CD-Review: Soulfly - Savages

Besetzung

Max Cavalera – Gesang, Gitarre, Sitar
Marc Rizzo – Gitarre, Flamenco-Gitarre, Sitar
Tony Campos – Bass, Gesang (Track 09)
Zyon Cavalera – Schlagzeug, Percussions

Gastmusiker:
Igor Cavalera – Gesang (Track 01)
Mitch Harris – Gesang (Track 03)
Neil Fallon – Gesang (Track 04)
Jamie Hanks – Gesang (Track 08)

Tracklist

01. Bloodshed
02. Cannibal Holocaust
03. Fallen
04. Ayatollah Of Rock ‘N’ Rolla
05. Master Of Savagery
06. Spiral
07. This Is Violence
08. K.C.S.
09. El Comegente
10. Soulfliktion
11. Fuck Reality (Ltd. Edition Bonustrack)
12. Soulfly IX (Ltd. Edition Bonustrack)


SOULFLY haben ein neues Album namens „Savages“ veröffentlicht. Nicht heute, nicht gestern – nein, vor gut drei Monaten. Für mich ist das Album dennoch neu – denn nach der sich über die letzten Jahre abzeichnenden Entwicklung der Band und der Enttäuschung, als die ich das bislang letzte SOULFLY-Album, „Enslaved“ (2012), empfand, hatte ich schlichtweg das Interesse an der Band verloren – an einer Band, die mich seit Anbeginn meiner Liebe zum Metal begleitet.

Grund dafür war die kompromisslose Entwicklung der Band: Zwar hatte Mastermind Max Cavalera bereits mit Cavalera Conspiracy eine Thrash-Band aus er Taufe gehoben, deren Debüt „Inflikted“ jeden Schrei nach einer Sepultura-Reuinion verstummen ließ – den Drang des Brasilianers, Thrash Metal zu schreiben, schien das jedoch nicht zu befriedigen. In Folge dessen hielt bei den ursprünglich eher dem New Metal zugeordneten SOULFLY der Thrash Metal Einzug – und gewann mit „Conquer“ (2008) schließlich die Oberhand. Zu behaupten, dass dabei schlechtes Material entstanden wäre, wäre vermessen – der stilistische Vielfalt, für die SOULFLY über Jahre hinweg bekannt waren, war damit jedoch ebenso dahin, wie der Abwechslungsreichtum – all zu sehr unterschieden sich die Riffs der Songs nämlich nicht mehr.

Dass SOULFLY mit ihrem Labeldebüt bei Nuclear Blast Records nun eine radikale Kurskorrektur vorgenommen hätten, kann man nicht behaupten – doch obwohl das Album nur knapp eineinhalb Jahre nach „Enslaved“ erschien, klingt das Album durchdachter und liebevoller arrangiert: Statt auf bloße Härte setzen SOULFLY hier wieder deutlich stärker auf den Groove der Riffs. Eine Rückkehr der Tribal- und Weltmusik-Einlagen ist zwar, bis auf einen Cleangitarre-Percussio-Part in „El Comegente“ und einige Flamenco-Gitarrenläufe, auf „Savages“ (noch) zu verzeichnen – zumindest jedoch haben die Songs wieder mehr individuellen Charakter. Doch nicht nur musikalisch, auch hinsichtlich des Sounds hat sich einiges getan: Von niemand geringerem als Terry Date produziert, welcher nicht nur bereits für „Dark Ages“, sondern seit den frühen 80ern auch für so manch anderes legendäres Metal-Album verantwortlich zeichnet, klingt das Werk deutlich vitaler und dynamischer als sein Vorgänger.

„Savages“ ist gewiss nicht das stärkste aller SOULFLY-Alben – an Meisterwerke wie „Primitive“ kommen die Brasilianer auch 2013 noch nicht wieder heran. Von allem Alben seit „Dark Ages“ (2005) dürfte „Savages“ jedoch das stärkste sein. Und definitiv ein Anlass zur Hoffnung, dass es mit SOULFLY wieder aufwärts geht – das Komponieren scheint Mr. Cavalera jedenfalls nicht verlernt zu haben.

Tipp: Unbedingt zur Limited Edition greifen – fehlt der Standard-Edition mit „Fuck Reality“ nicht nur einer der stärksten Songs des Albums, sondern mit „Soulfly IX“ auch der traditioneller Instrumental-Track, der auf jedes SOULFLY-Album gehört.

Bewertung: 7.5 / 10

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