CD-Review: Kadavar - Live In Copenhagen

  • Veröffentlichung: 2018
  • Label: Nuclear Blast
  • Spielart: Rock
Besetzung

Christoph "Lupus" Lindemann - Gesang, Gitarre
Christoph "Tiger" Bartelt - Schlagzeug
Simon "Dragon" Bouteloup - Bass

Tracklist

01. Skeleton Blues
02. Doomsday Machine
03. Pale Blue Eyes
04. Into The Wormhole
05. The Old Man
06. Die Baby Die
07. Black Sun
08. Living In Your Head
09. Into The Night
10. Forgotten Past
11. Tribulation Nation
12. Purple Sage


Herbst 2017. Nordkorea und die USA liefern sich ein Kräftemessen, Joachim Herrmann würde gerne bayerischer Ministerpräsident werden und KADAVAR betouren ausgiebig die Konzerthallen Deutschlands. Nicht nur, dass mit Mantar und Death Alley zwei überragende Support-Acts mit von der Partie waren, auch die Headliner selbst befanden und befinden sich noch auf einem absoluten Hoch in Sachen Performance. Da erscheint ein Live-Album zu dieser Tour mehr als angebracht. Etwas merkwürdig ist aber die Art der Veröffentlichung. „Live In Copenhagen“ ist nämlich als CD nur in Kombination mit KADAVARs aktuellem Album „Rough Times“ erhältich, lediglich die Vinyl-Variante ist einzeln zu erwerben und wartet sogar mit zwei Bonus-Tracks auf.

Aufgenommen wurde „Live In Copenhagen“ am 09. November 2017 im Pumphuset in der namensgebenden Stadt in Dänemark und die zwölf Songs der CD-Version stellen nahezu die gesamte Setlist des Abends dar. KADAVAR boten auf dieser Tour einen gelungenen Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen und räumten mit Stücken wie „Black Sun“ oder „Living In Your Head“ auch ihrem eher unbeachteten Debüt einen Platz ein. Besonders herausragend sind aber die neuen Songs der Band. Klangen sie in der Studioversion auf „Rough Times“ schon deutlich roher und wuchtiger als alles, was man bis dato von den Berlinern gehört hat, legen die Live-Versionen noch einmal eine Schippe drauf. „Die Baby Die“ groovt deutlich mehr als auf Platte, „Skeleton Blues“ macht seinem Namen richtig Ehre und „Into The Wormhole“ verschlingt und erdrückt den Hörer mit der Wucht seiner Riffs wie ein echtes schwarzes Loch. Mit der 13-minütigen Version von „Purple Sage“ als Schlusspunkt, krönen sich KADAVAR selbst zu den Königen der Retro-/70er-/Stoner-Rock-Szene. Musikalische Virtuosität auf höchstem Niveau!

Einziger Wermutstropfen von „Live In Copenhagen“ ist die Qualität der Abmischung, die nicht vollends überzeugen kann. Bei einigen Songs ist Sänger Lupus kaum zu verstehen und wird von den Instrumenten nahezu komplett übertönt. Klar sind diese dafür sehr gut eingefangen und natürlich spiegeln diese Kleinigkeiten eine Live-Show besser wieder als eine sterile Aufnahme, aber dennoch stören diese Unsauberkeiten.

Trotz kleiner Makel untermauern KADAVAR mit „Live In Copenhagen“ ihren Status als eine der Ausnahmebands der letzten Jahre und strafen alle Kritiker Lügen, die in ihnen nur eine weitere Hipster-Retro-Band sehen wollen. Da bekommt man richtig Lust, das Trio mal wieder live zu sehen – wie gut, dass KADAVAR im Herbst wieder auf Tour sind.

 

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: