CD-Review: Rotting Christ - Their Greatest Spells: 30 Years Of Rotting Christ

Besetzung

Sakis Tolis – Gesang, Gitarre
George Emmanuel – Gitarre
Vangelis Karzis – Bass
Themis Tolis – Schlagzeug

Tracklist

CD1
01. The Sign Of Prime Creation
02. Athanati Este
03. Non Serviam
04. King Of A Stellar War
05. Nemecic
06. Grandis Spiritus Diavolos
07. Art Of Sin
08. Dying
09. Archon
10. Serve In Heaven
11. Astral Embodiment
12. After Dark I Feel
13. Sorrowfull Farewell
14. In Yumen-Xibalba
15. Elthe Kyrie
16. Cold Colours

CD2
01. The Sign Of Evil Existence
02. Fgmenth Thy Gift
03. Ze Nigmar
04. Phobo's Synagogue
05. Demonon Vrosis
06. ...Pir Threontai
07. Kata Ton Daimona Eaytoy
08. Among Two Storms
09. Semigod
10. Welcome To Hel
11. A Dynasty From The Ice
12. Shadows Follow
13. Forest Of N’gai
14. Feast Of The Grand Whore
15. Exiled Archangels
16. Saturn Unlock Avey’s Son
17. I Will Not Serve


ROTTING CHRIST dürfen sich mit guten Gewissen als eine Instanz des griechischen Black Metal bezeichnen lassen, der aufgrund seiner Güte auch über die Landesgrenzen hinaus an gewaltigen Zuspruch fand; gleichermaßen erkannten das auch namenhafte Labels wie Century Media, Nuclear Blast und seit über zehn Jahren nur auch Season Of Mist. Unter deren Namen brachten ROTTING CHRIST allerlei Splits, EPs, Compilations sowie Box Sets heraus, sodass die Griechen unweigerlich und vielleicht nicht freiwillig ebenfalls als eine cash cow des Genres betitelt werden könnten.

Natürlich kann eine Band anlässlich eines Jubiläums ein Best Of veröffentlichen. Wenn eine solche Platte allerdings schon zum 20. Jahrestag des Bestehens („Non Serviam – A 20 Year Apocryphal Story“) sowie zum Feiern des Vierteljahrhunderts („25 Years: The Path Of Evil Existence“) in die Plattenregale gebracht wurde und zum 30. Geburtstag erneut mit einem Best Of nachgeschoben wird, stellt sich die Frage: Ab wann lohnt sich ein solcher Kauf nicht mehr?

Treue Fans von ROTTING CHRIST besitzen mittlerweile womöglich sechs Compilations und drei Box Sets, die das Schaffen der Athener ziemlich gut zusammenfassen. Die dritte Best Of namens „Their Greatest Spells: 30 Years Of Rotting Christ“ schickt sich nun an, diesen Fakt anscheinend vergessen zu lassen. Darauf befinden sich zwar 33 Tracks, die 30 Jahre ROTTING CHRIST wohl bestmöglich zusammenfassen sollen, unterm Strich ist diese Aneinanderreihung aber alles andere als einzigartig. Allein der Opener der ersten CD dieses Doppelalbums, der Track „The Sign Of Prime Creation“ befindet sich bereits auf vier vorherigen Veröffentlichungen, der zweite Song „Athanati Este“ immerhin nur auf drei Alben, darunter auch die letzte Best Of. Die Aufzählung lässt sich so fort führen, der Punkt ist wohl aber jetzt bereits offensichtlich: Der Nährwert dieser erneuten, abgewandelten Aneinanderreihung von Songs ist äußerst gering.

Besonders aus dem Grund, weil ROTTING CHRIST die Tracks von den älteren Alben für „Their Greatest Spells: 30 Years Of Rotting Christ“ nicht neu eingespielt haben, sondern in ihrem damaligen Zustand auf die Platte gedrückt haben. Der überraschende Wechsel von Songs in einem wenig mitreißenden Zustand („Non Serviam“) zu druckvollen Nummern wie „Elthe Kyrie“ („Rituals„, 2016) versüßt das Hörerlebnis auch nicht sonderlich; Belenos umgehen dies geschickt mit ihrem Best-Of-Album, indem sie die Songs allesamt neu dafür eingespielt haben.

Keine stringent gute Qualität im Sound, bereits mehrfach auf anderen Platten im Backkatalog zu findende Tracks und lediglich ein einziges Alleinstellungsmerkmal im Verglich zu den anderen Veröffentlichungen: „Their Greatest Spells: 30 Years Of Rotting Christ“ befriedigt lediglich mit dem neuen Track „I Will Not Serve“ den Wunsch nach Überraschung und Hörspaß. Mag sein, dass Sänger Sakis Tolis die Auswahl abgenickt hat, ein Dienst an den Fan ist dies allerdings nicht, sondern eher ein Gefallen für das Label. Denn während Season Of Mist nun das zweite Best Of von einem ihrer Flagschiffe auf den Markt gebracht hat, ist der Nutzen für den Fan erschreckend gering.

Keine Wertung

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