CD-Review: Korn - The Path Of Totality

Besetzung

Jonathan Davis – Gesang
James „Munky“ Shaffer – Gitarre
Reginald „Fieldy“ Arvizu – Bass
Ray Luzier – Schlagzeug

Tracklist

01. Chaos Lives in Everything (feat. Skrillex)
02. Kill Mercy Within (feat. Noisia)
03. My Wall (feat. Excision and Downlink)
04. Narcissistic Cannibal (feat. Skrillex)
05. Illuminati (feat. Excision and Downlink)
06. Burn the Obedient (feat. Noisia)
07. Sanctuary (feat. Downlink and J Devil)
08. Let's Go (feat. Noisia)
09. Get Up! (feat. Skrillex)
10. Way Too Far (feat. 12th Planet, Flinch and Downlink)
11. Bleeding Out (feat. Feed Me)
12. Fuels The Comedy (feat. Kill The Noise) (Bonustrack)
13. Tension (feat. Excision, Datsik and Downlink) (Bonustrack)


Seit Jahren müssen sich die New-Metal-Stars KORN mit dem Vorwurf herumschlagen, sie würden schon länger nichts wirklich Neues mehr machen und nur noch ewig die gleichen Ideen breittreten. Zumindest diesem Vorwurf setzen die Amerikaner mit ihrem neuen Album „The Path Of Totality“ ein Ende – jedoch nicht ganz aus eigener Kraft, sondern eher dank diverser Gäste aus dem derzeit ja mächtig angesagten Dubstep-Bereich, welche sie zum Mitwirken bewegen konnten.

Worum es bei diesem Experiment geht, zeigt bereits der Opener recht deutlich: Nach einem harten Einstieg aus Dubstep-Beats aus der Feder von Szene-Größe SKRILLEX setzen KORN mit recht typischem Riffing ein, um die Sache spätestens mit dem schönen Refrain einzutüten: Einstieg gelungen, die Idee schmackhaft gemacht – die Frage ist also nur noch, wie KORN, beziehungsweise die anderen Künstler, dies auf die Gesamtspielzeit von knapp 40 Minuten umzusetzen wissen.
Den nächsten Höhepunkt setzt nach den etwas schleppenden „Kill Mercy Within“ (feat. NOISIA) und „My Wall“ (feat. EXCISION) jedoch erst „Narcissistic Cannibal“, bei welchem neben KILL THE NOISE erneut SKRILLEX seine Finger im Spiel hatte. Der Charme liegt auch hier wieder vor allem im schönen Refrain in Verbindung mit den relativ harten Beats des ehemaligen From First To Last-Fronters aus Los Angeles.
Leider ist damit zunächst auch eigentlich alles gesagt – denn was dann folgt, ist sicher nicht schlecht – hat dem bisher gehörten jedoch nur wenig Neues hinzuzufügen: Die wirklich guten Ideen fehlen hier leider, zu relativ monotonen Beats liefert die Band recht belangloses Riffing und auch Davis‘ Gesangslinien sind nicht die Offenbarung. Nach dem gerade in letzterem Punkt exemplarischen Tiefpunkt des Albums, „Sanctuary“ (feat. DOWNLINK), und dem zwar etwas härteren, jedoch nicht minder belanglosen „Let’s Go“ (feat. NOISIA) folgt mit „Get Up!“ die Überraschung schlechthin – etwas dadurch kaputtgemacht, dass ausgerechnet dieser Übersong als erste Single vorab veröffentlicht worden war. Wenig überraschenderweise ist es hier wieder SKRILLEX, der der Truppe mit einem wahnsinnig groovenden, schrägen Beat ein extrem starkes Fundament aufbaut, auf den KORN-Sänger Jonathan Davis nach schöner Hinleitung einen schlichtweg epischen Refrain setzt und das Stück so zu dem Hit des Albums macht. So hätte man sich das über die gesamte Länge des Albums gewünscht, wirklich großes Kino. Doch auch wenn die beiden abschließenden Nummern zu den besseren des Albums gehören, kann dieses Niveau leider über den Song hinaus nicht gehalten werden.

Was KORN mit „The Path Of Totality“ im Sinne hatten, wird durch das Album schnell deutlich und kann durchaus als gute Idee gelobt werden: Die Kombination aus Dubstep-Beats und New Metal klingt nicht nur in der Theorie, sondern, wenn sie so gut umgesetzt wird wie in „Get Up!“, auch in der Praxis wirklich fein und wird zumindest in Form dieses Songs auch gewiss schnell in den Clubs dieser Welt Einzug halten.
Das kann jedoch nicht drüber hinwegtäuschen, dass der Großteil des Materials auf dem Album bestenfalls das Attribut „ganz nett“ verdient: Wirklich zwingende Nummern gibt es wenige, dafür umso mehr, bei denen man das Gefühl nicht loswird, dass hier deutlich mehr gegangen wäre – und zwar auf beiden Seiten.

Bewertung: 7.5 / 10

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