Cover Frozen Soul - No Place Of Warmth

Review Frozen Soul – No Place Of Warmth

  • Label: Century Media
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Death Metal

Mit „No Place Of Warmth“ veröffentlicht die Death-Metal-Truppe FROZEN SOUL aus Texas ihr nunmehr drittes Studioalbum. Dass dem dritten Longplayer eine gewisse „Magie“ innewohnt, ist allgemein bekannt. Ob FROZEN SOUL der Durchbruch damit gelingen kann, wird sich noch zeigen. Mit Sicherheit kann man vorwegnehmen, dass sie ihrem rohen Old-School-Stil, den sie mit ihrem Debüt „Crypt Of Ice“ kreiert haben, treu bleiben. Das wird Genre-Puristen mit Sicherheit gefallen, ein wenig Experimentierfreudigkeit blitzt gelegentlich aber durch.

Der Opener „No Place Of Warmth“ erinnert zu Beginn an einen 80er-Jahre-Horrorfilm – Michael Myers lässt grüßen. Die dadurch aufkommende Atmosphäre stützen eingestreute Glockengeräusche, die sich im Verlauf des Songs immer wieder finden. Es bleibt schaurig, bis wuchtige Drums und Gitarren einsetzen. Eine frostige Stimmung und Growls der alten Schule bestimmen den Opener, der durch Gerard Way von MY CHEMICAL ROMANCE unterstützt wird.

Neben „No Place Of Warmth“ finden sich zwei weitere Features mit Rob Flynn von MACHINE HEAD („Invoke War“) und Devin Swank von SANGUISUGABOGG („Dreadnought“) auf der Platte. Dabei kommt „Invoke War“ ähnlich schwer und tragend daher wie der erste Song, nimmt dabei aber groovigere Elemente mit auf. „Dreadnought“ hingegen begrüßt die Hörer mit Maschinengeräuschen und schreienden Menschen. Die Rufe nach dem Dreadnought lassen den ansonsten rohen, brutalen und ungeschliffenen Song von der Leine.

53 Sekunden ist der kürzeste Song „Absolute Zero“ lang und steuert den ersten und eher unerwarteten Breakdown bei. Dieser verleiht dem Stück ein druckvolles Momentum. Leider fehlt der Abschluss ein wenig, was bei der Länge auch nicht verwunderlich ist, aber doch recht abrupt wirkt. Experimentellere Ausflüge finden sich auch bei „Chaos Will Reign“ und „Eyes Of Despair“ wieder, wobei der zweite Song in Bezug auf Gitarrendynamik und Geschwindigkeit noch mehr Abwechslung zu bieten hat. Ein spannendes Intro liefern FROZEN SOUL bei „Ethereal Dreams“ ab. Wenn nicht schon zuvor passiert, werden spätestens mit diesem Song Erinnerungen an OBITUARY geweckt.

Grundsätzlich ist „No Place Of Warmth“ durch einen stampfenden Midtempo-Sound geprägt. Dieser zieht sich durch das gesamte Album, nur selten wird diese seit der ersten Full-Length gesetzte Leitplanke verlassen. Das tut der Qualität der Songs keinen Abbruch, auch über Albumlänge wird es nie langweilig. FROZEN SOUL schaffen es, durch geschickte Akzentuierungen das Interesse hochzuhalten: Sowohl mit Windgeräuschen („Skinned By The Wind“), doomigen Gitarrenläufen („Deathweaver“) als auch dem Sound eines Sperrfeuers im Schützengraben („Frost Forged“) lassen sie immer wieder aufhorchen. Bei letzterem hört man wörtlich den Amboss auf den Hammer fallen. Der letzte Song der Platte „Killin’ Time (Until It’s Time To Kill)“ zieht noch mal ordentlich an und wartet mit Gangshouts zum Titel auf. Man merkt, dass die höhere Geschwindigkeit den Songs guttut – daran könnten sich FROZEN SOUL durchaus öfter bedienen.

FROZEN SOUL bleiben auf „No Place Of Warmth“ wenig experimentierfreudig. Gelegentlich schaffen sie es aber, den altbekannten Old-School-Mustern zu entfliehen. Vor allem bei den Intros verschiedener Songs probieren sie sich aus. Trotz allem wird das Headbangmaterial im Midtempo live gut funktionieren. Denn was sie sich nicht vorwerfen lassen können, ist die kultivierte Qualität ihres Old School Death Metal, die sie mit ihrem dritten Album auf ihre Hörerschaft loslassen.

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Wertung: 7 / 10

Michael Schurig

Publiziert am von

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