Was Alben angeht, sind PRIMORDIAL zuletzt etwas träge geworden: Seit „Where Greater Men Have Fallen“ (2014) haben die Iren nur zwei Studioalben veröffentlicht – und damit nur halb so viele wie in jeder der beiden vorangegangenen Dekaden. An Veröffentlichungen waren die letzten zehn Jahre trotzdem nicht arm: Vier Live-Shows haben PRIMORDIAL seitdem in unterschiedlichen Formaten herausgebracht: auf Tape („A Journey’s End Volume 2“), rein digital („Live At Party San Open Air 2015“), sowie als vollwertiger CD/LP-Release („God Of The Godless“, aufgenommen auf dem BANG YOUR HEAD FESTIVAL 2015).
Einen deutlich aktuelleren Mitschnitt haben nun Eisenwald im Angebot – als Doppel-CD, sowie für Vinyl-Fans als Doppel-LP. Wie gut sich letzteres Format für Live-Alben eignet, lässt sich diskutieren, muss man bei den doch eher ausladenden Kompositionen von PRIMORDIAL doch nach je drei Songs aktiv werden und die Platte umdrehen beziehungsweise wechseln. Darüber beschweren sollte sich trotzdem niemand: Der auf zwei schwarze 180-g-Vinyl-Platten gepresste Mitschnitt kommt im edlen „Deluxe Reverse Board Gatefold“ mit gepolsterten Innentaschen – und ist mit gerade einmal 150 gepressten Exemplare tatsächlich erwähnenswert limitiert.
Man könnte „Live In New York City“ (zumindest auf Vinyl) also leicht als reines Sammlerstück deklarieren. Um sich die Doppel-LP nur in den Schrank zu stellen, ist sie aber eigentlich zu gut: „Captured unfiltered, unrelenting and consuming. No polish. No compromise“, wie es auf dem Hype-Sticker zu lesen ist, klingt nämlich viel schlimmer als die Platte selbst. Eine solche, Kritik antizipierende „Rechtfertigung“ wird dem zwar sehr direkten, aber keinesfalls übermäßig rohen Sound nämlich ebenso wenig gerecht wie der Performance: PRIMORDIAL geben eine gute Songauswahl zum Besten, die neben den Evergreens auch drei Songs der beiden jüngsten Alben enthält. Vor allem aber zeigen sich PRIMORDIAL als Live-Band von ihrer besten Seite. Wenn schon das im Fall von Fronter Alan Averill bedeutet, dass dieser herrlich angepisst auf zu wenig Publikumsinteraktion reagiert.
Die auf 150 Exemplare limitierte Vinyl-Edition von „Live In New York City“ ist ein wertig umgesetztes Collectors-Item für PRIMORDIAL-Fans – zugleich aber auch ein wirklich gutes Live-Album. Da es sich aber nicht um einen Vinyl-only-Release handelt, sondern das Album auch auf Doppel-CD und digital (dort sogar mit Video) verfügbar ist, wäre ein Download-Code zur Schallplatte allerdings eine sinnvolle Dreingabe gewesen – dagegen allerdings sperrte sich Rechte-Inhaber Metal-Blade Records. Schade – denn so schön die Vinyl-Version auch umgesetzt sein mag: Um die Full-Show-Experience genießen zu können, eignet sich das digitale Format dann doch besser.
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Wertung: 8.5 / 10


