CD-Review: Slayer - Seasons in the Abyss

Besetzung

Tom Araya - Gesang, Bass
Kerry King - Gitarre
Jeff Hanneman - Gitarre
Dave Lombardo - Schlagzeug

Tracklist

01. War Ensemble
02. Blood Red
03. Spirit In Black
04. Expendable Youth
05. Dead Skin Mask
06. Hallowed Point
07. Skeletons Of Society
08. Temptation
09. Born Of Fire
10. Seasons In The Abyss


Gehen wir zurück in das Jahr, in dem Deutschland zuletzt Weltmeister wurde. In jenem Jahr 1990 brachten die amerikanischen Thrash Metal Legenden Slayer ihr fünftes Studioalbum „Seasons in the Abyss“ heraus. Das Album hat es definitiv in sich und ist eines der ganzen großen Machwerke aus der Discographie der Thrasher. Ich persönlich habe stolze fünf Lieblingslieder auf der Scheibe, auf die ich auch noch zu sprechen kommen werde.

Das Startbrett „War Ensemble“ gehört gleich zu Beginn zu meinen Killersongs des Albums. Der Gesang, oder viel mehr das Gebrülle von Tom Araya ist unverkennbar und der erste Refrainzeile „Sport the War – War Support“ ist zwar politisch nicht wirklich korrekt, aber welchem Thrashfreund stößt das schon unangenehm auf? Perfektes Drumming von Dave Lombardo, ein starker Chorus und das typische Slayer Hyper-Riffing läuten mit „War Ensemble“ ein ganz starkes Album ein.
Weiter geht es bei „Blood Red“, dass ebenfalls mit genialen Riffs aus den Boxen dröhnt. Das Lied empfinde ich aber als eher unauffällig und große Höhepunkte offenbaren sich mir auch nicht. Die gibt es schon eher bei „Spirit in Black“. Die Betonung beim Chorus „Coils of the serpent unwind“ finde ich wirklich klasse, und das pure Gedresche kommt in Perfektion daher. Stark ist natürlich auch die Gitarrenarbeit von Jeff Hanneman und Kerry King.
Ein weiterer Höhepunkt erwartet uns mit „Expendable Youth“. Ich liebe es einfach, wenn Lieder mit solch coolen Startriffs beginnen, da kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen. Gesanglich besticht dieser vierte Song ebenfalls auf der ganzen Linie. Ein Solo im letzten Abschnitt des Songs macht „Expendable Youth“ zu einem recht umfangreichen und genialen Track. Gleich darauf folgt „Dead Skin Mask“. Vorab sei hierzu noch gesagt, dass dieser Song ein Monster ist. Die fast schon unheimlichen Riffs aus den Instrumenten der beiden Axtmänner sind weltklasse. Arayas gesanglicher Beitrag lässt nicht zu Wünschen übrig und der Chrous des Songs macht das ganz Spezielle an „Dead Skin Mask“ aus. „Dance with the Dead in my Dreams – listen to their hallowed Screams“ wird in einer absolut perfekten Betonung gesungen. Zudem ist der Song wunderbar strukturiert und sehr abwechselungsreich. Ebenfalls gelungen finde ich auch die Kinderstimmen im Hintergrund, die gegen Ende immer mehr zu verzweifelten Schreien übergehen.

Der „Hallowed Point“ beginnt mit astreinem Geholze Marke Slayer. Der Song ist verdammt schnell und auch das erste Solo wird überaus zügig über die Bühne gebracht. Mr. Lombardo meistert seinen Job hierbei genau so gut, wie die beiden Gitarristen. Ein starkes Lied, welches mich aber nicht so fesselt, wie „War Ensemble“ und „Dead Skin Mask“. Weiter geht es wieder mit einem Song, der dieses wunderbare Startriffing mit auf den Weg bekommen hat. „Skeletons of Society“ beginnt mit einem starken Einsatz aller Instrumente und wird dann vom schleifenden Gitarrensound fortgesetzt. Einer meiner Lieblingssongs auf der „Seasons in the Abyss“, auf dem einfach alles perfekt zusammenpasst.
„Temptation“ beginnt „typisch Thrash Metal“. Trotz einem schnellen, zerstörerischen Start gefällt mir der Song nicht sonderlich gut, da er im Gegensatz zu manch anderem Song auf dem Album kein gewisses Etwas hat. Höchstens das stark vordergründige Gitarrenspiel ist noch erwähnenswert. „Born of Fire“ beginnt nicht minder hart, aber der Gesang am Anfang klingt schon wieder wesentlich spezieller. Besonders auffällig ist hierbei noch, dass Dave Lombardo in der Tat ein ganz großer Schlagzeuger ist, er leistet klasse Arbeit hinter den Töpfen und gönnt selbigen nicht die kleinste Ruhepause.
Kommen wir zu einem Klassiker. Der abschließende Titeltrack „Seasons in the Abyss“ beginnt mit Akkorden, die jeder Metalhead ohne Verzögerung zuordnen kann. Geradezu wie ein Intro hören sich die ersten annähernd zwei Minuten des Songs an, ehe geniale Riffs ablösen und einen weiteren Abschnitt des Songs einleiten. Wiedermal ein Slayer-Stück mit einem sehr eingängigen Refrain. „Close your Eyes, look deep in your soul, step outside yourself and let your mind go“ – ein Textabschnitt der zum Grübeln anregt. Dieses Lied ist neben einigen anderen ein absolutes Aushängeschild von Slayer. Die etwas mehr als sechseinhalb Minuten Spielzeit vergehen aufgrund der starken Struktur wie im Flug.

Eigentlich müsste ich hier aufgrund einiger absoluter Killersongs eine 10 vergeben. Da mich wie oben erwähnt einige Songs gewaltig vom Hocker reißen, ein paar Ausnahmen allerdings überhaupt nicht, wird es einen halben Punkt Abzug geben. „Seasons in the Abyss“ ist definitiv eines der allerstärksten Thrash Metal Alben und gehört ohne Zweifel in das Regal eines jeden Metalfreundes, der entweder nicht von vornerein gegen Slayer abgeneigt ist oder mit dem Thrash Metal ohnehin nicht so viel anfangen kann.

Bewertung: 9.5 / 10

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