CD-Review: Five Finger Death Punch - The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell, Vol. 2

Besetzung

Ivan Moody – Gesang
Zoltan Bathory – Gitarre
Jason Hook – Gitarre
Chris Kael – Bass
Jeremy Spencer – Schlagzeug

Tracklist

01. Here To Die
02. Weight Beneath My Sin
03. Wrecking Ball
04. Battle Born
05. Cradle To The Grave
06. Matter Of Time
07. The Agony Of Regret
08. Cold
09. Let This Go
10. My Heart Lied
11. A Day In My Life
12. House Of The Rising Sun


„We went to the label and said, ‚We have 20-something songs, and we want to release them all.‘ The label was like, ‚Ah, no, you’re gonna put out 12.‘
Our response? ‚We’ll make you a deal; we’ll send you the 24 songs and you f#ckin‘ pick what’s good.‘ They called back a week or so later, ‚OK, we see your point. You can have your two records.“ – Zoltan Bathory

In wie weit diese Anekdote der US-Metaller FIVE FINGER DEATH PUNCH über den kurz und bündig „The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell“ betitelten Album-Doppelschlag der Wahrheit entspricht, kann natürlich nur schwer nachgeprüft werden. Fakt ist, dass die Geschichte in Anbetracht der Qualität des zweiten Teils alles andere als unplausibel erscheint.

Die Befürchtung, durch die Verwendung allen geschriebenen Materials hätten es auch eine Reihe schwächere Songs in die Tracklist geschafft, mag im Bezug auf das mitunter etwas uninspirierte „Vol. 1“ vielleicht noch begründet gewesen sein – hinsichtlich Teil zwei hat sie jedoch definitiv keinen Bestand.
Zwar ist klar, dass FIVE FINGER DEATH PUNCH auch hier wieder ihrem sehr stringent durchgezogenen Stil nicht eine Sekunde fremd gehen – die befürchtete Stagnation und Eintönigkeit bleibt dabei jedoch aus. Zu verdanken hat „Vol 2“ das der neuerlichen Stärkung des Einzelsongcharakters: Waren die Songs auf dem Vorgänger eher im Großen Ganzen des Albums aufgegangen, vertreten die Stücke nun wieder eindeutiger die verschiedenen Positionen im Bandkonzept: Mit geradlinigen, direkten Songs wie „Wrecking Ball“ finden sich zum einen wieder mehr kraftstrotzende Brecher auf dem Album, die dabei mehr denn je an die Kollegen von Stone Sour denken lassen. Als angenehmer Kontrast finden sich jedoch auch wieder echte Balladen auf dem Album: So klingt „Cold“ mit seinem Piano-Intro so melancholisch, wie das Metal-Äquivalent zu Stadion-Rock eben sein kann: Feuerzeuge raus!

Über genau diesen Punkt kann im Bezug auf 5FDP im Allgemeinen wie auch das neue Album im Speziellen stets trefflich diskutieren: Auch der neue Silberling klingt im Bezug auf den Sound sowie den bisweilen fast kitschig-perfekten Klargesang von Ivan Moody extrem glattgebügelt, fast schon steril. Das muss man zugegebenermaßen mögen – stört man sich an diesem Punkt jedoch nicht, bieten FIVE FINGER DEATH PUNCH mit diesem Album wieder einen wirklich hörenswerten Output.

Mit „The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell, Vol. 2“ gelingt es FIVE FINGER DEATH PUNCH besser als auf „Vol. 1“, ihre Stärken zu bündeln: So vereint das Album, wie man es bereits von „The American Kapitalist“ kannte, erneut die Emotion von Stone Sour mit dem Druck hinter Devildriver und der etwas kitschigen Stadion-Romantik von Nickelback. Was FIVE FINGER DEATH PUNCH jetzt noch fehlt, ist eigentlich nur der verdiente Durchbruch in Europa: Diese Musik muss in das weite Rund einer Arena!

Bewertung: 8.5 / 10

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