CD-Review: Schwarzenberg - Demo 2006

Besetzung

Peter Müssig - Gesang, Gitarre
Max Kastendiek - Bass
Marco Prüser - Schlagzeug

Tracklist

01. Intro
02. Schwarzenberg
03. Wolfsjahre
04. Der letzte Marsch
05. Mein ewiger Tod


Aus dem Wust von Hamburger extremen Metalbands heben sich SCHWARZENBERG hervor, die nach gerade mal zweijährigem Bestehen ihr zweites Demo unters Volk bringen. Angesiedelt zwischen Death und Black Metal mit Thrash-Anleihen bietet der Dreier, der eigentlich ein Vierer sein sollte (nach einem zweiten Gitarristen wird immer noch gesucht), hiermit eine mit 25 Minuten überaus prall ausgestattete Darbietung ihrer Kunst.
Dass eine so junge Band (Bandkopf Peter hat die 19 noch nicht überschritten) nicht das Schwermetall neu erfindet, ist überflüssig zu erwähnen. Aber SCHWARZENBERG bieten einige interessante Ansätze: Zum einen sind alle Texte in feinstem Deutsch, was man sonst eher bei Pagan- und Black Metal erwartet, und man verrennt sich hierbei nicht in plumpen Klischees.

Kommen wir aber zur Musik: Nach einem infernalischen Synthie-Intro bietet der erste Song, nach der Band selbst benannt, über fünfeinhalb Minuten schicke Leads, fiesen Keifgesang und vertracktes Drumming, das aber ab und an etwas ungeordnet und chaotisch wirkt. Deutlich besser tönt „Wolfsjahre“, was sich als verdammt zügig blastende Nummer entpuppt. Bösartige Riffs sägen sich gut ins Ohr, spannungsgeladene Breaks und ein ohrwurmartiger Refrain runden das Bild ab. Schon jetzt wird klar, dass wir es nicht mit ein paar schnell zusammengezimmerten Stücken zu tun haben, sondern mit ausgeklügelten und intelligenten Strukturen, die immer wieder Überraschungen und Neues zu entdecken bieten.

Die beiden weiteren Tracks „Der letzte Marsch“ und „Mein ewiger Tod“ schrauben das Tempo phasenweise zurück, zeigen aber auch, dass doomige Grooves oder aber auch feine alte Schwedentod-Riffs der Band gut stehen. Langeweile kommt hier nicht auf: Trotz der Produktion, die nun mal – wenn auch gute – Demo-Qualität aufweist, kann man hier viele Feinheiten raus hören, die davon zeugen, dass man sich wirklich Gedanken um die Musik gemacht hat. Auch tolle Soli lässt man sich nicht nehmen, so nimmt „Mein ewiger Tod“ mal eines an den Anfang. Warum nicht?

SCHWARZENBERG beweisen mit ihrem ausgesprochen reifen Demo, dass eine Sammlung konventioneller Stilmittel noch lang nicht konventionell klingen muss. Diese vier Songs sprechen eine deutliche Sprache: Die Band hat das Zeug, mehr als eine Eintagsfliege zu sein. Ich hoffe, wir hören noch mehr von den Herren.

Bewertung: 8.5 / 10

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