Review Five Finger Death Punch – 20 Years Of Five Finger Death Punch – Best Of Volume 2

  • Label: Better Noise
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Groove Metal

Bei FIVE FINGER DEATH PUNCH wird nicht gekleckert, da wird geklotzt. Das gilt seit jeher für die Musik der Truppe, aber natürlich auch, wenn die Ami-Metaller eine Party schmeißen – und insbesondere, wenn sie gedenken, sich selbst zu feiern. Darum reicht auch nicht etwa ein Best-of-Album mit 14 Songs und drei Live-Tracks zum 20. Jubiläum, sondern es müssen gleich zwei davon werden. Knapp drei Monate nach dem aus diversen Gründen überflüssigen „Volume 1“ erscheint nun also die aus diversen (interessanterweise: anderen) Gründen völlig überflüssige Fortsetzung, „20 Years Of Five Finger Death Punch – Best Of Volume 2“.

War das Cover-Artwork beim ersten Teil noch das coolste Element, wirkt die bloß auf einen anderen Marmor verpflanzte Ehrung bei Teil 2 schlichtweg lieblos. Denn wenn beide Teile so untrennbar zusammengehören, dass sie sich sogar das Cover teilen, hätte es da durchaus produktionstechnische Möglichkeiten gegeben, in einem Digipak auch zwei Silberlinge unterzubringen – vielleicht sogar zu einem fairen Preis. So aber wird der Fan zweimal zur Kasse gebeten, und zwar jeweils, um rund 18 € zu berappen. Dafür gab es auf „Volume 1“ das nahezu identische Package wie auf dem bereits zum letzten runden Geburtstag veröffentlichten „A Decade Of Destruction“ – in verschlimmbessertem Sound. Bei „Volume 2“ sieht es nicht viel besser aus.

Im Gegenteil: Schon das erst 2020 erschienene „A Decade Of Destruction – Volume 2“ war schwächer als der erste Teil. Zwar hat die Tracklist der neuen Version mit „nur“ neun (von 14) identischen Tracks etwas mehr Varianz zu bieten als das bei den beiden ersten Teilen der Fall war. Setzt man aber voraus, dass die damalige Songauswahl ein echtes „Best-of“ war und berechnet ein, dass sich FIVE FINGER DEATH PUNCH aus dem gleichen Pool an Songs – nämlich bis „Got Your Six“ (2015) – bedient haben, können die neu hinzugekommenen Tracks aller Logik nach bestenfalls zweite Wahl sein. Tatsächlich hat es die Mehrheit der Stücke nie oder vergleichsweise selten ins Live-Set der Band geschafft – nicht unbedingt ein Indikator dafür, dass es sich um Fan-Favorites handelt. Entsprechend unspektakulär läuft das Album dann auch durch. Vom BABYMETAL-Feature gleich im zweiten Song „The End“ abgesehen, findet sich hier nichts, das aufhorchen lässt. Hinzu kommt, dass die Neueinspielungen der Songs durchweg gut gemacht sind – aber eben auch nicht viel verbessern: Sieht man von den drei Songs ab, die von den ersten beiden Alben stammen, ist außer einer etwas sanfteren Intonation von Ivan Moody nahezu kein Unterschied zu hören. Gerade bei den Stücken der frühen, noch wütenderen Alben ist das eher ein Down- als ein Upgrade.

Wie schon der erste Teil endet auch „Volumne 2“ mit drei Live-Tracks – abermals in dermaßen katastrophalem Live-Sound, dass man am Verstand aller Beteiligten zweifeln muss: Nach den insgesamt nochmal fetter produzierten Neuaufnahmen wirken diese Tracks wie Handymitschnitte. Schon gut produzierte Einzel-Live-Tracks am Ende einer Veröffentlichung sind atmosphärisch schwierig – in dieser Form aber sind sie das denkbar schlechteste Ende einer Veröffentlichung.

Schon „20 Years Of Five Finger Death Punch – Best Of Volume 1“ war für alle, die „A Decade Of Destruction“ besitzen, völlig überflüssig. Auch der zweite Teil rettet dieses Projekt nicht mehr: Zwar wurde die Tracklist im Vergleich zu seinem 2020er-Pendant zumindest eine leicht veränderte. Von einem „Best-of-Album“ kann man aber beim besten Willen nicht sprechen – zumal für eine echte Werkschau die Hits der letzten beiden Alben fehlen. Aber auch das ist kein Zufall. Der eigentliche Anlass für das Re-Recording war schließlich nicht das Jubiläum, sondern ein Streit ums Geld: Ohne Wissen der Band hatte deren ehemaliges Label Prospect Park unlängst die Master-Recordings der ersten sechs Alben weiterverkauft – also die Rechte an den Aufnahmen und den Anspruch auf die daraus generierten Recording-Einnahmen. Neue Aufnahmen (auch der gleichen Songs) sind davon nicht betroffen: Diese können FIVE FINGER DEATH PUNCH (bzw. ihr aktuelles Label) in Konkurrenz zu den verkauften Originalen selbst vermarkten. Das sei der Band von Herzen gegönnt – damit muss es dann aber auch gut sein: Für eine physische Version dieses Husarenstücks sollte wirklich kein Fan Geld rauswerfen.

Du siehst gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicke auf die Schaltfläche unten. Bitte beachte, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Wertung: 3 / 10

Publiziert am von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert