CD-Review: Xandria - Theater Of Dimensions

Besetzung

Dianne van Giersbergen - Gesang
Marco Heubaum - Gitarre
Phillip Restermeier - Gitarre
Steven Wussow - Bass
Gerit Lamm - Schlagzeug

Tracklist

01. Where The Heart Is Home
02. Death To The Holy
03. Forsaken Love
04. Call Of Destiny
05. We Are Murderers (We All)
06. Dark Night Of The Soul
07. When The Walls Came Down (Heartache Was Born)
08. Ship Of Doom
09. Céilí
10. Song For Sorrow And Woe
11. Burn Me
12. Queen Of Hears Reborn
13. Theater Of Dimensions


Symphonic-Metal-Hörer und insbesondere Anhänger der deutschen Band XANDRIA haben dieser Platte lange und erwartungsvoll entgegengefiebert. Die Band selbst sprach im Vorfeld aber auch in den höchsten Tönen von „Theater Of Dimensions“, XANDRIAs siebtem Studioalbum. Die Veröffentlichung des ersten Vorab-Songs „We Are Murderers (We All)“ versetzte dann zumindest meiner Euphorie einen Dämpfer, an dem selbst ein wirklich guter Björn Strid (Soilwork) an den Gast-Vocals nicht viel ändern konnte. Glücklicherweise ist diese etwas belanglos wirkende Nummer mit einem der vielleicht einfallslosesten Refrains der Symphonic-Metal-Geschichte, bei der ich mich immer noch fragen muss, warum XANDRIA ausgerechnet sie als Pre-Listening-Kandidat auserkoren haben, jedoch keineswegs repräsentativ für die Platte.

Zunächst besticht „Theater Of Dimensions“ durch eine schier unglaubliche Kraft. Harte Gitarren und ausufernder orchestraler Bombast liefern eine Soundkulisse, die Epicas aktuellem, mehr als gelungenen „The Holographic Principle“ in nicht mehr viel nachsteht. Einen episch arrangierten Sound erwartet man von XANDRIA ja durchaus, aber gerade im Hinblick auf den symphonischen Part ist „Theater Of Dimensions“ mit all seinen Streichern und Chören noch einmal ein ganzes Stück wuchtiger als vielleicht erwartet. Dianne van Giersbergen, für die es sich erst um XANDRIA-Album Nummer zwei handelt, überzeugte schon auf dem Vorgänger „Sacrificium“, vollzieht aber nochmal eine beachtenswerte Steigerung. Und selbst wenn sie ihrer Vorgängerin Manuela Kraller dahingehend vielleicht noch nicht ganz das Wasser reichen kann, legt sie insbesondere in ihren Sopran-Parts eine ganze Schippe drauf. Es wird bereits deutlich: Höher, schneller, weiter, schlichtweg mehr von allem – nach diesem Prinzip funktioniert „Theater Of Dimensions“ und das Konzept geht allemal auf.
Typische Merkmale des bandeigenen Sounds lässt die Platte nicht missen. So wird im Instrumental Céilí tief in die Folk-Trickkiste gegriffen, aus der XANDRIA sich insbesondere auf „Sacrificium“ schon emsig bedient haben, während mit „Dark Night Of The Soul“ eine gefühlvolle Halbballade vertreten ist, die der Band einmal mehr sehr gut zu Gesicht steht. Die stets markanten und unglaublich charakteristischen Refrains bedürfen eigentlich keiner gesonderten Erwähnung. Und dennoch kopieren sich XANDRIA nicht einfach selbst, sondern verleihen ihren neuen Songs ein jeweils ganz eigenes Profil. Die Band bleibt sich treu und geht keine gänzlich neuen Wege, schafft es aber, noch einmal über sich hinauszuwachsen und ihren Sound auf eine höhere Stufe zu hieven, sodass die Songs nach wie vor nach XANDRIA, aber noch gereifter als auf den ohnehin schon sehr guten Vorgängern klingen.

Trotz des oben genannten Epica-Vergleichs ist „Theater Of Dimensions“ deutlich mehr ein Easy-Listening-Album als das der niederländischen Kollegen. Auf die Qualität schlägt das keineswegs, denn XANDRIA ist das Kunststück, auf Anhieb zugängliche und gleichzeitig hochwertige Kompositionen zu entwerfen, mehr als gelungen. Zweifelsohne handelt es sich dabei um ein unbedingtes, wenn nicht sogar das absolute Highlight aus der bisherigen XANDRIA-Diskographie. Das beste Album seit dem Weggang der Ur-Sängerin Lisa Middelhauve ist es allemal, denn so gut das Manuela-Kraller-Album „Neverworld’s End“ und Dianne van Giersbergens Debüt „Sacrificium“ auch sind, der eine oder andere untergehende und wenig interessante Song findet sich auf beiden Platten. Auf „Theater Of Dimensions“ ist davon in der Tat nur (allerdings ausgerechnet) die erste Single betroffen, alle anderen zwölf Songs sind auf Top-Niveau des symphonischen Metals angesiedelt – Möglichkeiten, hochklassige XANDRIA-Musik zu genießen und sich dabei den unsäglichen „We-Are-We-Are-We-Are“-Ohrwurm aus den Ohren zu spülen, gibt es mit dem Album also genügend.

Bewertung: 9 / 10

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