CD-Review: Kadavar - Live In Antwerp

  • Veröffentlichung: 2014
  • Label: Nuclear Blast
  • Spielart: Rock
Besetzung

Christoph „Lupus“ Lindemann – Gesang, Gitarre
Simon „Dragon“ Bouteloup – Bass
Christoph „Tiger“ Bartelt – Schlagzeug

Tracklist

01. All Our Thoughts
02. Living In Your Head
03. Doomsday Machine
04. Black Sun
05. Eye Of The Storm
06. Broken Wings
07. Come Back Life
08. Purple Sage
09. Creature Of The Demon
10. Goddess Of Dawn
11. Forgotten Past


Zwei Alben innerhalb ebenso vieler Jahre, die die Band in die Speerspitze des Retro Rock beförderten, gefolgt von einem Livealbum im dritten Jahr – KADAVAR veröffentlichen was das Zeug hält. Ob bei diesem Tempo die Qualität irgendwann auf der Stecke bleibt, wird sich zeigen müssen, wie die Band ihr Material unterwegs präsentiert, lässt sich nun auf „Live In Antwerp“ erleben.

Kaum sind die ersten Töne erklungen, ist bereits klar, dass es sich hier um ein „echtes“ Livealbum handelt. Keines, bei dem die Band einfach „live“ im Studio war, sondern tatsächlich vor Publikum auf der Bühne stand.
Das liegt zum einen daran, dass auf „Live In Antwerp“ die Fans des Öfteren zu hören sind, sowohl zwischen den Songs als auch während der ruhigen Passagen dieser. KADAVAR machen dabei eine sehr gute Figur, spielen ihre Nummern gekonnt und zugleich lässig und gestatten sich sogar den einen oder anderen Verspieler, der hier nicht dem Schnitt zum Opfer fiel. Vielmehr unterstreicht der Umstand, dass hier nicht jede Note perfekt sitzt, zum einen den Livecharakter der Platte, zum anderen fördert es zugleich das Feeling der Musik, die dem Rock der 70er entspringt, also einer Zeit, in der das Gefühl noch vor technischer Finesse ging.

Elf Songs sind auf „Live In Antwerp“ vertreten, die beiden Alben entstammen und damit einen umfassenden Überblick über das bisherige Schaffen der Band bieten.
KADAVAR spielen, so viel sollte mittlerweile klar geworden sein, geradlinigen Rock, mit jeder Menge satten Riffs und dicken Grooves, welche immer wieder von psychedelischen Passagen und gefühlvollen Soli aufgebrochen werden. Das ist ungefähr so gegenwartsbezogen wie Bernhard Bueb‘s Vorstellungen bezüglich der Disziplin, aber auch ebenso konsequent. Die Band haut einfach einen Kracher nach dem anderen raus, pfeift auf Trends und spielt die Musik, die den beteiligten Musikern offensichtlich Freunde bereitet. Dem Publikum geht’s genauso. Das passt.

„Live In Antwerp“ lohnt sich für jeden, der mit satter Rockmusik etwas anfangen kann und noch nichts von KADAVAR im Schrank stehen hat. Aber selbst wenn man die beiden Alben der Band bereits besitzt, bereitete diese Scheibe mit ihrem authentischen Livecharakter jede Menge Freude. Und dazu ist Musik ja letztlich auch da.

Bewertung: 7.5 / 10

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