CD-Review: Worship - Terranean Wake

Besetzung

The Doommonger – Gesang, Gitarre
Satachrist – Gitarre
DoomNike – Bass
Sepulchralis – Schlagzeug

Tracklist

01. Tide Of Terminus
02. The Second Coming Apart
03. Fear Is My Temple
04. End Of An Aeviturne


Obwohl es WORSHIP bislang erst auf zwei Alben gebracht haben, gehört die bereits 1998 gegründete Formation zu den Koryphäen des deutschen Funeral Doom. Nach diversen Splits (u.a. mit Mournful Congregation aus Australien) sorgte bereits das Debüt „Dooom“ (2007) der Münchner in Szenekreisen für Begeisterung – 2012 folgte schließlich das bis dato aktuelle Album, „Terranean Wake“.

Was den geneigten Hörer erwartet, sind vier Songs und eine Spielzeit von 55:55 Minuten. Nach dem rohen, introvertierten und atmosphärisch eher tristen „Dooom“ klingt „Terranean Wake“ insgesamt offener und „größer“, abgeklärter und melancholischer: Dafür ist nicht nur der insgesamt vollere Gitarrensound, sondern vor allem die omnipräsente, ausladende Melodieführung verantwortlich, die dem Werk eine innere Ruhe verleiht, wie man sie auch von Ahabs „The Call Of The Wretched Sea“ her kennt. WORSHIP jedoch gehen die Sache nochmals deutlich puristischer an und reduzieren ihre Songs auf „Terranean Wake“ auf das Nötigste – einige schier endlos hallende Akkorde, eine getragene Melodie und mit der sich für diese Art der Musik geziemenden Ruhe meldet sich gelegentlich das Schlagzeug zu Wort. Hier ist auch gleich der einzige Kritikpunkt anzubringen, klingt das Schlagwerk doch für die bedächtige Atmosphäre der Songs bisweilen einen Tick zu akzentuierend und schneidend. Bei der Klanggewalt der Musik, aber auch der Eindringlichkeit, mit der Mastermind The Doommonger die Texte aus den tiefsten Tiefen seiner Kehle hervortreten lässt, ist dieser Makel jedoch allenfalls eine Randnotiz wert. So braucht es eigentlich nicht mehr als den kurzen Moment, in dem aus der verklingenden Gitarre am Ende von „End Of Aeviturne“ ein gedankenverlorenes Piano erwächst und den Hörer zunächst in melodischer Sicherheit wiegt, um ihm zu guter Letzt doch noch den alles auflösenden Schlussakkord zu verweigern, um die Schönheit, aber auch Tragik, die „Terrestrean Wake“ innewohnt, auf den Punkt zu bringen.

Fazit: Wie Ahabs „The Call Of The Wretched Sea“ ist „Terrestrean Wake“ ein Kleinod getragener Klänge, das die Zeit für eine Stunde anzuhalten scheint. Wer nach majestätisch-düsterem Funeral Doom sucht, in dem er Herz und Seele verlieren kann, ist mit diesem Album richtig beraten.

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: