CD-Review: Aenaon - Hypnosophy

Besetzung

Astrous - Gesang
Achilleas C. - Gitarre
Anax - Gitarre
Thyragon - Bass
Nycriz - Schlagzeug, Percussion, Saz, Bouzouki, Sitar, Oud

Tracklist

1. Oneirodynia
2. Fire Walk With Me
3. Earth Tomb
4. Void
5. Tunnel
6. Thus Ocean Swells
7. Phronesis - Psychomagic


Wer AENAONs letztes Album „Extance“ noch im Ohr hat, wird sich an eine gelungene Partie abwechslungsreichen, modernen Black Metals erinnern. Zwei Jahre später komplettieren die Griechen ihre Diskografie nun mit dem stets mit Argusaugen beäugten dritten Album, welches „Hypnosophy“ getauft wurde und zusammen mit den aktuellen Promo-Bildern der Jungs den Eindruck aufkommen lässt, dass AENAON mittlerweile etwas mehr auf psychedelischeren Pfaden wandeln. Wer deswegen auf eine Schlagseite Oranssi Pazuzu hofft, wird allerdings enttäuscht.

Und die Enttäuschung zieht sich leider durch „Hypnosophy“ durch. Der Opener „Oneirodynia“ geht dank eines catchy Parts im Refrain zwar noch gut ins Ohr, ist aber bereits mit mehr Längen ausgestattet, als der anfänglichen Dynamik des Songs gut tut. Gleiches gilt für den Nachfolger „Fire Walk With Me“, sogar für „Earth Tomb“ genau in dieser Beschreibung; verlassen sich AENAON neuerdings auf an Singalongs erinnernde Refrains anstatt auf Ecken und Kanten? Mit diesem unguten Bauchgefühl geht es weiter zu „Void“ und dem eher schief als künstlerisch wertvoll klingenden Gesang der Sängerin. Im Anschluss folgen drei weitere unspannende Songs mit erschreckend wenigen Parts, die faszinieren, im Ohr bleiben oder Lust auf noch eine Rotation im Player machen. Das Pech von „Hypnosophy“ ist es, dass ihm ein „Extance“ vorangestellt wurde; ein Album, welches die Erwartungshaltung erschuf, die das aktuelle Output der Griechen nicht gerecht wird.

Dennoch, bei all der Kritik muss man AENAON attestieren, dass sie es ebenso wie beim Vorgänger auch auf dem neuen Album schaffen, die Songs zu einem homogenen Stück Musik werden zu lassen. Jeder Song von  „Hypnosophy“ passt tatsächlich nur zu diesem Album und klingt nicht nach etwas, was der Hörer auf „Extance“ schon mal hörte. Somit kopierte sich das Quintett nicht selbst, was verständlich gewesen wäre, schließlich ging ihre zweite Platte gut auf, sondern wagte den Schritt, Neues zu kreieren. Leider ist das nicht gelungen.

Was von der Platte bleibt, ist ein zwiespältiges Verhältnis zu ihr. Natürlich ist es progressiv, Neuland zu betreten und ebenjener Schritt nach vorne zeichnet AENAON auch aus, allerdings geht dieser Schritt zu Lasten alter Stärken. Mag sein, dass die Griechen mit „Hypnosophy“ den Weg für eine Entwicklung bereitet haben, die erst mit einem nächsten Album vollends zu erkennen sein wird. Ebenso möglich ist es aber auch, dass die Platte einen negativen Wendepunkt in der Diskografie markiert.

Bewertung: 5.5 / 10

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