Defaced-Icon-Cover

Review Defaced – Icon

  • Label: Massacre
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Death Metal

Nach elf Jahren meldet sich die Death-Metal-Formation DEFACED mit ihrem dritten Album „Icon“ zurück. Die fünf Schweizer beschreiben die neue Platte als ihr bisher ambitioniertestes Werk. Das erste Mal auf einer Studioaufnahme für DEFACED zu hören sind Sänger Thomas Gertsch, Bassist Michael Gertsch und Drummer Massimiliano Malvassora. Neben den Einflüssen der drei „Neuen“, zum Teil bereits seit 2014 dabei, lassen DEFACED auch Elemente aus dem Black Metal in das neue Material einfließen.

Mit dem Opener „The Antagonist“ gibt die Band auch direkt Vollgas, hier werden definitiv keine Gefangenen gemacht. Stürmische Gitarren, schnelles Schlagzeugspiel, wilde Screams und Growls treiben den Song erbarmungslos voran: Die aggressive und drückende Grundstimmung von „Icon“ wird sofort deutlich gemacht. Das an die Menschenfarmen von „Matrix“ erinnernde Cover-Artwork von Pär Olofsson unterstützt diesen Eindruck.

„Perception“ leiten DEFACED mit einer Ansage ein, die einen an eine große Bahnhofshalle erinnert – das Gefühl, klein und unbedeutend zu sein, bleibt dabei nicht aus. Der im Tempo eher zurückgenommene Song schließt mit einer emotionalen, an Leid erinnernden Passage. Mit einer ähnlichen Ansage zwischendurch wird auch in „Culling The Herd“ gearbeitet. Ansonsten bekommt man mit dem Song einen brutal schnellen und groovigen Sound geboten. Das ist definitiv Headbanging-Material.

Die tiefen Growls bei „Forever Mine“ wecken Erinnerungen an AMON AMARTH: Es wechseln sich stampfende und rasende Passagen mit melodischen, von gelungener Gitarrenarbeit getragenen Parts, ab. Ähnlich abwechslungsreich ist „The Initation“ und lässt getragene Stellen zum Durchatmen auf wilde Abschnitte prallen.

Unerwartet, aber gut platziert, schiebt sich eine „Sonate“ vor den Titeltrack. Das akustische Gitarrenstück verbreitet nachdenkliche und melancholische Atmosphäre. Ein guter Kontrast zum folgenden „Icon“, denn das titelgebende Stück beginnt mit einer äußerst wuchtigen Eröffnung, ist im Verlauf aber eher tragend. Zum Ende hin nimmt „Icon“ noch mal Fahrt auf, reiht sich sonst aber gut in das Gesamtbild des Albums ein, ohne besonders hervorzustechen. Die Black-Metal-Einflüsse lassen sich am besten bei Songs wie „Anthem Of Vernim“ oder dem Schlussakt „Betreyer“ erkennen. Frostige Gitarrenläufe, Blastbeats und keifender Gesang werden dem Hörer stellenweise entgegengeworfen.

DEFACED machen mit „Icon“ viel richtig und präsentieren ein hartes, wütendes und aggressives Werk. Abwechslungsreiche Momente prägen die erste Hälfte des Albums. Die Stücke nach der „Sonate“ verbreiten ein überwiegend gleichbleibendes Klangbild. Trotz der gedrückten Grundstimmung schaffen es DEFACED ein kurzweiliges und interessant bleibendes Album zu kreieren, das einen schlussendlich doch nicht verzweifeln lässt.

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Wertung: 8 / 10

Michael Schurig

Publiziert am von

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