KHEMMIS aus Denver stehen seit derweil zwölf Jahren für eine Mischung aus traditionellem, melancholischem Doom mit diversen Genre-Einflüssen wie beispielsweise Heavy Metal und Death Metal. Seit ihrem letzten Album „Deceiver“ sind derweil fünf Jahre und eine EP ins Land gegangen. Nun ist die Band mit ihrem selbstbetitelten Release zurück.
Gar nicht so sehr nach Doom klingt schon der Start „Invocation Of The Dreamer“. Denn neben einem kurzweiligen Blastbeat ist hier das Gefühl nicht forderst Schwere, als das vorwärts drängende Gitarren, ein warmer Bass und sauberes Drumming dem zugewonnenen Einfluss des Heavy Metal auf überraschend moderne Weise Platz machen. Der großartige Refrain von Sänger und Gitarrist Phil Pendergast setzt sich gut ins Ohr und die im Verlauf zäher werdenden Arrangements zeigen an: Doom geht immer.
Wo „Deceiver“ eine erste große Öffnung zu neuen Strömungen vollzog, wirken die folgenden Titel wie ein Ausrufezeichen. „Corpsebloom Garden“ bringt über die Vocals maximale Epik ins Spiel, während das Stück kompositorisch über einige Wendigkeit verfügt und so einem klassischen Modern-Metal-Song näher steht als großer Melancholie. Dass die Gitarrenfraktion bei KHEMMIS noch einmal wichtiger geworden ist belegen beispielsweise die mehrstimmigen Melodien auf „Beneath The Scythe“. Hier verschmelzen die großen Stärken der Band auch vollständig. Der Titel hat Drive, ist vollgepackt mit Soli, tollem Gesang und das tighte Schlagzeugspiel von Zach Coleman treibt den Song stimmig voran.
Bis zur Hälfte der neuen Veröffentlichung scheint es auch als strotzten KHEMMIS nur so vor Energie und keinesfalls ist es so, dass die folgenden Stücke per se schlechter wären als ihre Vorgänger. Allerdings geht der Band ab ebenda etwas die Luft aus. „Gilded Chambers“ ist zwar ein dynamisch nach wie vor schön komponierter Track, so recht etwas hängen bleiben möchte aber nicht. Denn selbst die eleganten Soli von Ben Hutcherson und Phil Pendergast, folgen derweil weniger dem Ziel des emotionalen Peaks, als eher dem „Weils-Funktioniert-Prinzip“.
Wieder etwas mehr Emotionalität, gerade beim Gesang, bringt dann „Tomb Of Roses“ ins Spiel. Und ja, die Soli sind super, das Drumming sitzt und man hat unmissverständlich klargemacht was man kann. Aber der tiefschürfende Charakter der ersten drei Tracks auf „Khemmis“ kommt nicht mehr auf dem vorher angesetzten Niveau zustande. Immerhin: die etablierte Formel wird mit „Benediction Tones“ sehr konsequent einem Ende zugeführt. Der vorwiegend langsame Song ist dabei in seiner Reduktion wohl dem Frühwerk der Band am nächsten, verbleibt aber vor dem starken Start von „Khemmis“ ein recht ereignisloser Schlusspfiff. Schade.
KHEMMIS haben mit ihrem selbstbetitelten Album nichts falsch gemacht. Geht man danach, wofür Alben die den Namen einer Band in der Regel stehen, dann sind das entweder Platten die neue Wege gehen, oder eben jene die Altbewährtes zementieren. „Khemmis“ fällt in die zweite Kategorie. Denn auch wenn die Band im Vergleich zu „Deceiver“ noch härter und zugleich melodiöser geworden ist, die Kombination aus stimmigen Refrains, Brachialität und Melodie, ist ab der guten Hälfte der Platte einfach zu repetitiv. Denn wo „Khemmis“ zu Beginn noch Banger an Banger zu bieten hat, kann das Album diesen Standard nach dem Albummittel nicht mehr halten.
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Wertung: 7 / 10


