Interview mit Martin Schulman von Centinex

Nachdem sich die schwedischen Oldschool-Deather CENTINEX erst 2014 – nach acht Jahren Pause – mit „Redeeming Filth“ zurückgemeldet hatten, ging es schnell: Knappe zwei Jahre später steht nun bereits der Nachfolger „Doomsday Ritual“ in den Läden. Martin Schulman, Bassist, Gründungsmitglied und Mastermind der Band, über die Leichtigkeit, Death Metal zu komponieren und Blümchen als Text-Thema.

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Dieses Mal mussten die Fans nur zwei Jahre auf ein neues Album warten. Ist es euch leicht gefallen, dieses Album zu schreiben, nachdem ihr euch mit „Redeeming Filth“ zurückgemeldet hattet?
Nun, es ist uns wirklich leicht gefallen, dieses Album, aber auch schon den Vorgänger zu schreiben – es hat jeweils nur wenige Monate gedauert, bis wir das Material für das jeweilige Album beisammen hatten. Die CENTINEX-Songs sind simpler Death Metal, das ist keine komplexe Wissenschaft … da reichen ein paar Monate, um zehn Songs zu schreiben. Länger sollte das nicht dauern.

Seid ihr eine von diesen Bands, die 20 Songs schreiben und dann die stärksten zehn für ein Album verwenden, oder schreibt ihr genau so viele Stücke, wie ihr am Ende veröffentlicht?
In der Regel landet alles, was wir schreiben, auf dem Album. Ich habe noch nie verstanden, wie Bands 20 Songs schreiben und alle „gut“ machen können, um dann nur die Hälfte davon auszuwählen und die andere Hälfte ihrer Lieblinge über die Klippe springen zu lassen. Da finde ich es sinnvoller, mich auf zehn Songs zu konzentrieren und zu fokussieren, und das beste aus diesen Songs herauszuholen.

Centinex 2

Wie ist das Album entstanden, auch im Vergleich zum letzten? Habt ihr die Songs als Band zusammen geschrieben?
Nein, wir komponieren nicht als Band. Ich schreibe die ganze Musik. Der Songwriting-Prozess selbst verläuft ziemlich simpel: Ich sitze daheim und schreibe die Riffs und mache erste Demoaufnahmen. Dann zeige ich das Material den anderen, wir spielen es zusammen im Proberaum, nehmen ein paar kleine Änderungen vor und so weiter.

Wenn du „Doomsday Rituals“ und „Redeeming Filth“ vergleichst – wo siehst du die entscheidenden Unterschiede?
Es gibt eigentlich keine großen Unterschiede: Das neue Album macht ziemlich genau dort weiter, wo das letzte aufgehört hat. Der einzige kleine Unterschied könnte sein, dass wir uns diesmal mehr auf das Riffing und den Groove konzentriert haben statt auf bloße Geschwindigkeit – das ganze Album spielt sich eigentlich im Mid-Tempo-Bereich ab.

Ein recht markanter Unterschied liegt im Sound – das neue Album klingt viel roher und dreckiger. War das euer Ziel, als ihr ins Studio gegangen seid, oder hat sich das einfach so entwickelt?
Wir wollten, dass das Album etwas natürlicher und etwas weniger „modern“ und getriggert klingt als das letzte – daraus hat sich der Sound entwickelt.

Centinex - Redeeming Filth - kleinWenn du dir heute „Redeeming Filth“ anhörst – wie stehst du zu dem Album aus heutiger Sicht? Würdest du etwas an dem Album ändern, wenn du könntest?
Wie gerade schon angeschnitten klingt das Album vielleicht etwas zu steril – der Sound hätte vielleicht etwas organischer ausfallen können. Aber versteh das nicht falsch – ich bin immer noch wirklich sehr sehr zufrieden mit dem Album und wie alles geworden ist.

Worum geht es auf „Doomsday Rituals“?
„Doomsday Rituals“ enthält zehn Geschichten, oder Kapitel, wenn du so willst, über den kommenden Tag der Verdammnis. Oder zumindest Geschichten, in denen sich die Charaktere wünschen, das Ende der Welt wäre gekommen.

Wie wichtig sind die Texte bei CENTINEX?
Auf eine Art sind sie sehr wichtig, aber ich gebe zu, sie sind nicht so wichtig wie die Musik. Im Endeffekt ist es doch so: Selbst, wenn du die absoluten Mördertexte hättest, aber wertlose Songs, wäre das Resultat doch trotzdem Scheiße – egal, wie gut diese Texte wären. Aber natürlich müssen die Texte zur Musik passen – das ist wichtig. Wenn die Musik brutal ist, sollten auch die Texte brutal sein. Du kannst nicht Death Metal machen und dann über Blümchen singen.

Centinex-DoomsdayDas Artwork stammt diesmal aus der Feder von Bahrull Marta. Warum habt ihr diesen Künstler ausgewählt und wie viel Einfluss hattet ihr auf das Motiv?
Das Bild war schon fertig, als wir es von dem Künstler gekauft haben. So herum arbeiten wir lieber – ein komplett fertiges Bild, von dem wir wissen, wie es aussieht, wenn wir es kaufen. Da erspart man sich böse Überraschungen. Das Bild passt sehr gut zum Albumkonzept – als wir das Bild gesehen haben, wussten wir direkt, dass das das Bild ist, das wir haben wollen.

Was eure Konzerte angeht – wie viel altes Material aus der Zeit vor eurer zehnjährigen Pause spielt ihr?
Tatsächlich gar nichts. Wir spielen lieber nur Songs von den letzten zwei CENTINEX-Alben – die repräsentieren CENTINEX im Jahr 2016.

Wenn ihr euch eure Fans anschaut – würdest du sagen, da sind mehr dabei, die ihr mit „Redeeming Filth“ überzeugt habt, oder mehr Oldschool-Fans von früher?
Das ist eine Mischung aus beidem. Da sind sowohl alteingesessene Fans, die uns schon in den frühen 90ern gekannt haben und neue, die CENTINEX dank der letzten beiden Veröffentlichungen entdeckt haben.

In unserem letzten Interview vor zwei Jahren hast du erwähnt, dass Anfang diesen Jahres auch ein neues DEMONICAL-Album erscheinen hätte sollen – wie steht es dahingehend?
Nun ja, ich schreibe gerade an dem Material, insofern hoffe ich, dass wir gegen Ende des Jahres ins Studio können, damit das Album im Frühjahr 2017 erscheinen kann.

Vielen Dank für deine Zeit und Antworten – zum Abschluss ein Brainstorming:
Iron Maiden: Klassiker! Die frühen Alben waren sehr wichtig für mich, als ich Mitte der 80er angefangen habe, Metal zu hören.
Donald Trump:
Ein Charakterkopf, wie es scheint.
Schweden:
Heimat.
Ritual: Satanistisch.
Monty Python’s „Das Leben des Brian“: Ein großartiger Film.
CENTINEX in zehn Jahren: Wir werden sehen.

Danke für das Interview. Die letzten Worte gehören dir:
Vielen Dank für den Support – ich weiß das zu schätzen. Wir sehen uns im Pit!

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