CD-Review: Dark Funeral - Attera Totus Sanctus

Besetzung

Lord Ahriman - Gitarre
Emperor Magus Caligula - Gesang
Matte Modin - Schlagzeug
Chaq Moi - Gitarre
Gustaf Hielm - Bass

Tracklist

01. King Antichrist
02. 666 Voices Inside
03. Attera Totus Sanctus
04. Godhate
05. Atrum Regina
06. Angel Flesh Impaled
07. Feed On The Mortals
08. Final Ritual


Was Studioveröffentlichungen anbelangt war seit dem letzten Album „Diabolis Interium“, dessen Release nun schon vier Jahre zurückliegt, Totenstille im Hause DARK FUNERAL. Zwar erschien letztes Jahr das Livealbum „De Profundis Clamavi Ad Te Domine“, seit dem letzten regulären Scheibchen verging aber schon genug Zeit, sodass Fans der Gruppe vermutlich darauf brennen, sich auf neues Material stürzen zu dürfen. Genauso groß wie die Vorfreude sind wahrscheinlich auch die Erwartungen, jetzt erst recht, denn „Attera Totus Sancuts“ muss sich schließlich mit NAGLFARs „Pariah“ messen können. Wer jedoch auf den Satz „Einiges hat sich geändert“ wartet, sollte am Besten nicht weiterlesen oder zumindest die Latte etwas tiefer schrauben, denn „einiges“ hat sich nicht geändert – was im Falle DARK FUNERAL ehrlich gesagt auch etwas viel verlangt wäre, da sich die Jungs neben mittlerweile zig anderen wohl als eine der Black Metal Bands auf diesem Planeten schlechtin geben -, zwar ein paar Kleinigkeiten, jedoch nichts, was einen alten Fan vor den Kopf stoßen könnte.

Umgekehrt allerdings genauso. Schon der kurze Blick aufs Cover verrät, Satans Urlaub musste auch dieses Mal entfallen, ja, genauso hart wie eh und je muss der Schuft arbeiten, denn die Trackliste nimmt letzte Zweifel. Songtitel wie „King Antichrist“, „666 Voices Inside“ oder „Angel Flesh Impaled“ klingen nicht nur böse, sondern auch mächtig bescheuert. Das beiliegende Promofoto will ich mal gänzlich außer Acht nehmen, jeder wie er es mag. Viele werden es sicher dennoch begrüßen, dass DARK FUNERAL ganz die Alten geblieben sind und immer noch wie verrückt im Sandkasten Burgen bauen. Gut, das gehört nun nicht hier hin, denn das poseurhafte Image der Schweden ist schließlich 2005 nicht neuer, wichtiger oder überzeugender als früher.

„King Antichrist“ baut sich langsam auf, erst setzt das simple Gitarrenriff, unterlegt mit einem simplen Snaredrumwirbel ein, dann folgt der typische Blastbeat und zuletzt der Gesang Lord Ahrimans. So, bis hier hin mal, zu sagen seien erst einmal ein paar Worte zur Produktion. Die Gitarren klingen im Großen und Ganzen ähnlich wie auf „Diabolus Interium“, das Drumming ist noch eine Nummer druckvoller geworden und der Gesang klingt etwas flexibler und ein wenig verzerrt. Nach dieser Zwischenbilanz eigentlich alles recht ansehnlich, auch wenn ich nicht jeden Song so zerpflücken und beurteilen will. Nunja, weiter im Text, musikalisch klingen DARK FUNERAL wieder etwas aggressiver und weniger melodisch als beim letzten mal, „Vobiscum Satanas“ lässt also eindeutig grüßen. Weiter geht’s mit „666 Voices Inside“ einem wahrhaftig klischeehaften, jedoch durch und durch sehr eingängigen Titel. Wo wir schonmal bei klischeehaft sind, will ich kurz die Texte, die mir zwar leider nicht vorliegen, aber meist nicht schwer herauszuhören sind, ansprechen. Lyrisch hat sich wohl auch nicht viel geändert, was aber eben auch eine dieser etwas ungewöhnlichen und nicht gerade verwerflichen, aber einfach etwas … ähm, sagen wir … unmöglichen Veränderung gewesen wäre. Ich will jetzt gar nicht mal näher auf jeden einzelnen Song eingehen, eine Extranennung gibt es aber noch für den sehr guten Titeltrack, das langsamere „Atrum Regina“ und den Rausschmeißer „Final Ritual“. Nicht, dass alles dazwischen irgendwie ein totaler Ausfall wäre, nur will ich jedem, der vorhat, in das Album reinzuhören, mal ein paar grobe Anspieltips geben.

Tja, beim Ziehen des Fazits weiß ich mal wieder nicht, was genau ich sagen soll. Einerseits hat sich eigentlich überhaupt nichts verändert, andererseits liefern DARK FUNERAL erneut ein frisches, schnelles und abwechslungsreiches Album ab, das dem „passionierten“ Dark Funeral Hörer erneut Tränen in die Augen treiben wird, selbiger wird den Silberling jedoch frühestens am 24. Oktober im Regal des Ladens seines Vertrauens finden. Was sich jedoch verändert hat sind die schon genannten Faktoren in der Produktion und die teilweise wieder nach oben geschraubte Härte. Gewiss wäre es unfair, „Attera Totus Sanctus“ als exzellentes oder sehr gutes Werk abzustempeln, auf der anderen Seite wäre es das genauso, würde ich es irgendwo im Mittelfeld plazieren. Deswegen: Aus Solidarität zu anderen Gruppen gut mit Tendenz zu sehr gut. Wer meine „voreingenommene“ Bewertung wissen will, legt einfach nochmal einen halben bis einen Punkt obendrauf.

Details zur 2013 erschienenen Neuauflage des Albums findet ihr hier.

Bewertung: 7.5 / 10

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