SUNKEN aus Dänemark stehen seit 2013 für tiefschürfenden, atmosphärischen Black Metal. Von Beginn an war das eine sehr intensive und auch zeitaufwändige Angelegenheit für das geneigte Publikum. Leicht zugänglich war die Musik der Dänen nämlich noch nie – dafür jedoch umso stimmungsvoller. Zuletzt belegte dies die Band mit ihrem Album „Livslede“ von 2020. Knapp fünf Jahre später legt die Formation nun dessen Nachfolger „Lykke“ vor.
Zwei Dinge fallen dabei sofort auf: Waren SUNKEN 2020 hier und da noch im einstelligen Minutenbereich unterwegs, weist „Lykke“ vier Songs mit Laufzeiten von teils weit über zehn Minuten auf. Zudem klingt die Band nicht mehr ganz so traurig wie noch auf „Livslede“. „Din Røst Malede Farver I Luften“ – übersetzt „Deine Stimme malte Farben in die Luft“ – eröffnet die neue SUNKEN-Platte. Der sanfte Einstieg in den Song wird schon bald von rasantem Black Metal abgelöst. Die im Hintergrund verlaufenden, verschwommenen Melodiebögen erzeugen von Beginn an eine weite, fast friedvolle Atmosphäre.
Das folgende „Og Det Er Lykke“ offenbart erstmals in vollem Umfang den soundtrackartigen Charakter von „Lykke“. Hier geht es nicht nur um Black Metal, sondern auch um die Kulisse, die dieses Fundament umwebt. Klangwälle aus Streichern und Synthesizerflächen türmen sich bis zu ihrem Höhepunkt auf, ehe sie – unterlaufen von schwelgenden Riffs und klagendem Gesang – in sich zusammenfallen. Dass SUNKEN gelegentliche Tempowechsel einstreuen, lockert diese Mischung angenehm auf.
„Glædesfærd“ erinnert in seiner sanften Tragik an Genrekollegen wie VIOLET COLD oder HYPOMANIE. Diese leise Trauer wird jedoch nicht unterbrochen, sondern durch die Leichtigkeit einfließender Post-Rock-Elemente sinnvoll ergänzt. Geschlossen wird „Lykke“ mit dem doomigen „Når Livet Går På Hæld“. Dessen schleppende Songstrukturen erweisen sich für das nahende Ende als überaus nützlich, denn wenn die Geschwindigkeit in der zweiten Hälfte des Titels wieder anzieht, entfalten sich die Streicher und Synths wie ein Gemälde auf großer Leinwand. Zusammen mit träumerischem Black Metal verschwimmt alles letztmals zu einem Ganzen, bevor sich „Lykke“ in Stille verliert.
Das Konzept des Albums hat sich allerdings nach vier Songs und rund 50 Minuten Laufzeit auch erschöpft. Zwar sind jedes Stilmittel, jedes Arrangement und jeder Schrei die Essenz dessen, was atmosphärischen Black Metal ausmacht, und auch die klassischen Nuancen fügen sich wunderbar ein. Doch funktioniert jeder Song auf dem neuen SUNKEN-Album nach dem gleichen Prinzip. Das ist für „Lykke“ zwar vollkommen schlüssig – schließlich wirkt es eher wie ein Soundtrack denn wie ein konventionelles Sammelsurium an Songs –, doch letztlich macht gerade das dieses Release zu einer absoluten Stimmungssache.
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Wertung: 8 / 10



Bei aller Euphorie, die ich mit euch definitiv teile, darf man auch noch erwähnen, dass die Band ab dem 21.11.25 auf einer ausgedehnten Europa-Tour unterwegs ist und sogar in relativ verschlafenen Nestern (zumindest, was Underground-Gigs angeht – hallo Freiburg!) Halt machen. ;-)
Brutal geiles Album, meiner Meinung nach. Ich wäre in der Wertung vermutlich noch 1-1,5p höher rausgekommen. Dieser Mix aus Shining, Lifelover, Fäulnis und dazu den leicht doomigen, aber auch avantgardistischen Ansätzen … brutal gut.
Um Sunken scheint es derzeit fast schon so etwas wie einen kleinen Hype zu geben. Habe mir versucht die Scheibe hier mal in Gänze zu geben. Muss aber leider sagen das hat bei mir nicht funktioniert. Es gibt eine Melange aus Post-BM und DSBM. Das ist aber schon das einzig Ungewöhnliche daran. Gut gemacht ist es sicherlich, aber dem Anfang des letzten Absatzes muss ich zustimmen. Der permanente Synthesizer-Einsatz nervte mich dann irgendwann sogar regelrecht und ich musste abschalten. Naja, wahrscheinlich bin ich einfach nicht die Zielgruppe.