Musikbranche fordert Verbot von Ticketwucher beim Weiterverkauf

Verbände, Unternehmen und Bands, darunter DIE ÄRZTE, EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN und FEINE SAHNE FISCHFILET, der deutschen Livebranche fordern die Bundesregierung in einem offenen Brief zur Regulierung des Ticketzweitmarkts auf. Die Stellungnahme wurde von der Initiative Pro Musik über das Deutsche Musikinformationszentrum des Deutschen Musikrats unter dem Titel „Gegen Wucher und Betrug“ veröffentlicht und kann hier eingesehen werden.

„Musik verbindet Menschen. Konzerte sind Orte der Gemeinschaft. Wenn Fans wegen Preistreiberei und Ticketbetrug dem Konzertsaal fernbleiben müssen, verlieren wir alle: die Fans, die Künstler*innen, die gesamte Livebranche und die Gesellschaft“, schreiben die Künstler:innen in der Stellungnahme.

Besonders problematisch sehen die Initiatoren an, dass das Geld, das Fans auf dem Zweitmarkt investieren, nicht in die Produktion neuer Musik, in faire Löhne oder in die nächste Tour fließt: „Es landet in den Taschen von Zwischenhändlern, die zur Kultur nichts beitragen als Abzocke.“ Was die gesamte Branche brauche, sei darum ein gesetzlicher Rahmen – auch um gefälschten Tickets vorzubeugen.

In anderen Ländern gibt es bereits Regelungen gegen Betrug mit Konzerttickets. Deutschland hingegen sei ein nahezu regulierungsfreier Raum für Ticketspekulanten. „Das ist ein politisches Versäumnis, das die gesamte Livemusikbranche und ihre Fans jeden Tag spüren.“

Das Bündnis fordert, dass Veranstalter bestimmen können müssen, auf welchen Plattformen die Tickets weiterverkauft werden dürften. Außerdem müsse es gewerblichen Weiterverkäufern verboten werden, mehr als 25 % auf den Ticketpreis aufzuschlagen. Auch der Einsatz von automatisierter Software zum massenweisen Einkauf von Tickets im offiziellen Verkauf müsse verboten werden, so die Forderung. Auf Änderungen dieser Natur hatte sich die Bundesregierung eigentlich bereits im Koalitionsvertrag geeinigt. Dort heißt es: „Die Bundesregierung will den Ticketzweitmarkt für Sport- und Kulturveranstaltungen stärker regulieren, um Verbraucherinnen und Verbraucher vor überhöhten Preisen, Intransparenz und betrügerischen Verkaufspraktiken zu schützen und Veranstalter besser in die Lage zu versetzen, sich gegen unlauteres Verhalten von Ticketspekulanten zur Wehr zu setzen.“


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Moritz Grütz

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