CD-Review: Thron - Pilgrim

Besetzung

SAMCA – Gesang
PVIII – Gitarre
TVII – Gitarre
SXIII – Bass
ZIV – Schlagzeug

Tracklist

01 .The Prophet
02. To Dust
03. Nothingness
04. Hosanna In The Highest
05. Epitome
06. The Reverence
07. The Valley Of The Blind
08. Den Of Iniquity
09. Gaia
10. Into Disarray


In nur fünf Jahren haben THRON Beachtliches geleistet: 2017 veröffentlichten die deutschen Black-Metaller ein ordentliches Debüt, 2018 ein tatsächlich bemerkenswertes zweites Album, das die Band in allen Belangen über das Erwartbare hinaus gereift zeigte – und kaum zwei Jahre später legen THRON nun mit „Pilgrim“ ein Album nach, das Black-Metal-Fans nicht so schnell vergessen werden.

Hinter dem Cover, das als Gemälde stilistisch ganz im Szene-Trend liegt, erwartet den Hörer schmissiger „schwedischer“ Black Metal, wie man ihn aus Deutschland eher selten hört. Den skandinavischen Gründungsvätern des Genres eifern THRON zwar weiterhin nach – jedoch deutlich weniger anbiedernd als noch auf „Abysmal“. Tatsächlich gelingt es den Baden-Württembergern, ihr Songwriting auf ein neues Level zu heben: Die Schärfe von Necrophobic oder Watain („The Prophet“) trifft auf die Melodik von Bands wie Dissection („Hosanna In A Highest“) oder Tribulation („The Reverence“). Dabei sind die zehn Stücke so vielseitig arrangiert, dass „Pilgrim“ weder über seine Spielzeit von immerhin 53:43 Minuten hinweg Längen aufweist noch schon nach einem Durchlauf „durchgehört“ klingt. Perlende Cleangitarre, messerscharfes Riffing und immer wieder elegante Soli, dazu kraftvoller Gesang und immer wieder eingestreut auflockernde Breaks und Tempowechsel machen „Pilgrim“ vielmehr tatsächlich zu einer Reise – und wenn man dabei auch vielleicht nicht unbedingt Erleuchtung findet, dann doch zumindest viel Freude.

Spannend ist auch der Sound des Albums: Hier setzen THRON, deren Musiker ihre Identitäten nach wie vor hinter kryptischen Pseudonymen verschleiern, auf einen vergleichsweise trockenen, dadurch aber extrem lebendigen Sound. Statt extremer Verzerrung weisen die Gitarren auf „Pilgrim“ ein fast rockiges Klangbild auf. Das mag die ersten Takte lang ungewohnt klingen, weiß dafür in den restlichen gut 50 Minuten und allen späteren Hördurchgängen zu begeistern. Zumal THRON diesmal – wohl anders als auf „Abysmal“ – auf ein echtes, von Menschenhand eingespieltes Schlagzeug setzen: Auch das lässt „Pilgrim“ nochmals reifer und lebendiger klingen, als es beim Vorgänger der Fall war.

Schon „Abysmal“ war ein Album, das sich Fans von Necrophobic und Konsorten ohne Bedenken zulegen konnten – mit „Pilgrim“ ändert sich daran nur die Dringlichkeit: Wer auf die erwähnten Bands steht, sollte dieses Album unter keinen Umständen verpassen, weil THRON nach wie vor das gleiche Genre bedienen, auf „Pilgrim“ jedoch eigenständiger zu Werke gehen und endlich auch den Sound haben, der ihre Fertigkeiten ins rechte Licht rückt. Wenn THRON diese Qualität bei diesem Veröffentlichungstempo beibehalten, dürfte die Band aus dem Schwarzwald schon bald nicht mehr als „Geheimtipp“ durchgehen – und das mit Recht.

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Bewertung: 8.5 / 10

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