CD-Review: Dawn Of Perception - Fragments

  • Veröffentlichung: 2005
  • Label: Eigenproduktion
Besetzung

S. Schaffert – Gesang
B. Rodigas - Gitarre
S. Grollmisch – Gitarre, Gesang
T. Schwarz – Bass, Gesang
A. Kose - Schlagzeug

Tracklist

01. Awaken (Intro)
02. Final Prayer
03. Storm Inside The Hourglass
04. Fall
05. Hidden Emotions
06. Unveiled Masquerade


Aus dem schönen Thüringen entspringen mehr als nur ab und zu talentierte Gruppierungen, und auch abseits des Black und Pagan Metal gibt es einiges zu entdecken. DAWN OF PERCEPTION etwa, die seit Ende 2004 bestehen und damals Coverversionen von At The Gates, Death und Amon Amarth spielten. Lang blieben sie aber nicht dabei und schon Ende 2005 war die erste Demo „Fragments“ mit fünf eigenen Liedern plus Intro im Kasten.

Das zweiminütige Intro mit seinen ruhigen ochestralen Klängen lässt erstmal noch keinen Hinweis auf die musikalische Ausrichtung zu, der „Final Prayer“ macht es dann aber recht schnell deutlich: Melodischer Death Metal ist hier angesagt, der sowohl progressive als auch powermetallische Elemente in sich trägt. Der Opener ist noch sehr eingängig und eher einfach gehalten, zum Einstieg also gut gewählt. Spannender wird es mit „Storm Inside The Hourglass“, befremdliche elektronische Klänge leiten den Sturm ein und nach der ersten melodischen Riffattacke setzt zunächst verträumter klarer Gesang ein. Ansonsten ist der Gesang ziemlich kehlig und höher als bei vielen anderen Bands des Genres. Definitiv gewöhnungsbedürftig aber okay, auch wenn hier noch Besserungsbedarf besteht, mehr Aggressivität und Kraft wären wünschenswert.

Auch die folgenden drei Stücke sind allesamt frisch, durchdacht, mitreißend und überraschend. Immer wieder werden in die Songs unerwartete Breaks und Rhyhtmuswechsel, ruhige Einschübe und klarer Gesang eingebaut, Abwechslung ist wirklich viel vorhanden. Vor allem das abschließende „Unveiled Masquerade” ist ein Höhepunkt des Demos, nach dem letzten Refrain – übrigens toll gemacht mit klarem sowie kehligem Gesang – blendet es langsam und gefühlvoll mit akustischen Gitarrenklängen aus.

Unter dem Strich haben wir mit 33 Minuten eine sehr ordentliche Länge, einen für die erste Demo ordentlichen Klang und fünf eingängige sowie hörenswerte Lieder, die überraschen und erfreuen können. Ihren melodischen Death Metal mischen die Süddeutschen gerne mit Prog, Power und ein wenig Thrash Metal und brauchen sich so auch nicht über Vergleiche oder Plagiatsvorwürfe mit großen schwedischen Kollegen ärgern, auch wenn man natürlich öfter mal nach „gewöhnlichem“ skandinavischem Todesblei der melodischen Richtung klingt – aber alles andere wäre bei der ersten Demo einer jungen Band ja auch ein wenig unnatürlich.

Da die Demo inzwischen vergriffen ist, bieten DAWN OF PERCEPTION sie in voller Länger auf ihrer Internetseite zum Download an, diese Chance sollte man als Fan der Musikrichtung auf jeden Fall nutzen um eine vielversprechende Band zu entdecken. Ende des Jahres wollen sie immerhin schon die nächste EP präsentieren, ich bin gespannt und freue mich drauf.

Bewertung: 7.5 / 10

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