Dezember 2025

Review Darvaza – We Are Him

  • Label: Terratur Possessions
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Black Metal

Seit 2015 besteht DARVAZA als Duo um den Multiinstrumentalisten Omega und den Sänger Wraath. Im Lauf der Jahre wurde eine Reihe von EPs veröffentlicht, ehe 2022 mit „Ascending Into Perdition“ das Debütalbum erschien. Mit „We Are Him“ folgt nun das zweite volle Album über das Label Terratur Possessions.

„We Are Him“ liefert von Beginn an erneut genau das, was man von DARVAZA erwartet: pechschwarzer, kompromissloser und orthodoxer Black Metal. Ohne Schnörkel und ohne Experimente, dafür mit viel düsterer Energie und einer dichten Atmosphäre. Der Opener „Holy Blood“ beginnt mit einem pompösen Intro und führt direkt in einen kalten, unheilvollen Sound aus dissonanten Riffs und markerschütterndem Gesang von Wraath, der mit manischem Gebrüll und rituellen Chants immer wieder Gänsehaut erzeugt.

DARVAZA verzichten nach wie vor auf große Experimente und zeigen gerade dadurch, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Oft reicht ein simples, aber effektives Riff, das immer und immer wieder wiederholt wird. Kombiniert mit der brutalen Intensität des Duos entsteht eine düstere Atmosphäre. Besonders die langsameren, midtempo- oder doom-artigen Stücke wie „Lazarus“ oder „Slaying Heaven“ wirken eindringlich, mit rhythmischer Schwere und bedrohlicher Stimmung. Wenn die Geschwindigkeit angezogen wird wie etwa in „Chaos.Fire.Devotion“ oder „Blood Of No-One“, offenbart sich die rohe Urkraft der Band und man wird als Hörer sofort in die Anfänge des Genres zurückversetzt.

Doch gerade weil das Album so geradlinig und bewusst auf Bewährtes setzt, fehlt mitunter der letzte Funke, der ein einzelnes Stück herausragen lässt. Einige Songs bleiben in ihrer Wirkung solide, aber unspektakulär. Die wirklichen Höhepunkte oder interessanten Songstrukturen, die sich nachhaltig einprägen, fehlen dadurch. Zudem bleibt der Eindruck zurück, dass DARVAZA zwar meisterhaft ihr Genre bedienen, aber kaum aus der komfortablen Black-Metal-Schablone ausbrechen wollen.

Insgesamt ist „We Are Him“ ein gelungenes Album und eine solide Bestätigung der bisherigen Linie von DARVAZA. Es ist kein Meilenstein, kein Innovationsfeuerwerk, sondern ein böses, düsteres Statement: orthodox, roh, ungestüm und mit allen Ecken und Kanten, die dieser Stil verlangt. Wer mit echtem, kompromisslosem Black Metal ohne Firlefanz etwas anfangen kann, sollte hier zugreifen. Für jene, die sich mehr Abwechslung, Überraschungen oder kreative Impulse wünschen, könnte die Platte jedoch etwas zu berechenbar erscheinen.

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Wertung: 7 / 10

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