Das Cover von "Made In Hell" von Artillery

Review Artillery – Made In Hell (EP)

  • Label: Mighty Music
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Thrash Metal

Sänger Martin Steene, vor allem bekannt als Stimme der Power Metaller IRON FIRE, ist nun schon seit drei Jahren Frontmann der dänischen Thrash-Metal-Urgesteine ARTILLERY. Und doch gab es bisher keine Veröffentlichung mit ihm, denn selbst die 2024 erschienene Live-Platte „Raw Live (At Copenhell)“ wurde noch von seinem Vorgänger Michael Bastholm Dahl eingesungen. Dieser Missstand ist nur endlich ausgeglichen, denn mit „Made In Hell“ hat die Truppe erste Studiosongs mit ihrem neuen Fronter veröffentlicht – wenngleich in überschaubarer Zahl, denn bei der unlängst erschienenen Platte handelt es sich lediglich um eine vier Songs umfassende EP.

In seiner Zusammensetzung unterscheidet sich das auf „Made In Hell“ enthaltene Material kaum von anderen EPs: Neben zwei neuen Songs findet sich mit „Into The Universe“ eine Neuaufnahme eines Klassikers und mit „The Almighty“ wurde ein weiterer Gassenhauer aus den Anfangstagen der Truppe als Live-Version verewigt. Das Hauptinteresse gilt dabei natürlich den beiden neuen Nummern „Made In Hell“ und „Ghost In The Machine“, schließlich will man ja wissen, wie es bei ARTILLERY im neuen Line-Up weitergeht. Die Antwort: Gewohnt gut! Schon der Titeltrack schickt Fans mit verheißungsvollen, orientalisch angehauchten Gitarren und dem typischen Riffing der Dänen sofort in ihre Wohlfühlzone und auch das treibende „Ghost In The Machine“ ist mit seinem Kontrast aus thrashiger Härte und hymnischer Eingängigkeit eine ARTILLERY-Nummer aus dem Bilderbuch.

Auch die übrigen Nummern auf „Made In Hell“ enttäuschen nicht. Wer ARTILLERY in letzter Zeit live gesehen hat, weiß, dass Herr Steene auch das bestehende Material der Band bestens umsetzt und somit macht die Neuaufnahme von „Into The Universe“ von Anfang bis Ende großen Spaß. Gleiches gilt für die klanglich ziemlich gelungene Live-Fassung von „The Almighty“, wobei in beiden Nummern auffällt, dass der eigentlich dem Power Metal entstammende neue Frontmann durchaus in der Lage ist, überraschend raue Töne anzuschlagen. Obendrein kommen beide auf „Made In Hell“ enthaltenen Klassiker ursprünglich vom Debüt „Fear Of Tomorrow“ und weil die Platte gerade 40 geworden ist, ergibt es durchaus Sinn, sie auf diese Weise zu ehren.

Neuer Sänger, neuer Gitarrist, neuer Drummer – und doch hat sich bei ARTILLERY kaum etwas geändert. Zum Glück, wird mancher Fan denken, denn so bleibt das Niveau bei den Thrashern gewohnt hoch und niemand muss einen späten Stilbruch fürchten. Somit bietet „Made In Hell“ natürlich auch keine Überraschungen, aber die EP fungiert als angenehme Erinnerung daran, dass mit einer der profiliertesten Thrash-Metal-Bands Nordeuropas nach wie vor zu rechnen ist. Lediglich zwei neue Songs nebst Re-Recording und Live-Track reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um die Wartezeit auf das nächste Album zu überbrücken, weshalb ARTILLERY hier gerne allmählich zu Potte kommen dürfen …

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Thomas Meyns

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