt aber ohne Ende. Ducky ist sooooooo glücklich wieder ne E-Gitarre in der Hand zu haben.

Wie siehst Du persönlich die Zukunft von Schandmaul? Wird es weitere musikalische Experimente wie das Kunststück geben?
Wir werden uns bestimmt auch in Zukunft auf experimentelle Projekte einlassen, sonst wird\’s uns doch bloß langweilig. :-))
Ne Schmarrn, aber wir haben Ideen bestimmt für die nächsten zehn Jahre, lasst euch überraschen.

In Zeiten von größtenteils musikalischen Eintagsfliegen an der Spitze der Charts belegt der Erfolg Eures letztes Albums und besonders der Kunststück-CD/DVD, dass die Allgemeinheit nun interessierter an Eurer Musik ist als noch vor ein paar Jahren. Wie erklärst Du Dir diese Entwicklung? Siehst Du darin eine Bestätigung Eurer langjährigen Arbeit oder habt Ihr Euch mit Eurer Musik mehr der heutigen Generation der CD-Käufer angepasst als umgekehrt?
Zum einen spielen wir mit knapp 80 Konzerten im Jahr ne Menge und erreichen dadurch viele Leute, zum anderen glaub ich, dass gerade in der heutigen Zeit viele Leute nach „richtiger Musik“ suchen, die ganzen Superstar-Shows haben’s doch echt auf die Spitze getrieben. Wir ändern unsere Musik auf keinen Fall um im Radio gespielt zu werden oder so, wir entwickeln uns zu sechst und jeder für sich weiter und das was rauskommt ist Schandmaul: 1/6 von jedem in einem Topf und umgerührt.

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