CD-Review: Metallica - All Nightmare Long

Besetzung

James Hetfield – Gitarre, Gesang
Kirk Hammet – Gitarre
Robert Trujillo – Bass
Lars Ulrich - Schlagzeug

Tracklist

CD1:
01.All Nightmare Long
02. Wherever I May Roam [live]
03. Master Of Puppets [live]
CD2:
01. All Nightmare Long
02. Blackened [live]
03. Seek And Destroy [live]
DVD:
01. All Nightmare Long
02. Berlin Magnetic (Documentary)
03. Rock Im Park “Container” Rehersal


Wie verleitet man Musikfans in Zeiten immer schneller werdender Internetverbindungen dazu, Geld für ein (zumindest in schwermetallischer Hinsicht) auslaufendes Geschäftsmodell wie CD-Singles auszugeben und nebenher auch noch den Gewinn damit zu maximieren? Nun, für METALLICAs erst Singleauskopplung von ihrem neuen Thrash-Hammer „Death Magnetic“ haben sich Vertigos Chefstrategen was ganz besonderes ausgedacht.

„All Nightmare Long“ heißt sie, die erste Singleveröffentlichung vom Todesmagneten. Zum Song selber brauche ich wohl nicht mehr viel zu sagen, wer ihn bis heute noch nicht gehört hat, ist eigentlich selber schuld. Nur so viel: James Hetfield und co. thrashen hier mindestens auf dem Niveau vergangener Großtaten wie „Battery“, „Dyers Eve“ oder „Blackened“.
Sehr edel kommt sie daher, diese Single. Statt der üblichen Slimcase-Plastikhülle darf der geneigte Fan ein fettes Digipack mit schönem Hochglanzdruck nach Hause tragen. Das macht schon was her im CD-Regal.
Alles in Allem besteht die Single aus insgesamt drei Ton- bzw. Bildträgern. Auf CD1 befindet sich, natürlich, der auszukoppelnde Track „All Nightmare Long“ und dazu noch live-Versionen von „Master Of Puppets“ und „Wherever I May Roam“, beide aufgenommen auf der Release-Party in Berlin am 12. September 2008. Auf CD2 befindet sich nochmals der Song „All Nightmare Long“, sowie die Liveversionen von „Blackened“ und „Seek And Destroy“ (ebenfalls beide aus Berlin). Beim dritten Silberling schließlich handelt es sich um eine DVD, die folgendes beinhaltet: Einmal (Achtung, jetzt kommts!) den Song „All Nightmare Long“, leider nicht mit dem dazugehörigen Video, sondern nur mit einem langweiligem Hintergrundbild, dass sich dazu nie ändert, ein halbstündiges Filmchen über das Konzert in Berlin, in dem man, immerhin, drei Songs live bewundern kann (nämlich „That Was Just Your Life“, „The End Of The Line“ und „The Thing That Should Not Be“) und zum Abschluss nochmal ein etwa 15 minütiges, relativ uninteressantes Video von der Rehearsal-Session in einem Container bei „Rock im Park 2008“.
Fassen wir bis jetzt kurz zusammen: Auf drei Silberlingen bekommt man hier dreimal denselben Song, vier Liveversionen alter Kamellen und eine Dreiviertelstunde Filmmaterial. An und für sich ganz nett, aber besonders spannend ist, neben dem Song, um den es hier eigentlich geht, nichts wirklich. Das beste kommt aber noch: Die drei Tonträger muss man sich alle separat zulegen. Im Eingangs erwähnten Digipack finden sich neben der ersten CD nur zwei Papierrohlinge, die den Käufer freundlich darauf hinweisen, dass man nur die zusätzliche CD und DVD zu erstehen braucht, um sein „einzigartiges Single Package“ komplett zu haben. Beide schlagen mit nochmal rund 7€ zu Buche, sodass der treue Sammler letztendlich gut 22 Euronen für sein „einzigartiges Single Package“ auf den Tisch legen darf.

Als langjähriger METALLICA-Fan bin ich ja nach wie vor versucht, nicht der Band, sondern dem Label die Schuld an derartiger Fan-(darf man „Verarsche“ im Internet sagen?) zu geben, immerhin ist „Death Magnetic“ die letzte Metallica-Platte, die bei Vertigo erscheint und so ist man wohl versucht, seine beste Kuh im Stall nochmal ordentlich zu melken. Dennoch kann und muss man der Band in solchen Fällen immer eine gewisse „Teilschuld“ geben, schließlich muss jeder Plattenvertrag erst mal unterschrieben werden. Kurzum: Auch wenn „All Nightmare Long“ einer der besten Songs ist, die Metallica (in den letzten 20 Jahren) geschrieben haben, ist dieses „einzigartiges Single Package“ sein Geld überhaupt nicht wert. Kauft euch lieber das Album und das Berliner Bootleg, da habt ihr mehr Musik und spart auch noch Geld. Es sei denn, 22€ für ein schickes Digipack sind euch nicht zu viel.

Keine Wertung

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