Interview mit Marcel von The Damnation

 

Hier stellen sich THE DAMNATION für den Metal1.info Underground Contest vor.
Stil: Dark Metal
Zur CD-Review „Into The Pits Of Hell“
Für The Damnation abstimmen!

Hi! Da ihr als Underground-Band wohl dem Großteil der Leser noch unbekannt seid, wäre es fein, wenn ihr euch zu Beginn kurz vorstellen würdet.
THE DAMNATION gibt es in dieser Besetzung -also Michael, Swen, Lars und Marcel – seit 2004. Michael und Swen gründeten bereits 1996 Damnation und brachten auch ein Demo raus, welches ziemlich rohen oldschool Thrash Metal enthielt. 2003 setzten sie die Band als THE DAMNATION fort, 2004 stießen dann Lars und meine Wenigkeit hinzu. 2004 erschien dann das Demo ‚Into The Underworld‘, 2006 kam unser Debut Album ‚Into The Pits Of Hell‘ raus. Musikalisch beschreibt uns die Presse als Death Metal mit thrashigem Einschlag und amerikanischen Einflüssen (vergleiche mit Malevolent Creation wurden u.a. gezogen).

Wie steht es um die Underground-Szene in euer Umgebung und Region?
Aus Ostfriesland kommen ziemlich gute Bands – zu nennen wären da Obscenity, Tears Of Decay, Gorezone, Despondency und einige mehr. Außerdem gibt es noch Radio Gehacktes, Michael Eden von Tears Of Decay der in Emden permanent Konzerte organisiert und das JUZ in Rhaudafeen ist auch noch erwähnenswert. Es geht auf jeden Fall einiges…

Pflegt ihr viele Freundschaften zu anderen Underground-Bands? Wie wichtig schätzt ihr die Kontakte zu anderen Bands ein?
Kontakte zu anderen Bands sind essentiell! Zu nennen wären da Ophis (HH), Tears Of Deacy, Obscenity, Sufferage (HH), Gorezone ++

Wird der Underground in der heutigen Zeit von den Hörern und Medien noch entsprechend gewürdigt und akzeptiert?
Es gibt zum Glück noch Leute, die wissen was gut ist und nicht dem letzten Schrei hinterher rennen. Leider sind es wenige und immer die gleichen. Diese Leute sind es zumeist auch, die aktiv im Underground tätig sind – sei es in Bands, als Schreiber für Zines oder Konzertveranstalter.

Euere noch aktuelle CD „Into The Pits Of Hell“ ist nun auch schon ein gutes Jahr alt. Wie schaut es aus mit neuem Material, Plänen für weitere Aufnahmen etc.?
Wir haben 12 neue Songs als Vorproduktion aufgenommen, von denen wir einige Labels in Form einer Promo bemustern werden. Einer Studioaufnahme steht zwar nichts mehr im Wege, allerdings sind die Wege bis zur fertigen CD sehr schleifend. Es wird wohl noch bis 2008 dauern…

Hat der Text vom Lied „Dawn Of The Dead“ eine Verbindung zum gleichnamigen Film, oder steht ihr eher weniger auf Zombies?
Der Song ist älter als der Film – zumindest als das Remake. Dass unsere Scheibe und das Remake in etwas zur gleichen Zeit auf den Markt kamen, ist eher Zufall. Zombies sind schon ok (sind ja mit 30 fast schon selber welche…).

Ist es schwierig für euch, Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen? Labels kaufen ihre Bands ja gerne mal in Touren oder Supportslots rein, wäre es überhaupt möglich für eine Underground-Band, vor „größeren“ Bands zu spielen?
Die Sache mit dem Einkaufen ist einfach eine Riesengroße Schweinerei, aber leider Realität! Wir könnten, wenn wir das nötige Kleingeld hätten, fast vor jeder großen Band spielen. Ansonsten sehen wir zu, dass, wenn wir spielen, nicht daruflegen. D.h. Bei einem Auftritt sollt +/- Null bei rauskommen. Selbst das ist bei einigen Konzertveranstaltern nicht drin, weshalb unsere Bühnenpräsenz nicht so groß ist, wie wir es gern hätten. Zudem gibt es halt viele Bands und wenig Fans (relativ gesehen).

Habt ihr mit der ein oder anderen „größeren“ Band besondere Erfahrungen (positiv oder negativ) gemacht?
Die größte Band, mit der wir gespielt haben, ist Disfear. Letztendlich ist es auch noch eine kleine Band – aber war schon eine coole Sache mit dem ehemaligen At The Gates Shouter auf einer Bühne zu stehen und anschließend ein paar Worte zu wechseln. Naja – letztendlich sind es alle nur Menschen wir du und ich.

Mit welcher „großen“ Band würdet ihr gerne auf Tour gehen?
Da gäbe es sicherlich einige zu nennen… Monstrosity, Malevolent Creation, Vader und Morbid Angel stehen sicher ganz oben.

Vor allem bekannte Bands predigen ja gerne, dass es völlig egal ist, ob man nun vor 10 oder 1000 Leuten spielt. Wie seht ihr das?
Vor 10 Leuten zu spielen ist definiv Scheiße. Je mehr Leute, umso besser. Wenn die Leute einen noch das Gefühl geben, dass ihnen die Musik gefällt, ist das schon eine große Sache. Mit 50 Leuten kann in einem kleinem Club aber schon eine richtig geile Stimmung aufkommen!

Ist der „Underground“ an sich noch ehrlich? Kann man noch vom viel gepriesenen Zusammenhalt der Szene reden oder schleicht sich auch hier schon mehr und mehr Kommerz- und Konkurrenzdenken ein?
Eine Hand wäscht die andere. Man greift sich gegenseitig unter die Arme und das passt schon so. Ein paar schwarze Schafe gibt es immer. Wer denkt, mit dieser Art von Musik könne man Geld machen, ist definit auf dem Holzweg. Konkurrenzdenken kann ich zumindest bei den Bands ausschließen.

Das absolute Gegenteil zum Underground dürften die populären Casting Shows sein. Meist nur mäßig talentierte Musiker werden schnell berühmt und müssen sich nicht erst jahrelang einen Status erarbeiten. Wie steht ihr zu diesen Shows und den daran teilnehmenden Leuten?
Beknackt. Einfach nur beknackt – sowohl die Shows als auch die Leute.

Würde es eine Metal-Casting-Show geben (für komplette Bands, nicht Einzelmusiker) – würdet ihr euch eine Teilnahme überlegen?
Das wird es nie geben – deshalb muss ich daran keinen Gedanken verschwenden.

Ein leidiges Thema – Labels. Welche Erfahrungen habt ihr bisher damit gemacht und versucht ihr aktuell, ein Label zu finden oder macht ihr lieber erstmal auf eigene Faust weiter?
Die ganze Label-Deal-Geschichte ist ein Teufelskreis. Ohne Label bist du nix und wirst du nix. Allerdings musst du mit Label in Kauf nehmen, dass deine CD für 12 oder 15 Euro über den Ladentisch geht, was natürlich auch Scheiße ist. Ohne Label wirst du aber selten gebucht und der Bekanntheitsgrad bleibt unten. Verflixte Kiste… Ja, wir suchen ein Label, hehe;)

Wie wichtig war es euch, „Into The Pits Of Hell“ einen dermaßen erstklassigen Sound zu spendieren? Für eine Eigenproduktion ist das ja nicht selbstverständlich, Jörg Uken / Soundlodge hat hier beste Arbeit geleistet.
Danke für die Loorbeeren! Wichtig war es uns allemal, da die Songs einen derart guten Sound einfach verdient haben. Dafür mussten wir allerdings tief in die Tasche greifen…

Wie verdient ihr euch das Geld zum Musikmachen, was macht ihr neben der Musik im „normalen Leben“?
The Damnation bestehen aus einem Bilanzbuchhalter/ Programmierer, einem Lebensmitteltechnologen, einem Erzieher und einem dessen Job The Damnation selbst ist (der aber allerdings nichts verdient). Wer was macht musst du schon selbst herausfinden…

Das Internet ist für jede junge Band ein unverzichtbares Medium geworden. Welchen Stellenwert haben für euch Plattformen wie MySpace?
MySpace ist eine wirklich schöne Zeitverschwendung. Die Betonung liegt hier wirklich auf schön. Allerdings sind diese Plattformen nur Mittel zum Zweck. Nach wie vor ist Live-Präsenz am Effektivsten um den Bekanntheitsgrad ein wenig zu steigern.

Onlinemagazine haben in der heutigen Zeit einen eigenen Status erlangt, wo seht ihr die Vor- und Nachteile gegenüber den herkömmlichen Printmagazinen?
Nachteil: sie sind sehr kurzlebig und oberflächlicher als Printmagazine. Vorteil: sie sind umweltschonend (kein Papier!), man kann sich die Infos herausziehen die interessant sind und sie sind einfach aktueller. Was natürlich auch fehlt ist das Flair!

Lass uns zum Schluss noch unser traditionelles Wortspiel machen. Was fällt dir als erstes ein zu folgenden Begriffen und Zitaten…

US- oder schwedischer Death Metal:
Beides hat seine Reize. Von den Schwedendeathern sind At The Gates die Größten, bei den Amis wird es da schon schwieriger – einfach zu viele gute Bands. Mein Favorit ist hier eindeutig Death, wobei es sicherlich „amerikanischere“ Bands gibt.

Klassische Musik:
Beethoven war, ist und bleibt für alle Ewigkeit DAS Genie!

Fußball:
…spielen ist ok. Fußball gucken ist bescheuert (das sehen nur 50% von The Damnation so…).

Bücher:
Das letzte gute Buch welches ich gelesen hab ist 1984.

„Wer später bremst ist länger schnell“:
…nur die besten sterben jung, oder?

„Ein Denkmal will ich nicht sein, darauf scheißen ja nur die Tauben“:
Das sehe ich genauso.

Metal1.info:
Cool!

Ich danke dir für deine Zeit und wünsche viel Erfolg für die Zukunft von The Damnation!
Ich danke auch für’s Intie! Viel Erfolg noch mit Metal1.info!

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