Subway To Sally w/ Darkhaus

  • München, Muffathalle
  • 11. April 2014

Subway To Sally Header

Wie es beinahe schon gute Tradition hat, kommen SUBWAY TO SALLY mit einem neuen Album auch in die Münchner Muffathalle. Wenn die Potsdamer dabei ein so großartiges Album wie „Mitgift“ im Gepäck haben und man gespannt darauf ist, wie die elektronischen Elemente in einem Livesetting funktionieren werden, ist ein Besuch dieses Konzerts natürlich Pflicht. Im Vergleich zu den letzten Konzerten der Band denken sich das dieses Mal allerdings ein paar Fans weniger: Zwar ist es im vorderen Bereich der Muffathalle gesteckt voll, gerade nach hinten ist aber gemütlich Platz, um zu tanzen oder der Band ganz einfach entspannt zuzusehen.

DarkhausBevor die Mittelalterrocker die Bühne betreten, präsentiert die Vorband DARKHAUS den geradlinigen, mit leichten Gothicelementen angehauchten Rock ihres Debütalbums „My Only Shelter“. Auch wenn das Dargebotene durchweg solide ist, gerät die gesamte Spielzeit von 45 Minuten doch entschieden zu lang. Zwar sind die Ansagen von Sänger Ken Hanlon durchaus sympathisch, wirken allerdings häufig sehr gezwungen und einstudiert – die Animationsversuche, welche nur bedingt funktionieren, eingeschlossen. Musikalisch passiert ebenfalls nicht viel, sodass sich die immer gleiche Formel im Songaufbau wiederholt und wiederholt. Der Applaus fällt durchaus warmherzig aus, uns konnten DARKHAUS allerdings nicht überzeugen.

Setlist DARKHAUS:
01. Grace Divine
02. Drive
03. Ghost
04. Hour Of Need
05. Looks Like Rain
06. Son Of A Gun
07. Life Worth Living
08. Break Down The Walls
09. Don’t Close Your Eyes
10. Breaking The Silence

Subway To Sally

Während der Umbaupause wird der Blick auf die eigens für diese Tour entworfene Bühne sichtbar, und einmal mehr wird hierin die liebevolle Herangehensweise von SUBWAY TO SALLY an ihre Musik deutlich, welche eben auch in Kostümen und Designs ihren Ausdruck findet. Auf verschieden hohen Elementen, durch Maschendrahtgitter getrennte Abschnitte, Kachelaufdrucke, die den Eindruck einer verlassenen Metzgerei erwecken, und bedrohliche Backdrops mit Spritzen wird das Publikum schon vor Beginn des Konzerts in die richtige Stimmung für die folgenden „Mördergeschichten“ gebracht.
Schließlich ist es soweit, das Licht erlischt und zu kalten, elektronischen Tönen schießen einzelne Feuerbälle in die Luft, während sich die sieben Bandmitglieder auf die Bühne begeben. Ohne weitere Sperenzchen steigt die Band mit „Warte, warte“, dem härtesten Song des neuen Albums, in das Set ein und lässt direkt danach die Single „Schwarze Seide“ folgen. Beide Nummern werden vom Publikum mitgesungen und gefeiert. Während Eric Fish zu Beginn in seinen Ansagen noch etwas steif wirkt, ändert sich dies spätestens nach „Wo Rosen blüh’n“, und im Folgenden spielen SUBWAY TO SALLY so locker und befreit auf und agieren derart unverkrampft und entspannt mit dem Publikum, wie man es lange nicht mehr erlebt hat.

Subway To Sally 02

Die Setlist wühlt sich einmal quer durch die gesamte Diskographie, wobei besonders „Unterm Galgen“, „Traum vom Tod II“ und „Henkersbraut“ die Fans der früheren Tage erfreuen – dass „Kleid aus Rosen“ für beängstigend lauten Gesang sorgt, ist keine Neuigkeit, passt aber in diesen Abend, an dem das Zusammenspiel zwischen Band und Publikum nahezu perfekt funktioniert. In die Mitte des Sets schiebt die Band ein akustisches Zwischenspiel, welches die Stimmung nicht tötet, sondern im Gegenteil sogar noch intensiviert, auch wenn das daran folgende „Das schwarze Meer“ live nicht ganz so mitreißt wie auf Platte. Nach „Tanz auf dem Vulkan“ verabschiedet sich die Band – und erst jetzt beginnen einzelne Stimmen im Publikum das unvermeidbare „Julia und die Räuber“ anzustimmen. Ja, richtig gelesen: Heute konnte man ein gesamtes reguläres Set erleben, ohne einmal von diesem häufig nervtötenden Gesängen verfolgt zu werden. SUBWAY TO SALLY lassen sich nur kurz bitten und spielen drei Zugaben, bevor sie nach „Sieben“ noch einmal von der Bühne gehen. Was dann folgt? Klar. „Julia und die Räuber“ wird gebührend gefeiert, und auch wenn es nicht wirklich zu den anderen Songs der Setlist passt, macht es ja doch immer noch Spaß. Danach ist dann allerdings wirklich Schluss.

Setlist SUBWAY TO SALLY:
01. Warte, warte
02. Schwarze Seide
03. Feuerland
04. Wo Rosen Blüh’n
05. Wenn Engel hassen
06. Traum vom Tod II
07. Unterm Galgen
08. Grausame Schwester
09. Arme Ellen Schmitt
10. Für immer
11. Im Weidengarten
12. Seemannslied
13. Minne
14. Das Schwarze Meer
15. Kleid aus Rosen
16. Falscher Heiland
17. Besser du rennst
18. Kleid aus Rosen
19. Veitstanz
20. Tanz auf dem Vulkan
———-
21. Ad mortem festinamus
22. Henkersbraut
23. Sieben
———-
24. Julia und die Räuber

Subway To Sally CoverFAZIT: Das, was die Potsdamer an diesem Abend in der Muffathalle abgeliefert haben, ist durchweg großartig. Es gab kein Lied, welches fehl am Platz gewesen wäre, eine gesunde Mischung aus der gesamten Diskographie wurde abgeliefert und eine überzeugende Umsetzung der elektronischen Elemente kann festgehalten werden. Der Sound war nach leichten Anfangsschwierigkeiten ebenfalls absolut ideal, druckvoll und konnte die Musik vom SUBWAY TO SALLY perfekt unterstützen. In dieser Form darf die Band gerne noch oft in die Muffathalle kommen – Tradition ist schließlich Tradition.

Wer SUBWAY TO SALLY dieses Jahr noch live erleben möchte, hat unter anderem Endes des Jahres auf den EISHEILIGEN NÄCHTEN Gelegenheit dazu. Hier wird die Band gemeinsam mit Saltatio Mortis, Unzucht und Heldmaschine unterwegs sein. Die Daten lesen sich wie folgt:

18.12.2014     CH     Z7 / Pratteln
19.12.2014     DE     FILHarmonie / Stuttgart, Filderstdt
20.12.2014     DE     Hessenhallen / Giessen
21.12.2014     DE     Alter Schlachthof / Dresden
26.12.2014     DE     Ringlokschuppen / Bielefeld
27.12.2014     DE     Posthalle / Würzburg
28.12.2014     DE     Ruhrkongress / Bochum
29.12.2014     DE     PIER 2 / Bremen
30.12.2014     DE     Metropolishalle / Potsdam

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: