CD-Review: Septicflesh - Mystic Places Of Dawn (Re-Release)

Besetzung

Spiros Antoniou – Gesang, Bass
Sotiris Vayenas – Gitarre, Gesang, Keyboad
Christos Antoniou – Gitarre, Keyboard

Tracklist

01. Mystic Places Of Dawn
02. Pale Beauty Of The Past
03. Return To Carthage
04. Crescent Moon
05. Chasing The Chimera
06. The Underwater Garden
07. Behind The Iron Mask
08. (Morpheus) The Dreamlord
09. Mythos (Part 1: Elegy – Part 2: Time Unbounded)
10. Erebus (Bonustrack)
11. Another Reality (Bonustrack)
12. Temple Of The Lost Race (Bonustrack)
13. Setting Of The Two Suns (Bonustrack)


Es ist ein Ärgernis mit diesen Künstlern. Da kann man sie gerade aufgrund eines starken Albums gut vermarkten, und dann haben diese Burschen einfach nicht noch ein weiteres Album in der Hinterhand. Doch kein Grund, zu verzagen – schließlich findet man in nahezu jeder Diskographie ein eingestaubtes und idealerweise längst vergriffenes Album, mit dem man die Fans in ihrer Gier befriedigen kann. Und wenn man schon mal am Remastern ist, warum dann nicht gleich mehrere? Das oder Ähnliches dürften sich die Verantwortlichen beim französischen Label Season Of Mist hinsichtlich ihres Top-Sellers aus Griechenland, SEPTICFLESH, gedacht haben, und sich dazu entschlossen, in den kommenden Monaten die ersten drei Alben der Symphonic-Dark-Metal-Kombo in chronologischer Reihenfolge wieder aufzulegen.

Mit komplett neuem Layout und vier Bonustracks versehen, macht nun „Mystic Places Of Dawn“, das Debüt aus dem Jahre 1994 den Anfang dieser Serie von Wiederveröffentlichugen. Seit Jahren nur noch als rares Sammlerstück zu horrenden Preisen erhältlich, ist der Re-Release hinsichtlich der Verfügbarkeit durchaus begründet – deshalb jedoch nicht automatisch auch aus musikalischer Sicht. Denn, wie so oft, gilt auch bei SEPTICFLESH, dass „älter“ nicht automatisch auch „besser“ bedeutet.
Dass SEPTICFLESH heute elegant arrangierte Kleinode symphonischen Extreme Metals schreiben, braucht nicht diskutiert zu werden – dass dem jedoch nicht immer so war, ebenso wenig. So ist „Mystic Places Of Dawn“ auch als Re-Release und mit überarbeitetem Sound noch ein verschrobenes Stück Musik, das selbst Fans der älteren Alben mitunter ratlos zurücklassen dürfte: Sei es nun der auch im neuen Mix noch dumpf und ausgehöhlt klingende Gitarrensound oder das Songmaterial selbst, welches sich als wildes Chaos aus stumpfen Death-Metal-Riffs, symphonischen Einlagen und sperrigen Ideen entpuppt – easy listening klingt anders. Doch selbst für Freunde experimenteller, avantgardistischer Musik aus dem Extrem-Sektor ist „Mystic Places Of Dawn“ nicht automatisch zu empfehlen – ist das Werk doch bisweilen so roh und ungeschlacht, dass einem die Freude schnell vergeht.
Als Beispiel sei hier nur die Balance zwischen verschiedenen Instrumenten genannt: Vollkommen unausgewogen wechseln sich hier viel zu laute Cleanparts und dagegen deutlich zu leise abgemischtes Geknüppel ab – dass dabei keine Dynamik entstehen kann, ist nicht weiter verwunderlich. Ob dies ein Problem des Re-Releases ist, oder auch dem Original eigen war, ist ohne zweiteres als Vergleich vorliegen zu haben, nicht zu beurteilen – so oder so schmälert es den Hörgenuss jedoch merklich.

Zumindest das ist auf der als Bonus mit auf die CD gepackten „Temple Of The Lost Race“-EP (1991) besser – aufgrund der Tatsache jedoch, dass diese fast ausschließlich reinen Death Metal enthält. Ob der durchschnittliche SEPTICFLESH-Fan diesen jedoch gehört haben muss, steht auf einem anderen Blatt.

Wie so oft ist auch dieser Re-Release kritisch zu betrachten. Fans, die die Diskographie gerne komplett hätten, bekommen hier eine verhältnismäßig günstige Möglichkeit, ihrer Sammelleidenschaft nachzukommen. Wer jedoch „nur“ Gefallen an der Musik der Band findet, sollte vor dem Kauf besser reingehört haben – hat das, was man auf dieser CD geboten bekommt, nicht nur mit den heutigen SEPTICFLESH nur am Rande zu tun, sondern ist auch von der musikalischen wie technischen Qualität her zumindest nicht über alle Zweifel erhaben.

In seiner Zeit vielleicht ein Meilenstein und gewiss die Grundlage des jetzigen Schaffens der Band – aus heutiger Sicht jedoch leider wirklich nicht hörenswert.

Bewertung: 3.5 / 10

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