CD-Review: W.I.L.D - Purgatorius

Besetzung

Jérôme Thilly - Gesang
Mat Chiarello - Gitarre
Fred Patalas - Gitarre
Thomas Verdonck - Bass
Thomas Patalas - Schlagzeug

Tracklist

01. A Beginning That Isn't One
02. Drugs By Way Of Food
03. Purgatorius
04. Washout
05. The Cave
06. Trapped
07. The Blind Man (Still Sees The Shadows Dancing)
08. A Painful Past
09. Holy Graily
10. A Ray Of Hope
11. An End That Isn't One


Manche Bands tun sich mit ihrem Namen – so durchdacht er auch sein mag – keinen großen Gefallen. Die französische Death-/Thrash-Combo W.I.L.D (Abkürzung für Wake Initiated Lucid Dream) beispielsweise hat sich für einen Namen entschieden, bei dem es sich äußerst schwierig gestaltet, irgendetwas im Netz zu der Band zu finden. Das ist sehr schade, denn ihr neues, zweites Album „Purgatorius“ kann sich wirklich hören lassen.

Auf neun Songs, einem Intro und einem Outro knüppeln, ballern und grooven sich die fünf Musiker durch eine Armada an fetzigen und mitreißenden Riffs. Ihre Vorbilder sind dabei nicht schwer herauszuhören: Flotte Stücke wie „The Cave“ und „Trapped“ erinnern sehr stark an den Stil Lamb Of Gods, doch auch At The Gates dürften hier des Öfteren als Ideengeber bereitgestanden haben. Im Gegensatz zu diesen beiden Einflüssen verwenden W.I.L.D aber auch immer wieder schnelle Blastbeat-Attacken, die dem Stil eine durchaus eigene Note verleihen.

Auch wenn der Thrash-Anteil immer wieder durchschmimmert, bewegen sich die Franzosen überwiegend im Death-Metal-Sektor, wo auch klar ihre Stärken liegen. Sowohl der Gesang von Fronter Jérôme Thilly als auch die filigrane Gitarrenarbeit helfen „Purgatorius“ dabei sich vom Genrestandard abzuheben. Mit gezielten Agressionsausbrüchen und düsteren, eingängigen Melodien entfaltet die Musik problemlos ihre Wirkung.
Möchte man etwas kritisieren, dann vielleicht, dass man sich stellenweise beim Einspielen etwas mehr Mühe hätte geben können. Dass die Band das Zeug spielen kann, hört man, trotzdem gibt es gerade in Groove-Teilen immer mal wieder leicht verschwommene Stellen, die vermeidbar gewesen wären.

Und seien wir mal ehrlich: Wirklich revolutionär und neu ist das, was W.I.L.D auf „Purgatorius“ abziehen, alles nicht. Dennoch liefert das Quintett hier eine wahnsinnig starke Death-Metal-Platte ab, die sogar problemlos so manches, diesjähriges Werk etablierter Genregrößen übertrumpft. Man kann sich für die Band nur wünschen, dass ihr Talent und Können in naher Zukunft angemessen gewürdigt wird, denn momentan bewegt sich die Truppe noch im Undergroundbereich. Dass ihr neues Album das ändern wird, bleibt aber allein schon aufgrund der extrem hohen Anzahl an Death-Metal-Releases jedes Jahr leider wohl eher zu bezweifeln.

Bewertung: 8 / 10

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