Review In Flames – The Jester Race

Mit ihrem zweiten Album “The Jester Race” beschreiten die Göteborger IN FLAMES erstmals neues Terrain. Nach dem weniger melodischen Debüt „Lunar Strain“ werfen IN FLAMES hier mit Melodien nur so um sich – nicht grundlos zählen IN FLAMES ja neben Dark Tranquillity zu den Pionieren der schwedischen Melodic-Death-Bewegung.

Etwas gewöhnungsbedürftig klingt das Album jedoch teilweise schon – die Opening-Tracks „Moonshield“ und „The Jester’s Dance“ bestechen mehr durch Akustikklampfen und sanfte Töne denn durch harte Sounds. Das ändert sich erst bei der ersten metallischen Hälfte der Platte. Erste Hälfte deswegen, weil sich „The Jester Race“ in zwei Teile spalten lässt, vor allem von Qualität der Songs her. „Artifats Of The Black Rain“ und „Lord Hypnos“ sind zwei ganz gute Songs und hätten auch ein einziges Lied bilden können, „Graveland“ will auch nicht so richtig zünden, knallt aber besser als die beiden anderen. Ohne die aggressiven Vocals von Anders Fridén, der mittlerweile an die Position von Mikael Stanne gerückt ist (und welcher dafür bei Dark Tranquillity übernommen hat), würde hier insgesamt gesehen einiges an Ausdrucksstärke und Energie verloren gehen.

Den Wendepunkt markiert dann „Dead Eternity“, das nach einer sehr ruhigen halben Minute wunderbar melodisch hämmert und grölt. Der Titeltrack bläst alles weg. Ist zwar nicht der schnellste Song des Albums, aber er hat die Energie, die den Tracks 3 bis 5 größtenteils gefehlt hat. Bei „December Flower“ schlachten sich die Elche selbst, das Instrumental „Wayfaerer“ ist eine Naturgewalt, die ihresgleichen sucht. Und das abschließende „Dead God In Me“ schlachtet die Überreste der toten Elche gleich noch mal – einfach klasse, was hier gegen Ende geboten wird. Bei den letzten vier Tracks lässt sich auch die verwöhnte Birne locker kreisen.

Trotz (oder wegen?) der sehr starken zweiten Hälfte bleibt „The Jester Race“ ein etwas zu unausgeglichenes Album, das ein paar Stücke enthält, die einfach nicht zünden wollen. Auch ist die Produktion teilweise nicht das gelbe vom Ei: Vor allem den Gesang hat man teilweise zu stark in den Hintergrund gestellt. Trotz alledem ein solides Album voller Todesmelodien. Und langweilig wird es, dank des abwechslungsreichen Songmaterials, immerhin nicht so schnell.

Wertung: 8 / 10

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

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