CD-Review: Metallica - Garage Inc.

Besetzung

James Hetfield – Gesang, Gitarre
Kirk Hammett – Gitarre
Jason Newsted – Bass
Lars Ulrich – Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
01. Free Speech for the Dumb (Discharge cover)
02. It's Electric (Diamond Head cover)
03. Sabbra Cadabra (Black Sabbath cover)
04. Turn the Page (Bob Seger cover)
05. Die, Die My Darling (Misfits cover)
06. Loverman (Nick Cave and the Bad Seeds cover)
07. Mercyful Fate (Mercyful Fate cover)
08. Astronomy (Blue Öyster Cult cover)
09. Whiskey in the Jar (Thin Lizzy cover)
10. Tuesday's Gone (Lynyrd Skynyrd cover)
11. The More I See (Discharge cover)

Disc 2
01. Helpless (Diamond Head cover)
02. The Small Hours (Holocaust cover)
03. The Wait (Killing Joke cover)
04. Crash Course in Brain Surgery (Budgie cover)
05. Last Caress / Green Hell (Misfits cover)
06. Am I Evil? (Diamond Head cover)
07. Blitzkrieg (Blitzkrieg cover)
08. Breadfan (Budgie cover)
09. The Prince (Diamond Head cover)
10. Stone Cold Crazy (Queen cover)
11. So What (Anti-Nowhere League cover)
12. Killing Time (Sweet Savage cover)
13. Overkill (Motörhead cover)
14. Damage Case (Motörhead cover)
15. Stone Dead Forever (Motörhead cover)
16. Too Late Too Late (Motörhead cover)


Nachdem METALLICA mit „Load“ (1996) und „ReLoad“ (1997) jeweils nur bedingt bei ihren Fans punkten konnten, besannen sich die Herren 1998 ihrer Wurzeln und nahmen Coverversionen dieser auf. „Garage Inc.“ nennt sich die Scheibe, die auf zwei CDs insgesamt 27 Tracks beinhaltet.

Dabei finden sich auf der ersten Scheibe elf Coverversionen, die METALLICA extra für diese Veröffentlichung aufgenommen haben, wohingegen die Songs auf der zweiten Scheibe bereits zwischen 1984 und 1995 auf verschiedenen Releases der Thrashgiganten zu finden waren. Diese ganz verschiedenen Tracks bekommt man hier also lediglich noch einmal gebündelt. Unter den 16 Nummern der zweiten CD sind u.a. beliebte Songs wie „Am I Evil?“, welches sicher der Grund ist, warum viele (jüngere) METALLICA-Fans überhaupt wissen, dass es eine Band namens Diamond Head gab. Abgerundet wird diese CD von vier Motörhead-Covern, die ursprünglich 1995 als B-Seite zur Single „Hero Of The Day“ erschienen und somit wohl vielen Fans durch die Lappen gegangen waren.
Weitaus spannender ist jedoch die erste CD, die ausschließlich frisch für „Garage Inc.“ aufgenommene Coverversionen beinhaltet. Dabei wird schon beim Blick auf die gecoverten Bands deutlich, wie vielfältig die Einflüsse METALLICAs waren. Von knallhartem Hardcore Discharges („Free Speech For The Dumb“ und „The More I See“) über die New Wave Of British Heavy Metal („It’s Electric“ von Diamond Head) über den Misfits-Horrorpunk („Die, Die My Darling“) bis hin zu Nick Cave („Loverman“) ist eine enorme Streueung nicht zu leugnen. Highlights dieser Scheibe sind scher das bei den Fans äußerst beliebte „Whiskey In The Jar“ (Thin Lizzy) sowie „Astronomy“ (Blue Öyster Cult) und die Lynyrd-Skynyrd-Nummer „Tuesday’s Gone“, da METALLICA hier am weitesten aus ihrer Komfortzone hervorlugen – zumindest im Bezug auf ihr Gesamtwerk, im Hinblick auf die beiden kurz vor „Garage Inc.“ erschienen Alben wirken die Tracks bzw. ihre Auswahl hingegen vollkommen logisch.
Den Charme von „Garage Inc.“ macht zudem der sehr rohe, unpolierte Sound aus. Ausdruck findet dieser Umstand auch in der Aufschrift Somewhat produced auf der Rückseite der Platte. Dies trifft den Nagel auf den Kopf, denn die Songs atmen jede Menge Jam-Feeling und Probenraumatmosphäre, wirken mehr, als ob das Aufnahmegerät nebenbei mitgelaufen wäre, denn als ob man die Tracks für ein Album aufgenommen hätte.

„Garage Inc.“ macht Spaß und zeigt die vielen verschiedenen Bands auf, die METALLICA als einflussreich für ihr eigenes Schaffen ansehen, sowohl in den frühen als auch späteren Phasen der Band. Viele der Coverversionen sind dabei äußerst gelungen und tragen einen eindeutigen METALLICA-Stempel, nicht zuletzt durch den lässig-rauen Probenraumsound. Ob man ein Album voller Coversongs braucht, muss sicher jeder selbst entscheiden, doch „Garage Inc.“ ist sicher einer der besten Vertreter dieser Kategorie und zeigt METALLICA von einer spannend unpolierten Seite, die sich 1998 extrem mit den aktuellen Alben biss.

Keine Wertung

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