Helloween: Kai Hansen äußert sich zu kontroversem Social-Media-Post

HELLOWEEN-Gitarrist Kai Hansen hatte sich am Wochenende auf der Facebook-Seite der AfD-Politikerin Alice Weidel gegen Gesundheitsminister Karl Lauterbach und eine Impfpflicht ausgesprochen, was für reichlich Gesprächsstoff sorgte.

Hier der Wortlaut des Posts [sic]:

„Die Vehemenz, mit der Herr Lauterbach die Unabdingbarkeit der Impfpflicht propagiert, ohne im geringsten auf die Risiken und erwiesenen Todesfälle durch die Impfung einzugehen legt den Verdacht nahe das der Mann entweder völlig wahnsinnig in seiner Welt gefangen oder so unabdingbar von der Pharmaindustrie verpflichtet wurde , das er entscheiden muss zwischen totalem Untergang in die Nichtigkeit oder dem Endsieg mit ALLEN Mitteln“

Vor allem die Verwendung des Begriffs „Endsieg“, der im Zweiten Weltkrieg zum Propaganda-Ausdruck der Nationalsozialisten wurde, kritisierten viele (ehemalige) Fans des Musikers, die sich zudem fragten, wieso er auf der Seite einer AfD-Politikerin kommentiere. Mittlerweile hat Hansen ein Statement veröffentlicht, in dem er sich für die Verwendung des Begriffs entschuldigt [sic]:

„Klarstellung zu meinem Kommentar auf der Seite von Alice Weidel:

Ich bin weder AfD Anhänger, noch Anhänger einer anderen Partei. Für mich beginnt Totalitarismus schon mit Fähnchenschwenken. Ich urteile nicht danach welcher Partei jemand angehört, sondern nur danach ob das Gesagte für mich Sinn ergibt, daher höre ich mir immer Alle Seiten an und bilde mir eine Meinung daraus

Ich hätte meinen Kommentar auch auf der Seite von Frau Wagenknecht oder Herrn Gysi posten können, unglücklicherweise habe ich das nicht getan. Meine Meinung über Herrn Lauterbach und seine Impfung als einzigen Ausweg aus der Pandemie bleibt bestehen.

Mir ist in dem Moment einfach die Galle übergelaufen da ich zuvor eine seiner Reden gesehen hatte. Wir liegen als Musiker in punkto Auftritte seit zwei Jahren auf Eis und das erzeugt einen ungemeinen Frust , und Wut In vielen Ländern werden die Maßnahmen beendet und Deutschland und seine Regierung stapft auf eine Impfpflicht zu, die Augenscheinlich auch nichts an der Situation bezüglich grosser Konzerte ändern wird.

Die Benutzung des Wortes Endsieg war selbstverständlich ein grober Fehler und nur eine zynische Bemerkung im Hinblick auf die Vehemenz mit der Herr L an seiner Agenda festhält. Ich habe in dem Moment nicht realisiert welche Implikation die Benutzung dieses Terms , gerade auf einer Seite einer rechtsgerichteten Partei haben wird. Entschuldigung dafür.

Wer meine Texte kennt weiß das für mich Freiheit und Nonkomformität immer sehr wichtig waren und bleiben werden. Zwang ist nie eine Lösung sondern endet in Totalitären Strukturen, egal ob von Links, Rechts, Oben, Unten….

So, und jetzt setz ich meinen Aluhut auf und schwurbel noch ein bischen mit meinen Alien Freunden

Peace!“


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12 Kommentare zu “Helloween: Kai Hansen äußert sich zu kontroversem Social-Media-Post

  1. Allein von Todesfällen durch die Impfung als nennenswertes Risiko zu sprechen, zeugt von Realitätsferne durch gruseligen Informationsquellen oder Ignoranz.
    Da die AfD und Verschwörungstheoretiker (mit einer enormen Schnittmenge), gerne Begrifflichkeiten aus dieser Zeit verwenden, um die selbsternannte „Corona-Diktatur“ zu propagieren,
    ist der Begriff „Endieg“ unter dem Post einer führenden AfD-Politikerin mehr als nur fehl am Platz.

    Die Klarstellung macht es echt nicht besser.

    1. „toleranzbunt“ :D Wo kommt Ihr Typen eigentlich immer her? (Und warum gehst Du da nicht wieder hin…)

      Gibt es im Netz eigentlich irgendwo einen Generator für rechtspopulistische Pseudoadjektive oder hast Du gestern Abend wirklich Deinen kompletten Wortschatz umgegraben und dann mal zusammengepappt, was Dich gerade am meisten triggert?

      Ich will auch mal! Was träfe denn in diesem Fall auf dich zu? „Rechtsbraun“? Zu platt. „Intoleranzbehämmert“? Besser, aber noch nicht ganz… „Diskursgehemmt“? Es wird… Einen hab ich bestimmt noch… „Faktenüberfordert“? Wow – das macht echt Spaß!

      1. ohne jetzt mit irgendwelchen dämlichen Begrifflichkeiten gegen die eine oder die andere Seite zu schießen, finde ich das Hansen in der Sache recht hat. Ist jetzt das Problem was er sagt, oder das er das bei der AFD Tussi kommentiert hat? Wenn es das letztere ist, mein Gott, ist sicher wenn man in der Öffentlichkeit steht, nicht super geschickt. Aber das er jetzt wieder von den ganzen Linken als die Reinkarnation Hitlers gehandelt wird, ist doch etwas übertrieben. Das er das Wort „Endsieg“ hier zynisch genutzt hat, sieht doch jeder mit einer gewissen Grund-Intelligenz. Aber viele wollen das wohl bewusst nicht sehen.

        1. Über die Sache kann man auch gerne – sachlich – diskutieren. Und dass in der Unterhaltungsbranche erheblicher Unmut darüber besteht, wie mit Schließungen, Überbrückungen und eventuellen Öffnungsperspektiven umgegangen wurde und wird, ist weder ungerechtfertigt noch zu leugnen.

          Aber in dem Kommentar, auf den ich hier geantwortet habe, ging es nicht um die Sache sondern um vermeintlich verblendete „Gutmenschen“, die um der Selbst-Gratifikation willen auf einem vermeintlich armen Opfer – in diesem Fall halt Kai Hansen, paar Monate früher waren’s Sodom – herumdreschen wollen. Angeblich. Und darauf muss man nicht sachlich antworten, weil es nicht auf Tatsachen basiert.

          Ich bin ein begeisterter Helloween- und Gamma-Ray-Fan und hatte auch schon das Vergnügen, Kai persönlich zu begegnen und er scheint ein anständiger Typ zu sein. Ich bin gerade aufgrund seines bisherigen öffentlichen Auftretens extrem überrascht und wenigstens ein bisschen schockiert, dass er seinem – sicher berechtigten – Unmut über die aktuelle Perspektive im Live-Sektor und meinetwegen auch die Personalie Karl Lauterbach ausgerechnet unter einem Beitrag einer AfD-Politikerin Luft macht.

          Das Wort „Endsieg“ ist immer fehl am Platz und die AfD ist eine verfassungsfeindliche Partei – man muss nicht Politikwissenschaftler sein, um das zu begreifen. Kai Hansen macht leider eine Diskussion über die Inhalte durch die befremdliche Form extrem schwierig.

          1. tja, aber wenn auch nichts sonst, er spricht es mal an. Ggf. in der Form verkehrt, vermisse ich das doch bei 95 % der Bands/Musiker/Kulturschaffenden. Überall um uns herum wird geöffnet, man sieht bei Konzertfotos gefüllte Hallen (und das scheint die Krankenhäuser dort nicht nahe der Überlastung zu bringen) und hier in Deutschland ist kultureller Totentanz. Das macht mich schon echt wütend und daher kann ich ihn ein Stückweit verstehen. Natürlich muss man aber als in der Öffentlichkeit stehender Mensch, etwas geschickter agieren.

            1. Und was hat ihn in den letzten zwei Jahren daran gehindert, das über die Plattform einer seiner Bands oder sonst einen Kanal anzusprechen? Warum hat er es nicht Herrn Lauterbach direkt bei Twitter geschrieben, nachdem er ja selbst sagt, er hätte es „auch bei Herrn Gysi oder Frau Wagenknecht“ posten können. Wobei letztere ja auch irgendwo falsch abgebogen zu sein scheint…

              Dass er sich erst mit dem politischen Bodensatz gemein machen muss, um etwas, das ihm und vielen seiner Musiker-Kollegen so wichtig ist, zu thematisieren, ist mir nicht begreiflich zu machen. Warum denn nicht eine Initiative gründen, mit anderen Musikern? Oder meinetwegen auch mit der Politik, aber doch nicht mit den Rechten?

              Dass es keine andere valide Möglichkeit gäbe, diese Punkte anzusprechen, ist doch vollkommener Unsinn!

        2. Der Kommentar vom Hansen war aber halt einfach saudumm. Klar ist der genervt von der Situation und vom Umgang der Regierung damit, wie so ungefähr alle. Und das ist auch völlig OK.

          Unterm Video von der AfD-Tante was von Pharmalobby, Impftoten und dergleichen daher zu schwurbeln hingegen ist nur unnötig. Vermittelt das Gefühl dass der Kollege – im besten Fall halt nur aus Frust – in diese Alternativmedienblase gerutscht ist, die leider auch noch deutlich schlimmeren Unfug verbreitet. Was aber nichts Ungewöhnliches wäre, das passiert leider ziemlich häufig gerade. Leider tut er damit der Sache, um die es ihm im Kern zu gehen scheint, auch einen Bärendienst.

          Meiner Meinung nach braucht man den Kollegen dafür nicht zu kreuzigen – und soweit ich sehe passiert das auch nicht – aber drauf hinzuweisen dass er sich da zumindest mal grob im Ton vergriffen hat und sich vielleicht mal überlegen sollte welchen Bullshit er verzapft, ist durchaus angebracht.

  2. Ich liebe ja diese nicht-Entschuldigung, wenn jemand beim rechtsblinken ertappt wurde: Die „Distanzierung vom Totalitarismus“, die nur dazu dient a) das Kind nicht beim Namen zu nennen, zu verharmlosen gar und b) noch während der Entschuldigung die nächste Dogwhistle zu bemühen: Die anderen sind auch schlimm.

    Wenn es erst so weit gekommen bist, dass sich jemand öffentlich vom „Totalitarismus“ distanziert, kannste den Typen eigentlich vergessen.

    Vom inhaltlichen Schwachsinn des ersten Beitrages mal abgesehen, der natürlich ebenfalls voll ins Horn der AfD bläst. Der Typ weiß, warum er genau das an genau dieser Stelle geschrieben hat.

  3. Was für eine dumme Entschuldigung nach einem saudummen Kommentar. Die kann er sich stecken. Der Frust ist nachvollziehbar, aber dann gleich die Kriegsthematik mit solchen Begriffen und persönliche Angriffe auszupacken, ist unterste Schublade.

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