CD-Review: Slayer - Reign in Blood

Besetzung

Tom Araya - Gesang, Bass
Kerry King - Gitarre
Jeff Hanneman - Gitarre
Dave Lombardo - Schlagzeug

Tracklist

01. Angel Of Death
02. Piece By Piece
03. Necrophobic
04. Altar Of Sacrifice
05. Jesus Saves
06. Criminally Insane
07. Reborn
08. Epidemic
09. Postmortem
10. Raining Blood
11. Aggressive Perfector (Bonustrack)
12. Criminally Insane Remix (Bonustrack)


Unvergessen! Unsterblich! Unmenschlich! Drei Schlagwörter die dieser Perle nur annähernd gerecht werden. Jeder aus der Hart-Wurst-Fraktion sollte dem beipflichten können, egal ob er sich nun gerne schminkt, in irgendwelchen Eingeweiden rumfleddert oder Satan anbetet. 1986 war das Geburtsjahr für alle extremen Bands denen wir heute Respekt zollen.

SLAYER legen auf ihrem Meisterwerk einen traumhaften Start mit „Angel Of Death“ hin. Provokativer Text, schnelles Geholze, treibende Drums und ein Araya der gleich zu Beginn einen Schrei ausstößt der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Kein nerviges, überlanges Intro sondern gleich voll auf die Fresse – das lässt das Metalherz bangen.Weiter geht es dann mit „Piece By Piece“ welches zwar, zumindest für SLAYER, gemächlich beginnt, doch stellt sich das schnell als Fassade raus und der Langhaarige mit dem Ohr an der Box darf dann sofort beweisen wie schnell er sein Haupthaar schütteln kann. Ist dieses Stück zu Ende wird einem bewusst, dass SLAYER sich gerade erst warm gemacht hatten denn mit „Necrophobic“ und einer Geschwindigkeit von 248bpm trennt sich nun die Spreu vom Weizen.
Nachdem jetzt also 50% der Zuhörerschaft es wohl aufgegeben haben die Reign In Blood durchzubangen geht es wieder etwas ruhiger und satanischer zu Werke mit „Altar Of Sacrifice“. Wieder gibt es akzentuiertes Drumming gepaart mit extrem wirksamen Riffs. Der Clou an der Sache ist jedoch der folgende Titel „Jesus Saves“ den man unbedingt mit „Altar Of Sacrifice“ verknüpft hören sollte. Allein der Übergang zwischen den beiden Tracks macht einfach Lust auf mehr. Wenn dann auch noch „Jesus Saves“ mit diesem im mid Tempo gehaltenen Anfang aufwartet kann man sich noch kaum halten. Dann geht der Titel ab wie ein Zäpfchen und man verfällt in Ekstase.

Das wirklich wunderbare an diesem Album ist die Abwechslung und die Eingängigkeit. Am besten kann man das wohl bei „Criminally Insane“ hören denn hier gibt es schon das eine oder andere Riff was sich später einige Death Metal Bands ausgeliehen haben. Doch jetzt geht es wieder auf den highway to hell und bei „Reborn“ treten SLAYER wieder heftig auf das Gaspedal. Irgendwie hätte dieser Song auch auf die Hell Awaits (1985) gepasst, allein vom Aufbau und von den Riffs her. Aber das ist ja völlig nebensächlich, wichtig ist, dass dieser Titel rockt. Dann folgt „Epidemic“ der eigentlich fast genauso beginnt wie „Reborn“ und auch so viele Ähnlichkeiten zu anderen SLAYER-Songs hat – aber auch hier ist es einfach nur nebensächlich weil die Songs auf der Reign In Blood schon so eigenständig sind, dass es natürlich auffällt wenn ein Song mal nicht völlig aus der Reihe tanzt.
Nun bahnt sich aber so langsam der letzte Titel an, doch vorerst gibt es nochmal einen Kinnhaken durch „Postmortem“ – absolut geniale Riffs und ein Dave Lombardo des besessen zu sein scheint. Gegen Ende des Songs gibt es dann noch zwei putzige, infernalische Soli von Kerry und Jeff und dann.. dann kommt der Regen und mit ihm „Raining Blood“. Eine unheilvolle Stimmung macht sich breit. Plötzlich ertönen drei Schläge auf der Basstom – dadadam! Pause. Wieder dadadam. Und Pause. Das wird nun viermal wiederholt und dann setzen die sägenden Gitarren mit einem der geilsten Riffs ein die es gibt. Die Stimmung steigt und ab geht die Metal-Luzie. Tödliches Riffing trifft auf einen wummernden Bass, dazu gibt es dann noch ordentlich was vom Schlagzeug auf die Ohren. Und dann dieses Gekrächze von Tom mit diesem herrlich, blasphemischen Text. Wer jetzt noch nicht auf die Knie gefallen ist sollte eine gute Ausrede haben, denn dieser Song ist einfach die ultimative Hymne für Liebhaber extremer Musik! Es endet dann leider viel zu früh in einem Bad im Blutregen.

Reign In Blood gehört unter die zehn wichtigsten Scheiben die es je gab, gibt und geben wird. Der Sound ist durchgehend einwandfrei, es gibt viel Abwechslung und die Songs.. seien wir doch ehrlich, da muss jemand seine Seele dem Teufel verkauft haben.
Legt euch diese Scheibe zu wenn ihr sie noch nicht in eurem Besitz habt und lasst SLAYER über eure blutenden Ohren herrschen.

Bewertung: 10 / 10

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