Thron Vurias Coverartwork

Review Thron – Vurias

THRON gehören zu den deutschen Black- und Death-Metal-Bands mit unermüdlichem Biss und schöpferischer Kraft. Seit 2017 das gleichnamige Debüt „Thron“ erschien, haben die Schwarzwälder Schwarzdenker – das aktuelle Werk eingerechnet – vier weitere Alben veröffentlicht. Ein beachtlicher Turnus, zumal die Band von Beginn an hohe Maßstäbe an die Qualität ihrer Veröffentlichungen setzte.

Waren die ersten Alben noch vergleichsweise konservativ im Genre verankert, zeigte sich spätestens mit „Dust“ von 2023 eine klare Weiterentwicklung. Heavy- und Progressive-Metal-Einflüsse fanden ihren Platz im ansonsten tiefschwarzen Sound. „Vurias“ ist nun ein weiteres Ausrufezeichen für kreative Konsequenz und Freiheit. Ob THRON damit wirklich jeden Szenekommissar zufriedenstellen, darf jedoch bezweifelt werden.

Den Auftakt macht „The Serpent’s Path“, dessen untypische, aber stimmige Melodien unweigerlich an ältere TRIBULATION erinnern. Lange fackelt die Band nicht: Rasende Blasts in Kombination mit den für THRON typischen epischen Tremolo-Linien vertreiben sofort jede Angst vor einem Rutsch in Richtung Mainstream. Variabel eingesetzte Drums und griffige Leads unterstreichen zudem den Einfluss klassischen Heavy Metals.

Dass THRON den Ursprung ihres Sounds nicht verleugnen, beweisen Songs wie „Astral Materia“, „Griefbearer“ oder „A Paradox“. Hier lässt die Band keinen Zweifel an ihren Wurzeln: Große Melodien, keifender Gesang und abwechslungsreiche Arrangements liefern alles, was man am melodischen Black und Death Metal schätzt.

Demgegenüber stehen Stücke wie „Ungemach (Stilles Ende)“ – das übrigens ein würdiges Finale abgegeben hätte – und „The Hunter And The Prey“. Beide wirken wie ein trotziger Mittelfinger in Richtung Szenepolizei. „Ungemach“ überrascht mit Retro-Synths und sanftem Drumming, die in atmosphärischen Black Metal übergehen. Wellenartig aufgebaute und wieder abfallende Melodiebögen sorgen für Tiefe. Die eingesetzte Hammond-Orgel dürfte Puristen kurz erschrecken, macht den Song aber zu einem der stärksten Titel des Albums – gerade weil hier Grenzen radikal und überzeugend gesprengt werden.

Ähnlich verhält es sich mit „The Hunter And The Prey“, das sehnsüchtige Saxophon-Arrangements mit melodischem Black Metal verwebt. Dieses Song-Duo markiert die Spitze der Kunst, die THRON 2025 auffahren. Reminiszenzen an „Venereal Dawn“ von DARK FORTRESS oder Anklänge an DER WEG EINER FREIHEIT mögen als Fingerzeig gelten, sind aber keineswegs Kopiervorlagen.

THRON haben mit „Vurias“ ihr bislang vielseitigstes Werk geschaffen. Das Label „Blackened Metal“ könnte kaum treffender sein. Ob die eisige Kälte von „One Truth, One Light“ den Hörer zu den Wurzeln des Genres führt oder die Heavy-Metal-Leads von „Hubris’ Crown“ Genretüren einrennen – was die Band hier liefert, ist großes Kino. Man darf hoffen, dass sie die stilistischen Ausrufezeichen von „Vurias“ künftig noch erweitern. Denn klar ist: Black Metal ist für THRON längst nicht mehr das Maß aller Dinge.

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Wertung: 9 / 10

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