Review Praying Mantis – Legacy

  • Label: Frontiers
  • Veröffentlicht: 2015
  • Spielart: Hard Rock

Die britischen Rocker PRAYING MANTIS stehen nicht unbedingt für konstante Arbeitsweise. Nach ihrem Debütalbum „Time Tells No Lies“ von 1981 war Funkstille – und das, obwohl sie damit zu den Mitbegründern der NWOBHM gehörten. Lange Jahre später tat sich die Band erneut zusammen und produzierte in relativ zügigem Rhythmus sechs Studioalben, bis es dann nach 2003 ganze sechs Jahre brauchte, bis die Band erneut ein Album auf die Beine stellen konnte. Den Takt halten sie auch für ihre inzwischen neunte Scheibe unter dem Namen PRAYING MANTIS ein: 2015 gibt es mit „Legacy“ wieder Neues von den melodischen Briten. Hat sich das Warten gelohnt?

Oh ja, das hat es. Natürlich spielen PRAYING MANTIS schon lange kein NWOBHM-Stil mehr, aber das war ja bekannt. Auf „Legacy“ präsentiert die Band stattdessen elf großartige AOR-Songs, wie man sie sich melodischer, gelegentlich pathetischer und eingängiger fast nicht wünschen könnte. Es ist natürlich Ehrensache, dass sich für „Legacy“ das Line-up mehr geändert hat. Die beiden Troy-Brüder, seit je das Kernstück der Band, haben ordentlich am Bandkarussell gedreht und präsentieren neben dem neuen Drummer Hans in’t Zand auch einen neuen Sänger: Von nun an hält John Cuijpers das Mikrofon in der Hand. Der ist in der Szene zwar nicht unbedingt der bekannteste Sänger, hat aber eine wunderbar zur Musik passende, warme und kräftige Hard-Rock-Stimme.

In dieser neuen Konstellation ist PRAYING MANTIS nahezu jeder Song auf „Legacy“ gelungen – völlig egal in welcher Geschwindigkeit oder Härte. So punkten die dynamisch-zügigen Songs wie „Fight For Your Honour“, „Eyes Of A Child“ oder der Rausschmeißer „Second Time Around“ auf Anhieb. Aber AOR wäre kein AOR, gäbe es nicht auch emotionale Balladen und langsam aufbauende Stampfer. Von ersterem hat die Band mit „Believable“ und besonders dem genialen „Better Man“ einige Premium-Exemplare eingetütet. Schließlich kommt auch der Stadionrock nicht zu kurz: Die Knaller „The Runner“ und „Tokyo“ gehören auf die große Bühne! Spätestens wenn am Ende des Albums mit „Fallen Angel“ angesichts der leichtfüßigen Gitarrenlinien Erinnerungen an die Frühphase der Band und die NWOBHM wach werden, ist klar, dass PRAYING MANTIS hier alles richtig gemacht haben.

Die Melodienlinien, die Refrains, die Stimmung, die Instrumente, der Gesang – auf „Legacy“ stimmt fast alles. Sicher wird das Album beinharten AOR-Gegnern trotzdem nicht zusagen, und viel Neues hat es dem Genre auch nicht hinzuzufügen. Aber es ist ein großartiger Vertreter seiner Art. Reinhören ist Pflicht!

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Wertung: 9 / 10

Publiziert am von Marc Lengowski

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