CD-Review: Kreator - Love Us Or Hate Us (The Very Best Of The Noise Years 1985 – 1992)

Besetzung

Miland „Mille“ Petrozza – Gesang, Gitarre
Jörg „Tritze“ Trzebiatowski – Gitarre
Frank „Blackfire“ Gosdzik – Gitarre
Rob Fioretti – Bass
Christian „Speesy“ Giesler – Bass
Andreas Herz – Bass
Jürgen „Ventor“ Reil – Schlagzeug
Joe Cangelosi – Schlagzeug

Tracklist

CD 1:
01. Endless Pain
02. Tormentor
03. Flag Of Hate
04. Total Death
05. Bonebreaker
06. Pleasure To Kill
07. Under The Guillotine
08. Riot Of Violence
09. Ripping Corpse
10. Command Of The Blade
11. Terrible Certainty
12. Toxic Trace
13. Storming With Menace
14. No Escape
15. Behind The Mirror

CD 2:
01. Extreme Aggressions
02. Some Pain Will Last
03. Bringer Of Torture
04. Love Us Or Hate Us
05. Betrayer
06. Terror Zone
07. Coma Of Souls
08. People Of The Lie
09. When The Sun Burns Red
10. Agents Of Brutality
11. Renewal
12. Depression Unrest
13. Karmic Wheel
14. Europe After The Rain
15. Winter Martyrium


„Noise lebt!“ proklamiert ein Sticker auf dieser CD. Und tatsächlich wurde das frühere Kultlabel – welches 2001 an Sancutary verkauft und nach der Übernahme von Sancutary durch Universal 2007 geschlossen wurde – nun wieder zu neuem Leben erweckt. Möglich wurde dies, da BMG 2013 die Rechte an den Songs der Noise-Ära erwarb. Den Beginn von „Noise 2.0“ machen einige Best-Of-Releases der größten Bands, die Noise unter Vertrag hatte, wie etwa Helloween, Grave Digger, Running Wild, Tankard und natürlich KREATOR.

Diese waren von 1985 bis 1992 unter den Fittichen von Noise beheimatet und veröffentlichten während dieser Zeit die Alben „Endless Pain“ (1985), „Pleasure To Kill“ (1986), „Terrible Certainty“ (1987), „Extreme Aggression“ (1989), „Coma Of Souls“ (1990) und „Renewal“ (1992). Dank dieser Alben konnten sich KREATOR in diesem Zeitraum als eine der führenden Thrash-Bands in Europa und dank diverser Touren auch global etablieren.
Für „Love Us Or Hate Us (The Very Best Of The Noise Years 1985 – 1992)“ wurden von jedem der sechs Alben aus diesem Zeitraum fünf Songs zusammengestellt, was logischerweise in einer 30 Songs starken Doppel-CD resultiert. Die Tracks sind zwar nicht in der gleichen Reihenfolge wie auf den Alben, aber doch chronologisch angeordnet. Dadurch lässt sich die Entwicklung KREATORs innerhalb der ersten sieben Bandjahre sehr gut nachvollziehen. Beginnend mit wütendem, pfeilschnellem Thrash, der die Essener zu Vorreitern des „teutonischen Thrashs“ machte, entwickelte sich die Truppe um Frontmann Petrozza zu Beginn der 90er in eine experimentellere Richtung, was nach „Renewal“ auch zu einem leichten Karriereknick führte, da Fans der Band diese Ausrichtung (und damit auch Alben wie „Cause For Conflict“ oder „Endorama“) wenig schätzten.
Dies spielt auf „Love Us Or Hate Us (The Very Best Of The Noise Years 1985 – 1992)“ jedoch noch keine Rolle, da die frühen Werke von KREATOR allesamt amtlich auf die Mappe geben. So enthalten die beiden CDs Bandklassiker wie „Flag Of Hate“, „Extreme Aggression“, „Pleasure To Kill“ oder „Betrayer“, die bis heute fester Bestandteil der Live-Sets sind.
Zusätzlich gibt es einige Perlen, die die Truppe von einer differenzierteren Seite zeigen, wie etwas das großartige „People Of The Lie“, das zweifelsohne als Vorbild für „Heartwork“ von Carcass diente. „Kharmic Wheel“ wiederum vermittelt einen Eindruck von der Richtung, in die die Band sich später entwickeln würde und mit „Europe After The Rain“ gibt es auch einen Song, auf dem KREATOR klar politisch Stellung beziehen.

Für Fans der Band ist „Love Us Or Hate Us (The Very Best Of The Noise Years 1985 – 1992)“ trotzdem nur begrenzt spannend, da die Veröffentlichung keine neuen oder bisher unveröffentlichten Songs beinhaltet. Allerdings bieten die beiden CDs einen sehr guten Überblick über die ersten sechs Alben einer der am meisten geachteten Thrash-Bands und damit einen perfekten Einstieg für alle, die KREATOR bisher nicht kannten (gibt es solche Menschen?!) oder für jene, die eine überaus gelungene Zusammenfassung der frühen Schaffensphase der Legende aus Essen ihr Eigen nennen wollen.

Keine Wertung

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