CD-Review: Helloween - My God-Given Right

Besetzung

Andi Deris – Gesang
Michael Weikath – Gitarre
Sascha Gerstner – Gitarre
Markus Grosskopf – Bass
Dani Löble – Schlagzeug

Tracklist

01. Heroes
02. Battle's Won
03. My God-Given Right
04. Stay Crazy
05. Lost In America
06. Russian Roulé
07. The Swing Of A Fallen World
08. Like Everybody Else
09. Creatures In Heaven
10. If God Loves Rock 'N' Roll
11. Living On The Edge
12. Claws
13. You, Still Of War


HELLOWEEN, die deutschen Legenden des Power Metals, gehören zur Kategorie der fleißigen Arbeiter. Sie haben in den letzten 30 Jahren genau 15 Alben veröffentlicht, und das in sehr konstantem Rhythmus. Darunter befanden sich nicht zuletzt Genre-definierende Werke wie die ersten beiden „Keeper“-Scheiben. Aber auch nach diesen Schlägen blieb die Band immer weiter fleißig. Ihr neuester Streich hört auf den Namen „My God-Given Right“ – und macht im Wesentlichen dort weiter, wo die Vorgänger aufgehört hatten.

Mit den ersten Songs fischen HELLOWEEN in bekannten Gewässern: „Heroes“, „Battle’s Won“ und „My God-Given Right“ sind einwandfreie Uptempo-Nummern, die mit hymnischen Refrains, sehr direktem Riffing und markanten Melodielinien in den Gitarren bestechen. Dazu gibt Sänger Andi Deris eine gewohnt gelungene Vorstellung. Dennoch muss man hier auch gleich die Kritik ansetzen: Obwohl es sich bei diesen Songs wie ähnlichen späteren auch um handwerklich gut gemachte Arbeit handelt, setzen sie sich doch in keiner Weise von ähnlichen Songs der vorigen vier Alben ab. Sicher kann man das so machen – aber muss man es immer wieder tun?

Lichtblicke sind da die etwas kreativeren Ansätze, wie „Lost In America“, das mit abwechslungsreicherem Songwriting aufwartet, obwohl auch hier das lyrische Thema altbekannt ist. Sogar Spinal Tap sangen schon über die Probleme einer Band auf dem Weg zum Gig. Trotzdem hebt sich dieser Song sofort von den vorigen ab. Ähnliches gelingt auch dem Midtempo-Stampfer „The Swing Of A Fallen World“, der besonders damit zu punkten vermag, dass Andi Deris seinen Gesang aggressiver als sonst klingen lässt. Unbedingt positiv hervorzuheben ist auch „If God Loves Rock ’n‘ Roll“, das mit seinem großartigen Refrain einen echten Höhepunkt von „My God-Given Right“ bildet. Die Ballade „Like Everybody Else“ dagegen ist zwar ebenfalls nett anzuhören, aber in ihrer Form altbekannt.

Genauso wie HELLOWEEN mit dem Songwriting auf Nummer sicher gehen, verfahren sie auch mit der Produktion. Wem die letzten Alben zu kalt klangen, wird hier leider keine Verbesserung feststellen. HELLOWEEN versagen sich bis auf wenige Aspekte dem allgemeinen Trend zur raueren Produktion und bleiben poliert. Das ist sicher eine bewusste künstlerische Entscheidung, die man akzeptieren kann. Jedermanns Sache ist dieser Klang aber nicht. Wen die genannte Kritik nicht stört und wer gerne mehr vom Gleichen hören will, macht mit „My God-Given Right“ nichts falsch. Die großen Songs oder gar so etwas wie musikalische Entwicklung sollte man aber nicht erwarten.

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Bewertung: 6.5 / 10

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